BANKRAUB

▶ Wo verstecken sich die Neubrandenburger Panzerknacker?

Die Ermittler suchen fieberhaft nach dem oder den Tätern, die bei einem nächtlichen Einbruch in eine Neubrandenburger Bankfiliale ein Trümmerfeld hinterlassen haben. Jedes noch so kleine Teil wurde am Tatort gesichert.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Spezialisten der Spurensicherung der Neubrandenburger Kripo nehmen den Tatort in und an der Bankfiliale genau unter die Lupe.
Spezialisten der Spurensicherung der Neubrandenburger Kripo nehmen den Tatort in und an der Bankfiliale genau unter die Lupe. Felix Gadewolz
Der Automat wurde mit einem Werkzeug aufgehebelt.
Der Automat wurde mit einem Werkzeug aufgehebelt. Felix Gadewolz
Neubrandenburg.

Die Hypo-Vereinsbank in der Neubrandenburger Ziegelbergstraße blieb am Montag geschlossen. An der Tür ein eilends ausgedrucktes Schild: „Aus technischen Gründen geschlossen“. Der Grund für den unfreiwilligen Schließtag ist beim Blick durch die Scheiben klar ersichtlich: Fleißige Mitarbeiter und Techniker räumen auf und reparieren. Die Bank hatte am Abend des ersten Adventssonntags – konkret um 21.42 Uhr – „Besuch“ von einem oder mehreren Einbrechern. Gewaltsam wurde der Geldautomat aufgebrochen, allein der Sachschaden soll mindestens 10 000 Euro betragen. Dem Mann vom Wachschutz, der bei einer Routinekontrolle das ganze Chaos als erster sah, bot sich ein Bild absoluter Zerstörung, wie Augenzeugen berichteten. Wie viel Geld aus den Kassetten des Automaten gestohlen wurde, war am Montag noch ungewiss.

Keine Antworten von Bankangestellten

Eine Mitarbeiterin der Bank gab sich zugeknöpft. Die Filiale sei eben geschlossen, zu den offensichtlichen Gründen wollte sie nichts sagen. Nach der Alarmierung der Polizei durch das Wachschutzunternehmen fuhr die gleich ganz große Geschütze auf. Zwölf Streifenwagen wurden alarmiert, die an den Ortsausgängen der Stadt, an Bundesstraßen und Autobahnauffahrten Fahrzeuge kontrollieren sollten. Verdächtig machen sich unter anderem Autofahrer, die angesichts der Polizeipräsenz plötzlich anhalten oder umkehren, so eine Polizeisprecherin auf Nordkurier-Nachfrage. Die zusätzlichen Streifenwagen kamen aus benachbarten Revieren in Friedland, Waren, Röbel, Neustrelitz, Pasewalk und Altentreptow.

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Auch ein schnell an den Tatort gerufener Fährtenhund kam zum Einsatz, aber trotz aller schnell eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen blieb die Suche noch erfolglos. Akribisch sicherten Kriminalisten alle verwertbaren Spuren, zahlreichen Trümmerteile wurden verpackt und zur weiteren Auswertung den Spezialisten übergeben. Die Polizei setzt jetzt auch auf die Hilfe der Neubrandenburger. Zeugen, die Beobachtungen zur Tatzeit gemacht haben oder Hinweise zum Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich an die Einsatzleitstelle Neubrandenburg über den Notruf 110 oder unter 0395 55822224, die Internetwache der Landespolizei unter www.polizei.mvnet.de oder aber jede andere Polizeidienststelle zu wenden. Informationen über eine eventuelle „Fangprämie“ bei sachdienlichen Hinweisen gibt es noch nicht.

Bank soll am Dienstag wieder öffnen

In Neubrandenburg kommt es immer mal wieder vor, dass Ganoven Parkautomaten knacken – oder das versuchen. Aber mit einem Aufbruch eines „richtigen“ Geldautomaten mussten sich die Kriminalisten aus in der Tat lange nicht beschäftigen. Nach Nordkurier-Recherchen herrschte auf dem „Gebiet“ tatsächlich schon eine Weile Ruhe – vor gut zwei Jahren musste sich die Kripo zuletzt mit einem solchen Delikt beschäftigen. Damals knackten Unbekannte einen Geldautomaten im Obi-Baumarkt in der Eschengrunder Straße. Dabei explodierte eine genau dafür eingebaute Farbpatrone, sodass die Einbrecher rot markiert sein mussten. Trotzdem nahmen die Täter eine Geldkassette an sich, hieß es. Unaufgeklärt auch noch der Bruch eines Geldautomaten im Neubrandenburger Bethaniencenter, bei dem im Dezember 2013 mehrere Zehntausend Euro gestohlen wurden. Der oder die Täter stiegen damals über das Dach in das Center ein.

Die Filiale der Hypo-Vereinsbank in der Ziegelbergstraße soll vermutlich am Dienstag wieder wie gewohnt geöffnet sein, hieß es vor Ort.

 

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