KANU, TRIATHLON, SEGELN

Olympiastützpunkte in MV doch weiter gefährdet

Anfang September wurde bekannt, dass die Trainingszentren in Neubrandenburg und Warnemünde schließen könnten, dann kam die Entwarnung. Doch es scheint nur eine Rettung auf Zeit zu sein.
Andreas Becker Andreas Becker
Das waren noch Zeiten: Der Neubrandenburger Kanute Andreas Dittmer gewann 2004 Gold.
Das waren noch Zeiten: Der Neubrandenburger Kanute Andreas Dittmer gewann 2004 Gold. Gero_Breloer
Neubrandenburg.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle: Anfang September wurden Pläne bekannt, nach denen die Olympiastützpunkte Neubrandenburg (Kanu, Triathlon) und Warnemünde (Segeln) geschlossen werden könnten. Anschließend wurde gebangt, gehofft und gesprochen, am Ende wurde Entwarnung gegeben – die Leistungszentren sollen bleiben. Vorerst, bis 2020.

Um es mit Eckhardt Rehberg, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Haushaltsausschuss, zu sagen: „Wir haben uns zwei Jahre Zeit gekauft.“ Die jetzt gefeierte Rettung beinhaltet ein großes Aber. Und dieses Aber ist in einem 24-seitigen Papier des Bundesrechnungshofes (BRH) ausführlich beschrieben – und wird vom Bundesinnenministerium, dort ist die Sportförderung angesiedelt, inhaltlich weitgehend mitgetragen.

Medaillengewinne liegen lange zurück

Im Bericht des BRH, der dem Nordkurier vorliegt, heißt es unter anderem: „Gefördert werden sollen nicht mehr die Erfolge der Vergangenheit, sondern die Chancen für die Zukunft.“ Bedeutet beispielsweise für den Olympiastützpunkt Neubrandenburg: Die Zeiten der ergiebigen Medaillengewinne liegen lange zurück.

Hatte die Generation um die Kanuten Andreas Dittmer und Martin Hollstein von den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta bis zu den Olympischen Spielen in Peking im Jahr 2008 die Goldgarantie mit im Boot, ist die Ausbeute seitdem eher bescheiden. Martin Hollstein gewann im Jahr 2012 in London noch eine Bronzemedaille, seitdem übt sich die frühere Medaillenschmiede in Kurzarbeit.

Ziel sei es jetzt, so heißt es vom Bundesrechnungshof, die Kaderzahlen in Bundes- und Olympiastützpunkten zu reduzieren, „um im Sinne der Exzellenz gezielter fördern zu können“. Dazu soll ein Exzellenzcluster gebildet werden. „In diesem Cluster werden sich gut aufgestellte Sportarten und Disziplinen mit konkretem Medaillenpotenzial wiederfinden. Sie sollen möglichst optimal mit grundsätzlich 100 Prozent des geprüften und für sachgemäß erachteten Bedarfs gefördert werden.“

CDU-Politiker: „Da muss jetzt mehr rauskommen“

Weiter soll es ein Potenzialcluster geben: Hier zugeordnete Disziplinen bewegen sich im Mittelfeld der Bewertungen. Für sie wird individuell festgelegt, in welchem Bereich und in welcher Höhe gefördert wird. Es können sowohl Mittel für einzelne Athleten und/oder für Nachwuchsmaßnahmen als auch für Strukturverbesserungen festgelegt werden.

Am Ende der Kette steht ein Cluster „mit wenig oder keinem Potenzial“. Dazu gehörende Disziplinen können grundsätzlich nicht mit einer dauerhaften Spitzensportförderung rechnen. Und, ebenfalls Teil der Forderungen aus dem Innenministerium: Die Anzahl der Bundesstützpunkte soll um 20 Prozent sinken, Olympiastützpunkte sollen pro Bundesland nur noch einen gemeinsamen Träger haben.

Konsequenz für die Leistungszentren im Nordosten: Es muss geklotzt werden – Erfolge müssen her. „Da muss jetzt einfach mehr rauskommen“, macht Rehberg deutlich, verweist auf Engländer, Kanadier sowie Australier und deren erfolgreiches Fördersystem. Gleichzeitig spielt der Christdemokrat den Ball an die in Mecklenburg-Vorpommern für den Sport zuständige Ministerin Birgit Hesse (SPD): Die müsse jetzt mit dem Landessportbund und den beteiligten Standorten in Neubrandenburg und Warnemünde ein Entwicklungskonzept vorlegen. Das sei Voraussetzung, um die Stützpunkte auch nach 2020 zu erhalten.

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Kommentare (2)

Kein Geld mehr für Sport!
Es kommen noch mehr Flüchtlinge,da ist es sinnvoller investiert, für neue Smartphones und Messer und für Luxuskarossen mit denen man seine Harz 4 Unterlagen zum Amt bringt und sein Geld nach Hause holt.

Nach soviel Blamage der Fußballer, sollte man die Förderung mit sofortiger Wirkung einstellen. Erstens verdienen die schon genug Geld und zweitens gibt es im Fernsehen schon genug irre Sendungen wie DSDS ect. da braucht man nicht auch noch das Rasenkaspertheater ohne Leidenschaft fürs Vaterland!