NEUE KONZERNSTRATEGIE

Neuwoges plant Kauf von 60 Wohnungen

Die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft will neue Quartiere erwerben und hat sich dafür grünes Licht geholt. Dabei musste der Konzern gerade Hunderte Quartiere verkaufen, um reichlich Geld für den Schuldenabbau der Stadt zu beschaffen.
Die Konzern-Zentrale der Neuwoges in der Neubrandenburger Heidenstraße. Das städtische Unternehmen will seinen Wohnungsbestand vergrößern, um auf Verluste reagieren zu können.
Die Konzern-Zentrale der Neuwoges in der Neubrandenburger Heidenstraße. Das städtische Unternehmen will seinen Wohnungsbestand vergrößern, um auf Verluste reagieren zu können. Susanne Schulz
Neubrandenburg ·

Gleich in der allerersten Sitzung der neuen Stadtvertretung mussten die Ratsfrauen und Ratsherren einen nicht öffentlichen Tagesordnungspunkt über sich ergehen lassen. Der Geschäftsführer der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft, Frank Benischke, informierte die Stadtvertreter über das Vorhaben des städtischen Unternehmens, Wohnungen zu kaufen. Vier Mehrfamilienhäuser An der Landwehr im Süden der Stadt mit 60 Wohnungen sollen es sein, die den Bestand der Neuwoges vergrößern sollen.

Nichts ungewöhnliches, so Benischke. Man sei bestrebt, bis zu 120 Wohnungen jährlich zu erwerben – ein Prozent des gegenwärtigen Bestandes, um Verluste auszugleichen – wie bei dem geplanten Abriss des Hochhauses in der Waagestraße in den nächsten Jahren. Um das Ziel zu erreichen, setze man neben der Karte Eigenbau auch auf bereits fertiggestellte oder geplante Neubauten. Die Neuwoges initiierte dafür bereits vor Monaten ein Interessenbekundungsverfahren, um Angebote zu erhalten. „Leider bekamen wir nur ein einziges, auf zwei oder drei haben wir schon gehofft“, so Benischke. Bei der Suche nach Anbietern hat der Konzern auch leise Kritik an der Stadt geübt. Im April hieß es, dass die Neuwoges Projektträger suche, die Bauprojekte oder Immobilien auf ihren eigenen Grundstücken in Neubrandenburg zum Kauf anbieten, um dort neue Mietwohnungen entstehen zu lassen. Zu dem Interessenbekundungsverfahren habe sich die Neuwoges entschlossen, da sie selbst wegen „unvorhergesehener bürokratischer Hürden“ 2019 und 2020 keine eigenen Mietwohnungen fertigstellen könne. Da der Bedarf an hochwertigem Wohnraum aber steige, wurden im Interesse der Bestandsentwicklung nun geeignete Neubauobjekte und -projekte gesucht. Die ganze Angelegenheit soll nach Nordkurier-Informationen zwischen acht und zehn Millionen Euro kosten, die nur zum Teil aus Eigenkapital gedeckt werden können. Für den „Rest“ soll ein Kredit herhalten. Der Aufsichtsrat hat den Plänen bereits zugestimmt.

Das Unternehmen hatte erst im Frühjahr den von der Stadtvertretung beschlossenen Verkauf von 425 Wohn- und Gewerbeeinheiten abgeschlossen. Die Besitzübergänge an die neuen Eigentümer sind ebenfalls abgeschlossen, heißt es. Der Verkauf war veranlasst worden, um das Ziel, Neubrandenburg bis 2027 schuldenfrei zu machen, schneller erreichen zu können. Der Verkauf sollte 6,76 Millionen Euro in die Stadtkasse spülen. Die Käufer der ehemaligen Neuwoges-Wohnungen sind zumeist Immobiliengesellschaften, die in Neubrandenburg bereits Wohnungen bewirtschaften.

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Kommentare (3)

Also das erklärt dann auch die Mieterhöhung in der Neustrelitzer Str 103-109. Diese Bruchbuden mit Ausstattung der guten alten DDR wurde die Miete erhöht. Sicher nicht um den Wohnkomfort dort anzupassen sondern um Luxus Wohnungen zu kaufen oder zu bauen. Darum quetscht die neuwoges die gering Verdiener aus wie eine Weihnachtsgans. Das ist also die Konzernstrategie, für ein öffentliches Unternehmen das der Stadt gehört alle Achtung. In die Stadtvertretung spielt ja wohl auch mit. Widerspruch oder gar Widerstand nichts zu spüren.

Er "verdient" ja auch mehr als die Kanzlerin.

Über das Gehalt von Benischke sollte sich ja Mal die Stadtvertretung Gedanken machen. Für eine Provinzgesellschaft ist das Gehalt weit überzogen. Aber die Stadt hat es ja, und die CDU wir Posten schon sichern, oder besser gesagt schmieren.