MUSIK-PROJEKT

▶ Oldie-Sänger bastelt an neuer Hymne für Union Berlin

Mit „Ohio Express“ tourte er durch die Welt, nun ist Gary Garrison in Neubrandenburg gelandet. Und will hier ein Werk schaffen, das künftig auf Fußballplätzen mit Inbrunst gesungen wird.
Gary Garrison, einst Sänger der Band „Ohio Express“ verfolgt neue Musik-Projekte.
Gary Garrison, einst Sänger der Band „Ohio Express“ verfolgt neue Musik-Projekte. Tim Prahle
Aktuell produziert er eine neue Hymne für den 1. FC Union Berlin. Tatkräftige Unterstützung gibt es dabei unter
Aktuell produziert er eine neue Hymne für den 1. FC Union Berlin. Tatkräftige Unterstützung gibt es dabei unter anderem von der Neubrandenburger Band „B96“ in deren Proberaum. Tim Prahle
Der „Altmeister” ist aber nicht so schnell zufrieden zu stellen.
Der „Altmeister” ist aber nicht so schnell zufrieden zu stellen. Tim Prahle
Es wurde nicht nur gemeinsam gesungen, sondern auch gegrillt und gefeiert.
Es wurde nicht nur gemeinsam gesungen, sondern auch gegrillt und gefeiert. Tim Prahle
Neubrandenburg ·

Bei Grillabend-Atmosphäre zog einer die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Und nicht nur, weil er sich farblich absetzte. Gary Garrison ist auch mit knapp 70 Jahren jemand, der gemeinhin als „Stimmungskanone“ bezeichnet wird. Gut gelaunt mit dem Nebenmann frotzelnd, gibt er nur zu gerne einen Einblick in sein bewegtes Leben. In den Achtzigern stieß der Deutsch-Amerikaner zu „Ohio Express“, jener Band, die 1968 mit dem Hit „Yummy Yummy Yummy“ einen wohl unvergesslichen Ohrwurm schuf.

 

 

 

Eng verbunden mit Bandgründer Doug Grassel, ging er mit Ohio Express weiter auf Tour. Und sagt heute: „Die schönste Zeit war in Neubrandenburg“. Der Ring und die Tore hätten ihn „gekriegt“, die Stimmung im Jahnsportforum sei unvergesslich gewesen, auch verliebt habe er sich hier. Nun sei er vor vier Wochen ins Katharinenviertel gezogen. Die Stadt hat ihn wieder, schon einmal wohnte er hier – ebenso wie Doug Grassel.

Band B96 hilft beim Stadion-Gesang

Gary Garrison, der eigentlich den Namen Gerd Rochelle trägt, ist kein normaler Rückkehrer. Das zeigt schon das Projekt, das er er hier verfolgt. Er will eine neue Stadion-Hymne für den Bundesliga-Club 1. FC Union Berlin aufnehmen. Das Lied ist bereits geschrieben, was fehlte, ist der Stadion-Gesang, der von Laien gerne mal als Gegröle abgetan wird. Für so etwas reicht auch die Energie eines Alleinunterhalters wie Garrison nicht ganz aus.

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Über Maik Ohlenforst, eigentlich Hansa-Rostock-Fan, wurde ein Kontakt zur Band „B96“ geknüpft. Zwischen Garnison und der B96 passte es. „Wir standen jetzt schon mal kurz zusammen auf der Bühne, da war er direkt wieder 30 Jahre jünger“, sagte Bandmitglied Gunnar Rühlemann über Garrison.

Auch Nina Hagen soll mitmachen

In der Heimstatt der Band in der Warliner Straße wurde am Wochenende mit der Kraft von zehn freiwilligen Kehlen der Refrain aufgenommen. „Uuunion. Let‘s go for Union in Berlin!“ Textlich und melodisch eingängig, doch wirklich zufrieden zeigte sich der Altmeister mit seinem Chor noch nicht. „Das Wort heißt Timing!“, mahnte er. Immer und immer wieder wurde das Lied neu angestimmt. An Geduld fehlte es Garrison nicht. „Ich hab auch schon mit Kindern was aufgenommen“, sagte er schmunzelnd abwinkend.

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Für die komplette Aufnahme wolle er noch die „Glitter Band“ aus Großbritannien nach Neubrandenburg holen. Auch Nina Hagen solle vielleicht gefragt werden, ob sie mitmachen möchte. Nach Jahrzehnten im Showgeschäft sei man ja doch ganz gut vernetzt.

Bei Union gibt man sich eher zurückhaltend

Von Nina Hagen stammt die aktuelle Hymne vom 1. FC Union Berlin. Und in der Pressestelle des Vereins macht man dann auch schnell deutlich, dass man mit dieser sehr zufrieden ist. „Wir wollen gar keine Hymne und haben auch keine im Auftrag gegeben“, sagte eine Union-Sprecherin auf Nordkurier-Anfrage. Aber jeder sei frei, Lieder über den Verein zu schreiben.

Die aktuelle Hymne solle ja auch keineswegs ersetzt werden, setzt Garrison dem entgegen. Aber wie kam er dann auf das Projekt? „Mir war eben danach“, sagte der gebürtige Kölner, der einst auch in Köpenick, dem Unioner Ortsteil, wohnte. Und er sei gut bekannt mit einem Manager des Vereins, der selbstredend auch Bescheid wisse. Nur ganz so offiziell sei es eben noch nicht.

Und dann noch eine für Hansa Rostock

„Als nächstes machen wir dann eine Hymne für Hansa Rostock“, kündigte Garrison trotzdem unbeirrt mit einem schelmischen Grinsen an. Damit dürfte er sich in seiner neuen Heimat gleich noch ein paar Freunde mehr machen. Obwohl der aufgeweckte End-Sechziger damit ohnehin keine Probleme haben dürfte.

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Kommentare (1)

Neue Hymne für Union - Was für ein Spinner !

Wenn eine Hymne unersetzbar ist, das Diese, das sollte man ihm sagen.