Betreiber und Investoren gesucht. Auch am Bauzaun des Geländes an der Poststraße wirbt die städtische Tochterg
Betreiber und Investoren gesucht. Auch am Bauzaun des Geländes an der Poststraße wirbt die städtische Tochtergesellschaft Neuwoges um Interessenten. Mirko Hertrich
Innenstadt Neubrandenburg

Neuwoges hält weiter an Hotel-Standort fest

Das „Hotel am Ring“ ist seit sechs Monaten zu, die Schließung des „Radisson Blu“ jährt sich bald zum fünften Mal. Ein neues Stadthotel soll her, doch wegen der Corona-Krise tut sich die Neuwoges mit der Vermarktung schwer.
Neubrandenburg

Die drittgrößte Stadt des Landes braucht ein Stadthotel. Darin sind sich Rathaus, Stadtvertretung und auch die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges) einig. Doch wegen der Corona-Krise kommt das städtische Tochterunternehmen mit der Vermarktung des aktuell vorgesehenen Standorts an der Poststraße nicht so wirklich voran.

Auf dem Gelände, auf dem früher unter anderem die Neubrandenburger Synagoge stand, wollte schon der Neubrandenburger Unternehmer Günther Weber ein gehobenes Stadthotel bauen, gab angesichts der Auflagen aber entnervt auf, woraufhin Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) die Neuwoges Mitte 2019 damit betraute, den Standort zu entwickeln. Die Hotelpläne wurden etwas abgespeckt. Entstehen sollen im „Markgrafenhof“ ein Haus mit bis zu 120 Zimmern sowie unabhängig davon auch 40 bis 50 barrierefreie Wohnungen.

„Wir können keinen Vollzug melden”

Neuwoges-Geschäftsführer Michael Wendelstorf berichtete in der vergangenen Woche im Stadtentwicklungsausschuss persönlich über den Sachstand des Projekts: „Es bleibt dabei, dass wir keinen Vollzug vermelden können. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, den richtigen Standort zu haben, aber zur falschen Zeit am Markt zu sein.“ Die Investoren und Betreiber signalisieren nach den Worten des Geschäftsführers weiter Interesse, haben aber aufgrund der Corona-Krise unterschiedlichste Probleme etwa bei der Finanzierung des Projekts durch Banken.

Michael Wendelstorf betonte, er habe mit dem Oberbürgermeister unlängst über das Thema gesprochen. „Wir sind uns einig, solange wir nicht an irgendeinem Standort innerhalb oder nahe der Stadtmauer ein Hotelengagement sehen, halten wir die Fahnen auch aufrecht, weil uns die Überzeugung eint, dass Neubrandenburg ein Stadthotel braucht.“ Der Manager äußerte die Hoffnung, dass man nach Abklingen der Corona-Krise mit den Investoren in „aktive Verhandlungen“ kommt. „Vor Sommer wird sich da aber nichts tun.“

CDU-Ratsherr spricht sich für „Plan B” aus

CDU-Ratsherr Marco Messner, selbst Hotelier, bestätigte die Markteinschätzung der Neuwoges sowie die Notwendigkeit eines Stadthotels, sprach sich aber zugleich dafür aus, einen „Plan B“ zu haben, sollte das Hotel am Standort an der Poststraße nicht kommen. Er brachte unter anderem die Freifläche bei der Regionalbibliothek an der Glinkestraße, den ebenfalls leer stehenden Kaufhof oder die Brache hinterm Marien-Caree ins Gespräch.

Frank Renner, Fachbereichsleiter Stadtplanung, Wirtschaft, Bauordnung und Kultur, sagte, der Standort des ehemaligen Kaufhofs sei der Stadt „aus Einzelhandelssicht zu wichtig“ aufgrund seiner „Scharnierfunktion“ zwischen Marktplatz und Turmstraße. Außerdem sei das private Gebäude als Standort für großflächigen Einzelhandel festgeschrieben. Am Standort Marien-Carree sei ein Hotel „durchaus vorstellbar“, doch der Besitzer habe andere Nutzungs- und Verwertungsinteressen. Ursprünglich waren dort ein Supermarkt und ein Parkhaus vorgesehen (der Nordkurier berichtete). Die Supermarkt-Pläne scheiterten aber an einem direkten Zugang zum Marktplatz. Entsprechend liegt die Fläche vorerst weiter brach, der Investor bekräftigte aber, den zweiten Bauabschnitt beenden zu wollen. Frank Renner warb beim Thema Stadthotel dafür, „an dem Standort festzuhalten, über den wir Verfügungsgewalt haben“.

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