Kundin erhebt Vorwürfe

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Kritik an der Neubrandenburger Tafel

Die Helfer bei der Neubrandenburger Tafel sortieren die Lebensmittel. Rund 25 Tonnen werden hier Woche für Woche an Bedürftige ausgegeben. 
Die Helfer bei der Neubrandenburger Tafel sortieren die Lebensmittel. Rund 25 Tonnen werden hier Woche für Woche an Bedürftige ausgegeben.
Thomas Beigang

Die Vorwürfe über die ungleiche Verteilung von Lebensmitteln treffen an der Ausgabestelle der Tafel in der Neubrandenburger Oststadt mitten ins Herz. Die Verantwortlichen wehren sich.

Die 52-jährige Neubrandenburgerin und Empfängerin von Erwerbsunfähigkeitsrente sitzt in ihrer Wohnung im Reitbahnviertel und ist sauer. Denn bei der Neubrandenburger Tafel, der Ausgabestelle für Lebensmittel an Bedürftige, gehe nicht alles mit rechten Dingen zu, klagt die Frau, die ihren Namen nicht öffentlich machen will. „Dort geht es immer ungerechter zu“, will sie festgestellt haben.

Jüngstes Beispiel: die Verteilung der leckeren Sachen unmittelbar vor Weihnachten. „Ente, Rotkohl und Klöße waren versprochen – aber nur für Haushalte, in denen mehrere Personen leben. Leute wie ich kamen da gar nicht in Frage.“ In der Tafel-Zentrale in der Oststadt liege aber noch mehr im Argen, schüttet die Frau ihr Herz aus und betont: „So wie ich denken viele Tafel-Kunden“. Denn das Allerbeste aus dem Angebot verschwinde regelmäßig in den Taschen der Mitarbeiter.

100 Enten, aber rund 1500 Kunden

Vorwürfe wie diese entsetzen Dorothee Nitsch, die Geschäftsführerin der Neubrandenburger Tafel. Denn gerade vor Weihnachten hatten sich die Verantwortlichen in der Otto-Lilienthal-Straße über einen besonderen Coup gefreut: Ein großzügiger Spediteur hatte sich nicht zum ersten Mal bereit erklärt, den Bedürftigen der Neubrandenburger Tafel 100 Enten für das Festtagsessen zu spendieren. „Es liegt doch nahe“, verteidigt Dorothee Nitsch auch drei Wochen später den Entschluss, „davon in erster Linie Familien profitieren zu lassen.“ Eben weil es „nur“ 100 Enten waren – aber rund 1500 Kunden jede Woche in die Oststadt pilgern, um hier für einen symbolischen Euro eine große Tüte Lebensmittel mit nach Hause nehmen zu können.

„Wie können nicht allen immer das Gleiche bieten“, sagt die Tafel-Chefin. Und verweist auf die Beispiele Blumenkohl oder Spargel. Denn auch wenn ausnahmsweise auch solch edles Gemüse in den Kühlzellen der Tafel auf die Abnehmer wartet, „reicht das nie für alle“, so Nitsch. Dann würden eben jene davon profitieren, die ganz vorn in der Schlange stehen.

Denn die Ersten, das weiß hier jeder, stellen sich an den Ausgabetagen Montag, Mittwoch und Freitag schon früh um sieben Uhr an die Tür – die offizielle Öffnung folgt aber erst sechs Stunden später. „Aber jeder“, macht die Tafel-Chefin gleich weiter, „bekommt sein Gemüse. Und wenn Spargel oder Blumenkohl weg sind, dann eben Möhren oder Bohnen.“

850 Euro als Grenze für Bedürftigkeit

Der Vorwurf, dass sich die Mitarbeiter an der Sortier- und Ausgabestelle die leckersten Sachen selbst einstecken, trifft das Team mitten ins Herz. „Denn allen hier stehen auch Lebensmittel von der Tafel zu“, stellt sich Dorethee Nitsch vor ihre Leute. Aber nicht, weil die hier tätig seien – sondern weil alle Ein-Euro-Jobber, die hier für die anderen schindern, und sogar die allermeisten ehrenamtlichen Unterstützer selbst zu den Bedürftigen zählen.

„Jeder, der Hartz-IV kassiert oder dessen Rente zu niedrig ist, darf hier Lebensmittel empfangen“, sagt die Geschäftsführerin. 850 Euro gelten als die Grenze, wer weniger hat, kann sich hier bedienen lassen. Und so sei es doch normal, dass auch die Helfer sich an den Ausgabetagen ihren Anteil einpacken – wie alle andern auf der gegenüberliegenden Seite der Ausgabe.

 

Kommentare (7)

Zu feige, den Namen zu nennen, aber den Mund aufreißen. Die meisten stehen an und rauchen, dafür ist Geld da.

Sehr geehrte/r Frau/Herr Feuerfuchs, wurden Sie schon gelobt, andere wegen deren Anonymität zu kritisieren? Im Regelbedarfsermittlungsgesetz RBEG §5 sind Tabakwaren für Hartz-IV-Empänger vorgesehen und einberechnet.

Und wieder zu Faul zum Nachsehen. Seit 2016 ist Tabak und Alkohol nicht mehr im Regelsatz mit einberechnet.

Regelbedarfs-Ermittlungsgesetz vom 22. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3159), das durch Artikel 2 des Gesetzes vom 22. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3159) geändert worden ist. Gültige Gesetzestexte sind keine Falschmeldung. Ich kenne auch Webseiten, wo Tabellen und Texte stehen, wo Tabak und Alkohol nicht mehr aufgeführt sind. Aber so ist nun mal das Web. Es ist eine weltumspannende Gerüchteküche.

Feuerfuchs war Harz-IV- Empfänger und hat aufgehört, zu rauchen, weil zu teuer. Ich wurde noch nicht gelobt.

dass der Weg zu lang, der Hügel zu steil und das Atmen zu schwer wurde, legte er den Arm um sie , und Sprach : Komm ins Borwinheim, und setzt, Dir an der Tafel.

Ich habe jahrelang genau dort an der Ecke gewohnt und konnte es immer beobachten wenn 3mal in Woche die Tafel Feierabend gemacht hat,die Mitarbeiter mit vollen beuteln manchmal auch sehr dreist mit einem Fahrradanhänger voll nach Hause gefahren sind. Allgemein der Zustand dort oben ist unfassbar oft im Sommer wird schon früh morgens auf der Wiese hinter dem Haus gecampt und das nicht im ruhigen Ton , sondern dass man sich fühlt wie auf dem Rummel. Wie verichten ihre Geschäfte (klein und Groß)Mal schnell im Gebüsch,Hunde werden kleffend in der sonne angebunden man wird dann noch blöd angemacht wenn man sagt oder einer der bedürftigen mit seinem Auto auf meinen bezahlten Parkplatz steht. Viele gehen dort rein lassen die tütten bis zum Plätzen füllen und sortieren dann vor der Tür aus und ja richtig es landet alles im Gebüsch. Man kann jawohl sagen was man haben mag und was nicht. Ganz ehrlich darum sollte sich die Stadt Mal kümmern vor allem weil dort viele Kinder wohnen und draussen spielen und selbst die haben oft schon Angst weil sie oft genug angeschrien werden...!!!