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Ort für Gedenken gefunden

Vor der Bootsinsel im Kulturpark soll der neue Gedächtnisort an die Suizidopfer erinnern. 
Vor der Bootsinsel im Kulturpark soll der neue Gedächtnisort an die Suizidopfer erinnern.
Thomas Beigang

Die Entscheidung über den Ort, an dem 3000 gespendete Blumen blühen sollen, ist gefallen. Nah am See, zur Erinnerung an die vielen Toten.

Auf der Rasenfläche zwischen hohen Bäumen und der Bootsinsel im Kulturpark soll der Gedächtnisort entstehen, der an die vielen Neubrandenburger erinnern soll, die aus Verzweiflung oder Scham nach Vergewaltigungen zum Kriegsende 1945 den Freitod im See gesucht haben. Das teilte Viola Brentführer aus der Stadtplanungs-Abteilung des Neubrandenburger Rathauses mit. Auf dem Rasen sollen die Blumen gepflanzt werden, die Stele in unmittelbarer Seenähe entstehen.

Der Neubrandenburger Uwe Schmucker hatte im Frühjahr angeboten, der Stadt Neubrandenburg Tausende Blumenzwiebeln zu schenken. Die sollten, so der Wunsch des potenziellen Spenders, im Kulturpark in der Nähe des Seeufers gepflanzt werden. Schmucker hat seine Gründe für die Wahl des Ortes. Der Mann, Mitglied in der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, hat davon gehört und darüber gelesen, dass in dem kalten Wasser des großen Sees im April und Mai 1945 viele Neubrandenburger gestorben sind.

Das letzte Wort über den geplanten Gedächtnisort ist allerdings noch nicht gesprochen. Auf einer der nächsten Sitzungen der Stadtvertretung müssen die Neubrandenburger Ratsfrauen und Ratsherren laut ihrer eigenen Satzung darüber abstimmen, ob sie die Spende ihres Mitbürgers auch annehmen wollen.