Unsere Themenseiten

:

Patienten ziehen in schiefer "Amanda" ein

Einige Jahre stand das Haus an der Schillerstraße 1 leer. Es wieder auf sichere Füße zu stellen, war eine große Herausforderung.
Einige Jahre stand das Haus an der Schillerstraße 1 leer. Es wieder auf sichere Füße zu stellen, war eine große Herausforderung.
M. Häusler

Auf Sand gebaut – da muss man sich nicht wundern. Das Haus in der Schillerstraße 1 war gut 100 Jahre nach seiner Geburt mächtig in Schieflage. Jetzt steht es auf sicheren Beinen.

Fast 30 Zentimeter neigte sich das im Jahr 1900 für den Malermeister Schmidt errichtete Haus in der Schillerstraße 1 zuletzt in Richtung Straße. Das Fundament hatte sich gesenkt, Risse zogen sich durchs Mauerwerk. Mit Stützen im Untergrund steht es nun wieder auf sicheren Füßen. Die Beckmann Schulz GbR, die in der Großen Wollweberstraße und der Schillerstraße bereits Einrichtungen für betreutes Wohnen betreibt und das Haus saniert hat, will ab dem nächsten Jahr in dem Eckhaus zum Ring sechs bis acht Patienten, die intensive Therapien brauchen, in Wohngruppen ein Zuhause bieten.

Petra Schulz kam fast täglich an dem denkmalgeschützten Haus vorbei und überlegte, was man daraus machen könnte. „Es hieß aber, dass es verkauft ist. Später erfuhren wir, dass der vorige Verkauf schon rückabgewickelt war“, erzählt sie. Als sie es zum ersten Mal betrat, war sie allerdings schon geschockt. Der Besitzer, der sich zuvor daran versuchte, hatte im Erdgeschoss die gesamten Fußböden herausgerissen, Deckenbalken herausgesägt und fast in allen Räumen Wandputz abgeschlagen. Alle historischen Türen waren weg. Nach intensiver Spurensuche habe man sie aber bei einer Berliner Tischlerei wiedergefunden, sagt sie. Alte, aus einem anderen Haus geborgene Dielen und Eichenparkett aus der in der Innenstadt abgerissenen Turnhalle kommen jetzt in der Schillerstraße 1 wieder zu Ehren.

Mit der Sanierung der Villa, die von „Alma“ in „Amanda“ – nach ihrer Oma – umgetauft wird, sind die Bauarbeiten auf dem Grundstück aber noch nicht beendet. Auf dem Hof entsteht ein neues Gebäude, in den der ambulante Dienst des Unternehmens und Wohngruppen für Demenzkranke einziehen.