Ein Waffenbesitzer aus Neubrandenburg musste sich vor Gericht verantworten, weil er unverantwortlich mit einer Waffe umgegange
Ein Waffenbesitzer aus Neubrandenburg musste sich vor Gericht verantworten, weil er unverantwortlich mit einer Waffe umgegangen sein soll. Nun ist das Urteil rechtskräftig. Patrick Pleul
Urteil rechtskräftig

Party mit Waffen – Tausende Euro Strafe für Neubrandenburger

20 Monate nach einem Vorfall mit einer Waffe in Neubrandenburg hat die Angelegenheit ihr juristisches Ende gefunden. Ein Jäger und Anwalt muss eine hohe Geldtrafe zahlen.
Neubrandenburg

Ein Neubrandenburger Rechtsanwalt muss wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz eine Geldstrafe in Höhe von 3500 Euro zahlen. Das bestätigte am Donnerstag ein Sprecher des Landgerichts in der Vier-Tore-Stadt. Damit ist das Urteil des Neubrandenburger Amtsgerichts wegen des „Überlassens einer erlaubnispflichtigen Schusswaffe an eine nicht berechtigte Person“ rechtskräftig. Geahndet werden kann das mit einer Geldstrafe oder sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren. Sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft hatten ihren Widerspruch gegen das Amtsgerichts-Urteil zurückgezogen.

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Die Tat hatte sich bereits im Februar 2021 ereignet. Angetrunkene Personen hatten im Neubrandenburger Nachtjackenviertel mit einem Gewehr am Fenster hantiert und damit einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Beamten des Polizeihauptreviers Neubrandenburg erhielten damals von ihren Kollegen der Bundespolizei die Information, dass eine Person aus einer Wohnung in der Robert-Blum-Straße heraus mit einer Waffe gezielt habe. Dass dies überhaupt entdeckt wurde, war wohl einem puren Zufall zu verdanken: Die Bundespolizisten waren just in dem Moment in einem zivilen Fahrzeug auf Streifenfahrt, als sie eine schwarze Langwaffe mit Zielfernrohr in einem Fenster des Mehrfamilienhauses bemerkten, hieß es.

Angetrunkene hantierten mit Jagdgewehren

Als die Polizisten ihr Fahrzeug stoppten, war ihren Angaben zufolge eine Frau am Fenster zu sehen. Die Beamten sollen damals die Dame nach der Waffe gefragt haben, die schloss allerdings schnell das Fenster. Die Polizisten konnten kurze Zeit später beobachten, wie mehrere Personen aus der betroffenen Wohnung in den Kellerbereich gingen. Als sie an der Wohnungstür klingelten, befanden sich noch der Wohnungsinhaber sowie zwei weitere Personen in der Wohnung.

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Auf Nachfrage gaben die Personen an, nichts von einer Waffe und weiteren Personen zu wissen. Da aber aufgrund der Schilderungen der Beamten der Bundespolizei eine Gefahr für Leib und Leben bestand, weil angetrunkene Personen mit Waffen hantierten, wurde die Wohnung durchsucht. In dem Waffenschrank des dort Wohnenden, einem bekennenden Jäger, befanden sich zwei Gewehre, darunter auch die von den Bundespolizisten beschriebene schwarze Langwaffe mit Zielfernrohr.

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