FELDBRAND BEI SADELKOW

"Nur knapp an einer Katatstrophe vorbei"

Der Brand eines Kornfeldes sorgte bei Sadelkow für dramatische Szenen. Die Ursache scheint inzwischen geklärt. Der Nordkurier sprach nach dem Drama mit den Betroffenen.
Mehr als 150 Feuerwehrleute waren am Freitagnachmittag in Sadelkow im Einsatz.
Mehr als 150 Feuerwehrleute waren am Freitagnachmittag in Sadelkow im Einsatz. Dennis Bacher
Die Hundehütte, der Vorgarten – verbrannt. Wenig später konnte die Flammenwalze gestoppt werden.
Die Hundehütte, der Vorgarten – verbrannt. Wenig später konnte die Flammenwalze gestoppt werden. Dennis Bacher
Einsatzleiter Drews(mitte): „Knapp an einer Katatstrophe vorbei geschrammt.”
Einsatzleiter Drews(mitte): „Knapp an einer Katatstrophe vorbei geschrammt.” Dennis Bacher
Die Flammen vernichteten einen Autohandel.
Die Flammen vernichteten einen Autohandel. Dennis Bacher
Zum Glück wurde dabei niemand verletzt.
Zum Glück wurde dabei niemand verletzt. Dennis Bacher
Feuer gelöscht, Zeit für eine Dusche.
Feuer gelöscht, Zeit für eine Dusche. Dennis Bacher
Zwei Feuerwehrmänner wurden im Einsatz verletzt.
Zwei Feuerwehrmänner wurden im Einsatz verletzt. Dennis Bacher
Sadelkow.

Als die Flammen am Freitagnachmittag in Sadelkow besiegt sind, werden die Eheleute von der Einsatzleitung zurück in ihr Haus begleitet. Der Vorgarten ist von den Flammen geschwärzt, die Hundehütte niedergebrannt. Beim ersten Gang durch die Zimmer scheinen sich die allerschlimmsten Befürchtungen nicht zu bestätigen. „Hier drinnen sieht es so aus, wie wir es hinterlassen haben”, sagt die Frau. Durchatmen.

Wohnhäuser waren erste Priorität

Das Fenster in der Küche stand während des Brands auf Kipp, es riecht nach Rauch. Die Fliegengitter an den Fenstern zur Feldseite sind verschmort, die Hauswand angesengt. „Wenn das wirklich alles ist”, findet die 50-jährige Besitzerin, müsse der Feuerwehr ein großes Lob ausgesprochen werden. Der Einsatzleiter und stellvertretender Kreiswehrführer Stephan Drews gab das Lobeswort an die tapferen Kameraden weiter. „Unsere oberste Priorität war es, die Gebäude und Wohnhäuser der Ortschaft zu schützen”, so Drews. „Dass uns das bei einem Feuer dieser Größe gelungen ist, ist einzig und allein der Motivation, Teamfähigkeit und Arbeitsbereitschaft aller Einsatzkräfte zuzuschreiben”, fügt er an. An einer Katastrophe sei man offenbar nur knapp vorbei geschrammt.

Feuer auf einem Kilometer Ausdehnung

Etwas mehr als zwei Stunden vorher, etwa gegen 14.55 Uhr, wurde die Rettungsleitstelle des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte über den Brand eines Getreidefeldes an der Bundesstraße 197 informiert. Ein Mähdrescher, der bei seinen Erntearbeiten einen Funkenflug ausgelöst hat, so heißt es mittlerweile seitens der Polizei, war wohl für den Brand verantwortlich. Als der Notruf einging verfügte das Feuer laut Polizeiinformation über eine Ausdehnung von über einem Kilometer.

Mit dem Eintreffen der Retter wurden die Anwohner am Siedlungsweg angewiesen, ihre Wohnhäuser, die nun drohten von den Flammen attackiert zu werden, schleunigst zu verlassen.Während das Wohnhaus weitgehend verschont blieb, brannte ein Autohandel beinahe komplett nieder.

Arbeitsplatz vom Feuer ruiniert

Traurig blickt der 42-jährige Schlosser des Fahrzeughandels von der gegenüberliegenden Straßenseite auf seinen ruinierten Arbeitsplatz, als die Feuerwehrleute allmählich ihre Schläuche abdrehen. Die großen Rauchsäulen habe er beim Autofahren gesehen und sofort Schlimmes befürchtet. Den Chef, so sagt er, hat er kurz nach seinem Eintreffen über die Sachlage informiert. „Gesagt hat er am Telefon nicht viel”, so der Schlosser – zu tief saß der Schock. „Jetzt kann ich erst einmal eine Kundin anrufen”, fügt er an, „und sie über ihr Auto informieren”. Er deutet dabei auf eine komplett ausgebrannte Karosserie auf dem Hof. „Scheiße gelaufen – aber wenigstens ist keiner schlimm verletzt.”

Das findet auch Holger Lüde, der Betreiber des Autohandels, der kurze Zeit später eintrifft. Über den Schaden kann sich dieser kurz nach dem Brandereignis noch kein Bild machen. „Etwa 70.000 Euro”, vermutet der Schlosser. Fakt ist: Nagelneues Werkzeug ist hinüber, ebenso wie eine kürzlich angeschaffte Auswuchtmaschine. „Und die Fahrzeuge, die nicht komplett niedergebrannt sind”, so Lüde, „sind aufgrund des Geruchs wohl auch nicht mehr zu gebrauchen.”

 

 

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