Dritter Prozess
Öffentlichkeit muss im Prozess um Sarah H. draußen bleiben

Die Fußfesseln des Angeklagten im Prozess um den Tod an Sarah H.
Die Fußfesseln des Angeklagten im Prozess um den Tod an Sarah H.
Bernd Wüstneck (Archiv)

In der dritten Auflage des Prozesses um den gewaltsamen Tod von Sarah H. hat das Gericht erneut die Öffentlichkeit vor die Tür gesetzt.

Der neue Prozess um den Foltertod einer jungen Frau aus Alt Rehse  am Landgericht Neubrandenburg wird hinter verschlossenen Türen geführt. Richter Henning Kolf begründete den Ausschluss der Öffentlichkeit am Dienstag damit, dass es um eine dauerhafte Unterbringung des 53 Jahre alten Angeklagten in einem psychiatrischen Krankenhaus gehe. Das Urteil, soll öffentlich verkündet werden. Den Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit hatten die Verteidiger des Angeklagten gestellt.

Der Angeklagte hatte Polizisten berichtet, dass das Opfer Sarah H. im Frühsommer 2016 in seinem Haus im Streit nackt an ein Bett gefesselt wurde. Dann habe er seine damalige Lebensgefährtin mit einer Peitsche misshandelt und ohne Essen und Trinken liegengelassen, bis sie starb. Die Leiche wurde nur durch Zufall gefunden – stark verwest.

Ist der Angeklagte „vermindert schuldfähig”?

Dafür war er 2017 wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Verteidigung legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf und ordnete eine Neuverhandlung an.

Nun soll geprüft werden, ob der Beschuldigte zur Tatzeit wegen seines Gesundheitszustands ganz schuldunfähig war. Das Landgericht hatte ihn damals nur als „vermindert schuldfähig“ eingeschätzt. Der Informatikfachmann hatte die 32-Jährige aus Rheinland-Pfalz via Internet kennengelernt. Die Frau war zuvor in der TV-Show "Schwer verliebt" aufgetreten. Der Beschuldigte fühlte sich damals verfolgt.