SICHERHEIT FÜR FAHRER UND GÄSTE

Notruftaste kann für Busfahrer zur letzten Rettung werden

Regelmäßig werden Neubrandenburgs Busfahrer geschult, wie mit randalierenden Fahrgästen umzugehen ist und wie sie ihre anderen Fahrgäste schützen können. Nicht ohne Grund: In Neubrandenburg ist bereits einiges passiert, sogar eine Busentführung gab es schon.
Die allermeisten Fahrgäste verhalten sich im Neubrandenburger Stadtverkehr normal und friedlich. Doch es gibt einige wenige unrühmliche Ausnahmen. Darauf müssen die Busfahrer vorbereitet sein.
Die allermeisten Fahrgäste verhalten sich im Neubrandenburger Stadtverkehr normal und friedlich. Doch es gibt einige wenige unrühmliche Ausnahmen. Darauf müssen die Busfahrer vorbereitet sein. Andreas Segeth
Neubrandenburg.

Zum Glück gibt es solche dramatischen Übergriffe auf Stadtbusse nicht oft, wie er im April 2004 im Neubrandenburger Vogelviertel geschah: Damals bedrohte ein betrunkener Mann einen Busfahrer mit dem Messer und versuchte, den mit vielen Fahrgästen besetzten Bus nach Neustrelitz zu entführen. Durch das besonnene Verhalten des Fahrers und die mithörenden Kollegen in der Zentrale konnte der Konflikt mit Hilfe der Polizei und unblutig gelöst werden. Ein dramatischer Höhepunkt, der am Ende mit zwei Jahren Haft für den Täter bestraft wurde. Aber kein Einzelfall.

Die Neubrandenburger Busfahrer stehen jeden Tag in der Öffentlichkeit und haben einiges auszuhalten. Mal mögen es eher Banalitäten sein, ein anderes Mal sind es echte Bedrohungen. Doch das geschieht glücklicherweise eher selten. Nach Auskunft von Michael Gaede aus der Presseabteilung der Stadtwerke muss man derzeit nur etwa dreimal pro Jahr tatsächlich die Polizei hinzuziehen, weil Fahrgäste im Bus randalieren.

An den Bushaltestellen hingegen sieht man die Polizei öfter: Denn die Kontrolleure benötigen etwa 150-mal im Jahr die Hilfe der Beamten, um die Identität von Schwarzfahrern festzustellen, die sich nicht ausweisen wollen oder können. Allerdings haben die Neubrandenburger Busfahrer regelmäßige Schulungen durchlaufen und klare Anweisungen erhalten, wie mit aggressiven Fahrgästen umzugehen ist und auf welche Art und Weise man in solchen Situationen deeskalieren kann. Zum Beispiel gibt es die Regelung, dass stark angetrunkene Personen gar nicht erst mitgenommen werden dürfen. Das diene vor allem der Sicherheit der anderen Fahrgäste, aber auch des Angetrunkenen selbst.

Videotechnik hilft gegen Vandalismus

Offene Wein- oder Bierflaschen dürfen ebenfalls nicht mit an Bord des Busses. Wenn ein Fahrgast die Zutrittsverweigerung durch den Busfahrer nicht friedlich akzeptiert, dann werden Einsatzleitstelle und Polizei informiert. Ähnlich geht der Busfahrer vor, wenn einer der Fahrgäste randaliert oder andere Insassen belästigt. Erst deeskalieren – wenn das nichts nützt, die Leitstelle und die Polizei rufen. Im Falle der Busentführung im Jahr 2004 hatte der Busfahrer alles richtig gemacht. Er stellte heimlich die Funkverbindung zur Leitstelle her, so dass man dort alles mithören und die Polizei verständigen konnte. Das hatte er zuvor in einem Deeskalationstraining geübt. Für den Fall, dass der Fahrer keine Meldung über Funk absetzen kann, sind mittlerweile alle Busse mit einer Notruftaste ausgerüstet. Ein Druck auf diese löst sofort Alarm beim Einsatzleiter und der Polizei aus.

Als hilfreich erweist sich übrigens auch die Videoüberwachung in den Bussen. Mittlerweile sind alle Stadtbusse damit ausgestattet. Vandalismus ist damit im Gegensatz zu früheren Jahren kaum noch ein Problem.

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