SICHERHEITSPROBLEM

Ordnungsamt verstärkt auf Neubrandenburgs Marktplatz unterwegs

Das Ordnungsamt zeigt Dauerpräsenz in der Innenstadt. Auch der Problem-Marktplatz ist im Fokus. Einige Funde scheinen das zu belegen.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
14 Tage lang ist das Neubrandenburger Ordnungsamt verstärkt in der Innenstadt unterwegs, um auf dem Marktplatz und den Fu
14 Tage lang ist das Neubrandenburger Ordnungsamt verstärkt in der Innenstadt unterwegs, um auf dem Marktplatz und den Fußgängerzonen nach dem Rechten zu schauen. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Das Ordnungsamt in Neubrandenburg rüstet auf, zumindest teil- und zeitweise. Aufgrund der in den vergangenen Monaten aufgekommen Diskussion um Ordnung und Sicherheit in der Stadt hat Jörg Schmiedel „14 Tage Dauerpräsenz angeordnet”, sagt der Abteilungsleiter Ordnung, Verkehr und Gewerbe bei der Stadt.

Und so haben die Mitarbeiter vor allem die Innenstadt im Blick. In der Fußgängerzone in der Treptower Straße befassen sie sich oft mit Verkehrssündern, die ihre Autos verbotenerweise in die Fußgängerzone in der Treptower Straße abgestellt haben. Höflich, aber bestimmt werden die Fahrer zur Rede gestellt: „Guten Tag, Ordnungsamt Neubrandenburg“, stellen sich die Mitarbeiter vor.

Mit Sondergenehmigung in die Fußgängerzone

Was dann als Reaktion der Ertappten manchmal folgt, lässt auf keine gute Kinderstube schließen: Einige zeigten sich zwar einsichtig bis reumütig, es werde aber auch oft beleidigt, gedroht und sogar gespuckt, erzählt einer der eingesetzten Ordnungsamtsmitarbeiter: „Wir haben alles schon erlebt.“

Wer erwischt wird, bekommt eine kostenpflichtige Verwarnung, 20 Euro werden fürs Einfahren fällig, 30 Euro muss berappen, wer dort parkt und aussteigt. „Manche wollen nur schnell ein Brot holen“, sagt einer der Ordnungsamtsmitarbeiter. Seine Kollegen und er müssen allerdings genau hinschauen, denn einige Autofahrer dürfen berechtigterweise in die Fußgängerzone fahren und dort parken.

Neben Lieferverkehr zu bestimmten Zeiten kann auch eine Handvoll Anwohner durch die Treptower Straße rollen, eine Sondergenehmigung gibt es auch für Kunden des Mediamarkts, die an der dort gelegenen Warenausgabe sperrige Artikel abholen wollen, für die sie aber einen Abholschein vorweisen müssen. „Es gehe darum, ein realistisches Bild zu bekommen“, sagt Schmiedel, der erste Ergebnisse am 23. September im neuen Stadtvertretungsausschuss für Umwelt, Ordnung und Sicherheit vorstellen will.

Messerähnliche Gegenstände gefunden

In den ersten Tagen der seit vergangenen Montag laufenden Dauerüberwachung wurden im Schnitt 20 Autofahrer beim ordnungswidrigen Parken erwischt, jeweils gut ein Dutzend wurden fürs Befahren der Fußgängerzone oder den Versuch der Einfahrt zur Kasse gebeten. Registriert werden am Tag auch jeweils etwa 10 Kunden des Mediamarkts.

Die Aktivität des Ordnungsamts beschränkt sich nicht nur auf den Verkehr. Schon seit längerem gibt es nach mehreren Gewaltvorfällen in den Abendstunden zusätzliche gemeinsame Streifen mit der Polizei, die ihre Präsenz ebenfalls verstärkt hat. Offenbar mit Erfolg, ein Ordnungsamtsmitarbeiter berichtet, dass teilweise „messerähnliche Gegenstände“ gefunden worden seien. Laut Polizei konnten bei Personenkontrollen zudem in geringen Mengen Betäubungsmittel konfisziert werden.

Einen Wermutstropfen hat die temporäre Dauerpräsenz des Ordnungsamts in der Innenstadt allerdings. Da nicht ausreichend Personal zur Verfügung steht, gehe dies nur unter der zeitweisen Vernachlässigung anderer Schwerpunkte, wie Behördenchef Schmiedel zu bedenken gibt. „Ich kann nur die Leute einsetzen, die da sind.“ Eine zumindest kleine personelle Aufstockung soll aber kommen und ist Thema in den anstehenden Haushaltsgesprächen.

 

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m.hertrich@nordkurier.de

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Kommentare (3)

Mir stellt sich die Frage, was sind "messerähnliche Gegenstände" ? Solche Gegenstände kennt das Gesetz nicht. Zudem stellt sich die Frage, wie kommen diese Gegenstände - vermutlich keine Küchenmesser-in den Besitz der Mitarbeiter des Ordnungsamtes? Gefunden, glaube ich nicht.
Insofern geht die Kritik auch an den NK wegen schlechter Recherche, investikativer Journalismus sieht anders aus. Könnte von der B.ld-Zeitung stammen.

Die Gegenstände wurden vermutlich bei Personenkontrollen von Polizei + Ordnungsamt konfisziert. Liest sich jedenfalls so. Und messerähnlich wären z. B. Schraubenzieher uÄ. Primär wird das Stechen, nicht das Schneiden in den Vordergrund gestellt, deshalb Hieb- und Stichwaffen.

Das Fazit der ganzen Aktion ist also: Pöbelnde Falschparker als asoziales Vorbild für ein paar Kiffer und ein journalistisch unidentifizierbares Heimwerkerset.

Klingt nicht wirklich nach dem Görlitzer Park, den man suggieren wollte.

Ich musste gestern erleben wie ein Flüchtling im fließenden Verkehr die Straße überquerte und noch lachend auf dieser stehen blieb. Die Autos wurden so zur Vollbremsung gezwungen und das Leben der Verkehrsteilnehmer absichtlich gefährdet bzw. ganz bewust in Gefahr gebracht. Auf dem Marktplatz ist also bald alles schon und an allen anderen stellen dürfen dann die Flüchtlinge mit dem Leben unserer Bürger spielen, tolle Aussichten in dieser Stadt. Auf sein Verhalten angesprochen rastete dieser dann völlig aus, drohte und schrie Minuten wie ein wildes Tier. Viele unser Bürger schauten einfach nur zu.