Umweltschutz
Paddler fischen Tresor und Müll aus Tollense

In den Booten der Neubrandenburger Paddler stand bei Ankunft in Woggersin hoch der Plastikmüll. Die SCN-Kanujugend hatte die Aktion zum wiederholten Male organisiert. Unterstützung kam von der SCN-Abteilung der Wasserwanderer.
In den Booten der Neubrandenburger Paddler stand bei Ankunft in Woggersin hoch der Plastikmüll. Die SCN-Kanujugend hatte die Aktion zum wiederholten Male organisiert. Unterstützung kam von der SCN-Abteilung der Wasserwanderer.
Mirko Hertrich

Beim Reinigen der Tollense von Plastikmüll haben Paddler einen erstaunlichen Fund gemacht. Bei der gemeinsamen Aktion entdeckten sie einen Tresor, dessen Herkunft Rätsel aufgibt.

Beim „Frühjahrsputz“ der Tollense rückten die Paddler bei der diesjährigen Aktion dem Plastikmüll gleich von drei Seiten aus zu Leibe. In Neubrandenburg, Woggersin und Burg Klempenow stachen Mitglieder von Vereinen sowie private Tourenanbieter „in See“, um unliebsame Hinterlassenschaften aus dem Wasser zu fischen, damit der Fluss zwischen Neubrandenburg und Demmin wieder ein möglichst gutes Bild abgibt. Dabei wurden nicht nur große Mengen an Plastikmüll und anderen unschönen Abfällen entfernt.

Feuerwehr-Kameraden sichern schweren Fund

Den Sensationsfund des Tages machte Traugott Friedrich aus Werder. In Klempenow gestartet, entdeckte er im Abschnitt zwischen Alt Tellin und Broock einen verschlossenen Tresor im Schilfgürtel eines toten Arms der Tollense. Die herbeigerufenen Feuerwehrleute der Wehr Kruckow-Schmarsow bargen den gut 100 Kilogramm schweren Metallkasten.

„Vier bis fünf Mann haben ihn rausgeholt“, sagt Ricardo Kobernuhs. So einen Fund mussten seine Kameraden noch nie sichern, meinte der Wehrführer und muss selber schmunzeln. Wie sich schnell herausstellte, beinhaltete er auch keinen Schatz, kein Geld oder andere Wertsachen. Vielleicht waren die mal drin, doch zeigte sich der Safe an der Rückwand bereits aufgeflext. In den kommenden Tagen wollen Beamte des Kriminaldauerdienstes der Anklamer Polizei den Tresor untersuchen, wie Pressesprecher Andrej Krosse mitteilte.

Bei der Reinigungsaktion am Samstag waren rund 40 Sportler in ihren Kanus und Kajaks auf der Tollense unterwegs. Zum ersten Mal hatten sich dabei Sportvereine und auch kommerzielle Anbieter abgestimmt. In Neubrandenburg wurde das große Reinemachen organisiert von der Kanujugend des Sportclubs Neubrandenburg (SCN). Unterstützung kam dabei noch von den SCN-Abteilung Wasserwandern. Von Woggersin aus machten sich Freizeitsportler vom Sportverein Woggersin auf den Weg. Zeitgleich begaben sich die Paddler von der Kanustation Klempenow und dem Kanuverleih MV aufs Wasser.

Mitbürger sollen zum Umdenken angeregt werden

Nach den Reinigungsaktionen der vergangenen Jahre hatten die Neubrandenburger Wassersportler zunächst gehofft, weniger Müll zu finden. Schnell nach dem Start war aber klar, dass dies ein frommer Wunsch bleiben sollte. In regelmäßigen Abständen fanden sich im Wasser sowie in Uferbereichen Plastik- und Glasflaschen, Tüten und Planen, Schuhe, ganze Plastikwannen und Bierkisten. Die vielen Autoreifen konnten nicht geborgen werden, auch weil schon allerlei Getier dort Unterschlupf gefunden hat.

Mit der gemeinsamen Aktion wollen die Wassersportler Mitbürger zum Umdenken bewegen und unterstreichen, dass sie aktiv etwas für den Umweltschutz tun. Am Ende haben die verschiedenen Gruppen jeweils mehrere Säcke Müll aus dem Fluss gefischt. In der Viertorestadt hat sich in diesem Jahr die Stadt bereit erklärt, den gesammelten Abfall zu entsorgen.