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Oberbürgermeister versucht sich als Prophet

Die Mädchen der Tanzaktion brachten beim Bürgerempfang Schwung in die Konzertkirche.
Die Mädchen der Tanzaktion brachten beim Bürgerempfang Schwung in die Konzertkirche.
Hartmut Nieswandt

Wie kann es sein, dass die Stadt mit den größten Steuereinnahmen und der höchsten Wirtschaftskraft so große Finanzprobleme hat? Das war ein Thema beim Bürgerempfang in Neubrandenburg - aber auch neue Straßenbaustellen.

Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) zeigte sich trotz einer kräftigen Erkältung tapfer. „Bewaffnet“ mit Taschentüchern trat das Stadtoberhaupt beim 24. Bürgerempfang der Stadt ans Pult und hielt eine Rede, die gefiel. „Wenn Sie immerzu klatschen, wird mir das noch auf meine Redezeit angerechnet“, befürchtete er.

Dabei schlug er durchaus kritische Töne an, wie zum Beispiel bei den Finanzen und dem Thema Finanzausgleich. „Unsere Stadt ist die Spitzenkommune bei Wirtschaftsleistung, Arbeitsplatzdichte und Steueraufkommen“, so der Oberbürgermeister stolz. Trotzdem habe die Stadt enorme Probleme gehabt, den Haushalt für 2014 auszugleichen. Schuld sei das Finanzausgleichsgesetz des Landes, merkte Paul Krüger wie schon so oft an. Durch dieses Gesetz würden die Zuwendungen vom Land für Neubrandenburg in Millionenhöhe unter der Kreisumlage liegen, die die Stadt zu berappen habe.

Gefreut habe er sich darüber, dass 2013 endlich der Grundstein für die neue Regionalschule in der Oststadt gelegt werden konnte. Damit erfolge eine dringende Investition in den „Rohstoff der Zukunft“. Besonders bei der Schulleiterin Regine Stieger bedankte sich Krüger für die Geduld, mit der sie und ihr Kollegium seit vielen Jahren im maroden Plattenbau unverzagt arbeiten.

Der Straßenbau als „zweischneidiges Schwert“ wird den Neubrandenburgern und den Pendlern auch 2014 erhalten bleiben, kündigte der Oberbürgermeister an und wurde konkret: „Der Abriss der Hochstraße wird Rieseneinschränkungen bringen. Ebenso wie die Erneuerung des Friedrich-Engels-Rings zwischen Lessingstraße und Stargarder Tor.“ Aber in diesen sauren Apfel müsse der Kraftfahrer beißen, wenn er Straßen will, die in Schuss sind.

Wie immer beim Bürgerempfang wurde das Ehrenamt gewürdigt. Stadtpräsident Günter Rühs (CDU) zeichnete sechs besonders aktive Neubrandenburger aus, die ins Ehrenbuch eingetragen wurden.