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Noch keine Anklage nach Todesfahrt in Sicht

Freunde des tödlich verunglückten Fußgängers machten mit Blumen und Grüßen auf den schrecklichen Unfall Ende August in der Demminer Straße aufmerksam.
Freunde des tödlich verunglückten Fußgängers machten mit Blumen und Grüßen auf den schrecklichen Unfall Ende August in der Demminer Straße aufmerksam.
Thomas Beigang

Obwohl der Zusammenprall mit einem Auto in der Demminer Straße, der für einen Fußgänger tödlich endete, schon mehr als drei Monate zurück liegt, fehlt der Staatsanwaltschaft noch immer eine genaue technische Analyse des Fahrzeugs.

Das Geduldsspiel geht weiter, die juristische Aufarbeitung des Unfalls Ende August in der Demminer Straße lässt noch immer auf sich warten. Denn die Staatsanwaltschaft in Neubrandenburg, so am Mittwoch deren Sprecher Gerd Zeisler auf Nordkurier-Nachfrage, wartet immer noch auf das technische Gutachten der Dekra zu dem Unfallfahrzeug.

Bei einem Zusammenprall mit dem Auto verstarb ein 33-jähriger Fußgänger noch an der Unfallstelle. Das schreckliche Ereignis hatte seinerzeit für anhaltende Diskussionen in Neubrandenburg gesorgt. Die einen behaupteten, der 20 Jahre junge Fahrer sei mit dem Mietwagen viel zu schnell auf der Demminer Straße unterwegs gewesen, andere mutmaßten, der Fußgänger habe völlig unvermittelt die Straße jenseits des ampelregulierten Übergangs betreten. „Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagte am Mittwoch Oberstaatsanwalt Zeisler weiter. Das technische Gutachten zu erstellen sei eine „komplizierte Angelegenheit“. Der Vertreter der Anklagebehörde will der Dekra deswegen auch keine Vorwürfe wegen der langen Dauer der Untersuchungen machen.

Keine Anklage wegen Mordes erwartet

Bei der Dekra-Niederlassung in Neubrandenburg war am Mittwoch kein Mitglied der Führungsriege für den Nordkurier zu sprechen. Der Geschäftsführer und sein Stellvertreter befänden sich auf einer Dienstreise, so die Auskunft am Telefon. In ihren Gutachten muss die Dekra Stellung nehmen zu möglichen technischen Mängeln an Fahrzeugen, die zu einem Unfall geführt haben können. Darüber hinaus klären die Fachleute die Verantwortlichkeit für Mängel oder bauliche Veränderungen.

Bevor das Gutachten nicht auf dem Tisch der Staatsanwaltschaft liegt, vermag keine Entscheidung getroffen werden, ob es zu einer Anklage gegen den mutmaßlichen Todesfahrer kommt, so Gerd Zeisler weiter. An eine mögliche Anklage wegen Mordes, wie in Berlin zu Jahresbeginn, selbst wenn sich der Verdacht auf ein illegales Autorennen bestätigen sollte, glaubte der Sprecher der Staatsanwaltschaft allerdings schon vor Wochen nicht. Eine mögliche Anklage wegen fahrlässiger Tötung oder gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr wollte der Staatsanwalt weder ausschließen noch bestätigen.