Die Stadt Altentreptow ist umgeben von vielen Windrädern. Dennoch gibt es derzeit Bestrebungen, weitere Windräder in
Die Stadt Altentreptow ist umgeben von vielen Windrädern. Dennoch gibt es derzeit Bestrebungen, weitere Windräder in der Nähe zu bauen. Stefan Sauer
Acht Anlagen geplant

Noch mehr Windräder in und um Altentreptow?

Derzeit läuft ein Genehmigungsverfahren für acht neue Windräder bei Altentreptow, Grapzow, Grischow, Siedenbollentin und Werder. Wie wird sich die Stadt positionieren?
Altentreptow

Bloß keine weiteren Windräder im Altentreptower Stadtbild ohne umfassende regionale Weiterentwicklung! Über diese Zielvorstellung waren sich die Mitglieder des Bauausschuss der Stadt Altentreptow in dieser Woche einig und sprachen sich mehrheitlich für eine klare Positionierung der Stadt gegen ein Bauvorhaben über acht neue Windräder der Fairwind Deutschland GmbH im Eignungsgebiet Altentreptow-Ost aus. Der zuständigen Genehmigungsbehörde soll nach Absegnung durch die Stadtvertretung eine schriftliche Stellungnahme zugesandt werden, in der die Stadt den Bau entschieden ablehnt.

„Die Stadt Altentreptow, eingebettet im Tollensetal, ist augenscheinlich umschlossen von Windkraftanlagen“, heißt es darin. Weitere Windräder würden der Entwicklung der Region für die „nächsten Jahrzehnte“ schaden. Der im Aufbau befindliche Tourismus leide darunter. Lärm und Schatten der Anlagen würden Anwohner belasten. Das Amt für Raumordnung und Landesplanung Mecklenburgische Seenplatte hält laut eigener Stellungnahme dagegen zumindest den Bau von drei Windrädern, davon eines auf Altentreptower Boden, für möglich. Die anderen fünf Windräder seien mit dem Raumordnung und Landesplanung nicht vereinbar.

Stadtvertreter Alexander Friese (CDU) bemängelte, dass für dieses Gebiet keine Veränderungssperre festgeschrieben sei. „Das hätte man früher anfassen können.“ Dort müssten ähnliche Vorgaben gelten wie auf der Westseite. Denn in derselben Sitzung empfahlen die Ausschussmitglieder die Erneuerung der Veränderungssperren für den Bebauungsplan des Windparks Altentreptow West sowie des Umwelt-, Wohn-, und Energieareals Altentreptow/Thalberg. So sollen neue Bauten verhindert werden, bevor sinnvolle zusammenhängende Konzepte zur Entwicklung der Region entwickelt worden sind. Laut Bürgermeisterin Claudia Ellgoth werde daran aktuell gearbeitet.

„Hat nichts mehr mit Umweltschutz zu tun“

Der Stadtvertretervorsteher Gerhard Quast von der Wählergemeinschaft schlug daraufhin vor, eine entsprechende Veränderungssperre für das östliche Windrad-Gebiet auf der nächsten Sitzung der Stadtvertretung auf den Weg zu bringen – auch wenn sie für das laufende Genehmigungsverfahren zu spät käme. Einen entsprechenden Antrag werde die Wählergemeinschaft voraussichtlich einbringen. Quast warnte zudem vor den Plänen der Regierung, mehr Prozent der Flächen für Erneuerbare Energien auszuweisen. Diese müssten gleichmäßig verteilt werden. Mit einer weißen Landkarte und scheinbar neutralen Ausschlusskriterien zu argumentieren, ist aus seiner Sicht nicht mehr zeitgemäß.

Alte Ängste weckte das Bauvorhaben beim sachkundigen Einwohner Rudi Korth: „Da habe ich Bauchschmerzen.“ Es müsse die eigene Position noch nachdrücklicher gestärkt werden. Denn der Windrad-Betreiber werde Mittel und Wege suchen, alle zu bauen. Der Ausschussvorsitzende Roman Krepelin (Wählergemeinschaft/SPD) machte überdies deutlich, dass selbst dem Entsorgungskonzept des geplanten Windparks nach der Nutzung nicht zustimmbar sei. Das Kabelsystem soll beispielsweise laut Konzept nicht entsorgt werden. Doch diese würden schließlich nicht von alleine verschwinden.

Umweltschutz werde oft als Vorwand genutzt, Windräder zu bauen. Dabei würden Betonreste die Umwelt massiv belasten. Umzäunte Areale würden Tieren ihre Freiheit nehmen. „Das hat alles nichts mehr mit Umweltschutz zu tun.“ Er wiederholte ferner die Forderung, dass Altentreptow endlich einen Sitz im Regionalen Planungsverband bekommt. Andernfalls würden andere Kommunen die Lasten der Energiewende nach seiner Einschätzung weiter auf Altentreptow abladen.

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Kommentare (1)

Sehr geehrte Leser,

wir alle wissen, dass beim Thema Wind und Beteiligung - was eine Frage der Gerechtigkeit ist - tiefe Enttäuschungen stattgefunden haben. Vertrauen wurde zerstört. Deshalb reicht mein Wort nicht mehr aus, sondern Taten braucht es. Weiter als Worte geht die Tatsache, dass wir uns in sämtlichen Landpachtverträgen in harter Verbindlichkeit verpflichtet haben, die Beteiligung der Bürger laufzeitlang zu leisten. Das gemeint sind je Megawatt 3.000 € für günstigen Strom und 3.000 € für das Gemeinwohl, wobei ein Windrad um die 6 Megawatt hat. 8 Windräder sind beantragt. Weiter als Worte geht die Tatsache, dass wir den FairWind-Tarif um unsere Windräder bei Völschow und auch bei Kletzin schon jetzt anbieten für 25 Cent pro Kilowattstunde brutto, also inklusive alles. Bei Dritten fallen derzeit um die 45 Cent an. Geben Sie uns eine kleine Chance. Messen Sie uns an unseren Taten.