GERÜCHTE BESTÄTIGT

Oberbürgermeister Witt schmeißt Posten hin

Über die Gestaltung des Vorplatzes am Treptower Tor in Neubrandenburg wird schon länger heftig diskutiert. Wohl so sehr, dass Oberbürgermeister Silvio Witt nun Konsequenzen gezogen hat.
Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) ist aus dem Kuratorium der Bürgerstiftung ausgetreten.
Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) ist aus dem Kuratorium der Bürgerstiftung ausgetreten. NK-Archiv/ Pérez Villacampa
Die Gestaltung des Vorplatzes am Treptower Tor ist seit Monaten in der Diskussion. Eine Entscheidung scheint sich endlich anzubahnen.
Die Gestaltung des Vorplatzes am Treptower Tor ist seit Monaten in der Diskussion. Eine Entscheidung scheint sich endlich anzubahnen. Paulina Jasmer
Neubrandenburg.

Neubrandenburgs Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) hat das Kuratorium der Bürgerstiftung verlassen. Damit bestätigte er im Hauptausschuss entsprechende Gerüchte, die offenbar dem ein oder anderen Stadtpolitiker bereits zu Ohren gekommen waren. CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Schwanke hatte den Rathaus-Chef während der Sitzung direkt auf das Thema angesprochen, der Bürgermeister gab dann zu, diesen Schritt vollzogen zu haben.

Witt: Verfahrensweise in Stiftung ausbaufähig

Witt erklärte seinen Austritt mit zahlreichen Verpflichtungen und Mitgliedschaften, die sein Amt mit sich brächte. In der Anfangszeit habe sich die Bürgerstiftung noch „in der Findungsphase“ befunden. Mit den gestalteten Stromkästen oder der vierten Bücherbox sehe man nun, in welche Richtung es gehe. Witt bezeichnet aber auch die Verfahrensweise in der Stiftung als ausbaufähig, weil stets so viele Kriterien eine Rolle spielten. Derartige „Diskussionsprozesse“ könne er nicht begleiten.

Damit meinte er wohl auch die Diskussion über die Gestaltung des Vorplatzes am Treptower Tores. Dieser soll mit dem Sitzstein der Wünsche, einem neuen Baum und einer neuen Anordnung der Stühle gestaltet werden. Der Hauptausschuss der Stadtvertretung hat den Entwurf dazu einstimmig in die zweite Hauptausschussrunde kurz vor der kommenden Stadtvertretersitzung im Oktober geschoben. Die Ratsfrauen und -herren sahen es nicht mehr als notwendig an, diesen Vorschlag erneut in den Fachausschüssen zu erörtern.

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Mitte September hatte Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) den Entwurf zur Errichtung eines Kunstwerkes von der Tagesordnung der vergangenen Ratsversammlung genommen. Dieser sah vor, nicht den Sieger des Ideenwettbewerbs, „Weg zum See“ von Sylvester Antony, zu realisieren, sondern den drittplatzierten „Sitzstein der Wünsche“ – der Favorit aus dem Rathaus. Nach Kritik aus der Stadtvertretung sagte Witt zu, noch einmal auf die Ratsfrauen und -herren zuzugehen. Den Vorwurf von Intransparenz wollte er nicht so stehen lassen. Immerhin hatte der Entwurf die komplette Ausschussrunde durchlaufen und die Planung sei bereits im Mai vorgestellt worden, hieß es.

Kräftezehrende Diskussionen und Eitelkeiten bei der Bürgerstiftung?

Witt zeichnete im Hauptausschuss erneut den Werdegang des Ideenwettbewerbs und der damit verbundenen Entscheidungen nach, erläuterte, dass der Sieger eines Ideenwettbewerbs nicht auch zwangsläufig derjenige sein muss, dessen Idee dann umgesetzt wird. Im Falle des Erstplatzierten wäre dies gar ziemlich überdimensioniert gewesen. Der Künstler Sylvester Antony hatte hohe und üppige Formen vorgesehen. Dass diese Idee womöglich an anderer Stelle realisiert werden könnte, steht auf einem anderen Blatt.

Im Zuge der Corona-Krise war dann in Gernot Kunzemann, Mitglied in der Jury des Ideenwettbewerb sowie im Kuratoriums der Bürgerstiftung, der Wunsch gereift, den „Sitzstein der Wünsche“ von Günter Kaden zu spenden – als ein positives Signal in Corona-schweren Zeiten.

Die Ausführungen Witts im Hauptausschuss ließen vermuten: Der Auswahl des Kunstwerks ging im Kuratorium offenbar ein langes Tauziehen voraus. Der Rathaus-Chef deutete zahlreiche kräftezehrende Diskussionen an. Vom Kuratorium war zu dem Thema niemand zu erreichen. CDU-Ratsherr Hans-Jürgen Schwanke meinte dazu, dass es wohl „um einen Großteil von Eitelkeiten bei der Bürgerstiftung“ gehe.

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Kommentare (8)

Qualitätsjournalismus

Die Überschrift fängt mit "Oberbürgermeister" an, da wird's wohl kaum das Amt sein, da über etwas aus der Vergangenheit berichtet wird.

völlig richtig, einen Entwurf ohne Realitätssinn (SA) nicht zu verfolgen. Ab damit in die (unterste) Schublade.

vom beruf her war OB Silvio Witt ja zuvor Stand-Up-Comedian im HKB und deshalb auch äußerst beliebt. Nach! der OB-Wahl dann das Outing und die Hochzeits-Rundfahrt im Auto-Corso um den dreispurigen Neubrandenburger Stadtring, und der seit 2018 stattfindende CSD in Neustrelitz bei Bürgermeister Andreas Grund, dann 2019 in Neubrandenburg, sogar 2020 fand der CSD statt mit ca. 200 Teilnehmern, diesmal in Neustrelitz wieder, gerade dieser Umzug wurde von den Behörden erlaubt, alles aber auch alles andere verboten!
[Frage d. Red.: Welche Veranstaltungen sind verboten worden?]

In Neubrandenburg spazieren jeden Montag Menschen um den Ring...

von einer LGBT-Connection regiert, hier im sogenannten Wertewesten (USA, EU, UK, Commonwealth Staaten, UNO, WHO, Weltbank u.a.)?

Insbesondere Trump und Johnson sind sehr LGBT. Kann man eindeutig an deren Frisuren erkennen.

In Deutschland herscht ja die Meinungsfreiheit...
[Das ist korrekt. Und hier auch Regel Nr. 1 unserer Netiquette, die uns solche diffamierenden Kommentare entfernen lässt. Die Red.]