GARTEN

Pacht für Kleingärten in Neubrandenburg soll erheblich steigen

Neubrandenburg will die Pacht für Kleingärten deutlich anheben. Erste Reaktionen der Kleingärtner fallen nicht gerade begeistert aus.
Susanne Schulz Susanne Schulz
In den Neubrandenburger Gartenanlagen könnte in den nächsten Monaten verstärkt über Geld diskutiert werden.
In den Neubrandenburger Gartenanlagen könnte in den nächsten Monaten verstärkt über Geld diskutiert werden. Susanne Schulz
Neubrandenburg.

In Kleingartenanlagen auf städtischem Territorium müssen die Gärtner auf eine Anhebung des Pachtzinses gefasst sein. In den nächsten Wochen werde die Stadt eine Anpassung der seit 1998 geltenden Sätze auf den Weg bringen, kündigt Dirk Schwabe vom städtischen Eigenbetrieb Immobilienmanagement an.

Als Grundlage dient das Bundeskleingartengesetz, dem zufolge für Kleingärten „das Vierfache der ortsüblichen Pacht für gewerbsmäßigen Obst- und Gemüseanbau“ erhoben werden darf. Letztere wurde vom Land für Neubrandenburg zuletzt auf 3 Cent festgesetzt; für Kleingärten wird bislang mit 6 Cent pro Quadratmeter das Zweifache erhoben.

Pachterhöhung kann zu Leerstand führen

Nach Erwägungen, den Pachtzins zunächst auf 9 Cent pro Quadratmeter zu erhöhen, werde nun aber doch die Option favorisiert, das Limit von 12 Cent auszuschöpfen, erklärt Schwabe.

Im Neubrandenburger Kleingartenbeirat habe der Vorschlag ein „ambivalentes Echo“ gefunden, berichtete Schwabe im Betriebsausschuss der Stadtvertretung, der in erster Linie mit dem Thema befasst sein wird. Ausschussmitglied Reiner Wieland (Die Linke) zeigte sich skeptisch: Eine Erhöhung könne zu mehr Leerstand führen und die Motivation zum Gärtnern mindern, befürchtet er.

Neubrandenburger Gärtner sind nicht erfreut

Auch beim Regionalverband der Gartenfreunde haben sich bereits erregte Spartenvorsitzende gemeldet, bestätigt Fachberater Dieter Gärtner. Ihnen werde empfohlen, sich mit ihren Sorgen an die Stadtvertreter zu wenden, die ja letztlich über die Erhöhung entscheiden müssen.

Zugleich sind sich die Verbandsakteure bewusst, dass auch der verdoppelte Pachtzins noch moderat ausfällt: Angesichts der durchschnittlich kaum 300 Quadratmeter großen Parzellen seien derzeit in der Regel unter 20 Euro jährlich zu entrichten – was dem Vergleich mit Beiträgen anderer Vereine allemal standhalte.

Die bislang erzielten Einnahmen von 86 000 Euro jährlich sollen mit der Pacht-Anpassung nun also verdoppelt werden. Dem Verband ist an baldiger Gewissheit gelegen, um seine Wirtschaftsplanung für 2020 verlässlich gestalten zu können. Schwabe zufolge soll der Betriebsausschuss der Stadtvertretung in seiner nächsten Beratung am 24. September über den Vorschlag befinden.

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Kommentare (6)

36€ kostet dann eine 300m2 Parzelle das denke ich ist doch bezahlbar in einem Jahr. Zumal die Stadt auch den Vereinen bei Leerstand entgegen kommt. Auf den regulären Markt wäre die Pacht um das 100fache Höher.

der Pacht wegen gewerbsmaessigen Obst und Gemueseanbau. Wo bitte schön darf ich nach dem Bundeskleingartengesetz gewerbsmaessigen Obst und Gemüse abbauen? Ganz schlechte Begründung für eine Pacht Erhöhung. Da hätte ein Wiederspruch Aussicht auf Erfolg. Solch unsinnige Rechtsauslegung machen Politiker doch ganz Sympathisch, oder? Aber vielleicht braucht der Bürgermeister das Geld ja um die Stadt sicherer zu machen.

Hallo Herr oder Frau HP, es geht um die "ortsübliche Pacht für Obst- und Gemüseanbau". Die Pacht, die laut Bundeskleingartengesetz erhoben werden darf, orientiert sich an dieser Pacht, die aber eben nichts mit Kleingärten zu tun hat.

Viele Grüße, Christoph Schoenwiese

Hallo Herr Schoenwiese,
Im Artikel ist die Rede von einer Pachterhöhung wegen gewerbsmäßigen Anbau. Die Stadt unterstellt allen Pächtern diese Handlungsweise und beabsichtigt aus diesem Grund eine Pachterhöhung.Im Artikel der Absatz 2,Satz1.
Im Bundeskleingartengesetz ist ein gerwerbsmässiger Anbau von Obst und Gemüse aber ausgeschlossen. s. Bundeskleingartengesetz §1Absatz 1, Ziffer 1. Insofern liegen Sachfremde Erwägungen für eine Pachterhöhung zugrunde und dies kann man Anfechten.
Gerwerbsmässig ist jede Tätigkeit die auf Gewinnerziehlung abzielt,dabei ist es aber völlig unbedeutend ob Gewinne erzielt werden. s. Gewerbeordnung. Nach dem Bundeskleingartengesetz Unterliegt der Pachtgarten aber der kleingärtnerischen Nutzung.

mehrfach lesen. Da ist die Rede das bei Gewerblich genutzen flächen eine Pacht von 3 Cent erhoben werden darf . Und die Pach für nicht gewerbliche Flächen (Gärten) 4 mal höher sein darf also maximal 12 cent .

In Rostock beträgt die Pacht 16,2 Cent. Das sollte die Neubrandenburger Stadtverwaltung genauso machen. Dann ist auch erstmal Ruhe für die nächsten Jahre. Keiner kann erwarten das die Gemeinden nicht von dem steigenden Pachtpreisen profitieren zu können. Gegenüber privaten Gartenland ist die Pacht dann immer noch erschwinglich im Jahr bisschen mehr als 50€ ist doch weiterhin Geschenkt.