ÄRGER UM DEN 1. MAI

Pfarrer bietet Vermittlung an

Neubrandenburg wird wohl auch in Zukunft mit zwei gegensätzlichen Veranstaltungen am Tag der Arbeit leben müssen. Es sei denn, die Kirchen haben Erfolg mit einem Angebot, das niemand abschlagen kann.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Jörg Franze Jörg Franze
Auf den Marktplatz hatte die AfD eingeladen.  
Auf den Marktplatz hatte die AfD eingeladen. Paulina Jasmer
Das Demokratiefest des DGB ging im Kulturpark über die Bühne. 
Das Demokratiefest des DGB ging im Kulturpark über die Bühne. Tobias Holtz
Felix Evers
Felix Evers Jörg Franze
Neubrandenburg.

Nur wenige Sekunden nach Mitternacht hat der Landesgeschäftsführer der AfD Mecklenburg-Vorpommerns, Jens-Michael Martin, im Neubrandenburger Rathaus eine Sondernutzung für den Marktplatz am 1. Mai 2019 angemeldet. Und auch der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB habe Gleiches getan, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte.

So wird es wohl auch im nächsten Jahr am Tag der Arbeit zwei Bürgerveranstaltungen in der Kreisstadt geben, deren Protagonisten sich gegenüberstehen. Denn, wie die Regionalbeauftragte des DGB Gisela Ohlemacher auf Nordkurier-Nachfrage sagte, werde es auch 2019 kein Nebeneinander des von der Gewerkschaft seit vielem Jahren organisierten Demokratiefestes und der AfD geben. Weil die Alternative für Deutschland am Dienstag den Markt nutzte, hatten der DGB und andere Parteien in den Kulturpark geladen. „Wir machen uns jetzt schon Gedanken darüber, wie wir den 1. Mai 2019 organisieren. Aber eine Kooperation oder ein gemeinsamer Platz mit der AfD – nein Danke“, so Ohlemacher.

DGB-Regionalchefin Gisela Ohlemacher verteidigte erneut die Position des Gewerkschaftsbundes. Der Umzug in den Kulturpark habe die Diskussion über den Umgang mit der AfD und ihren Positionen im Vorfeld des 1. Mai befördert, findet sie. „Zum Demokratiefest selbst stand das Thema allerdings nicht im Fokus“, gibt sie ihren Eindruck von der diesjährigen Veranstaltung wieder. Wie das Fest im kommenden Jahr genau aussehen soll, davon habe sie aber noch keine Vorstellung, zumal der DGB erst in einigen Wochen mit den Vertretern der Parteien eine Auswertungsrunde plane.

AfD-Mann hofft auf Platz für alle

Die gespaltene Stadt Neubrandenburg – der Fakt macht auch Felix Evers zu schaffen. Der Pfarrer der katholischen Gemeinde St.Josef/St. Lukas bietet die Organisation eines Runden Tisches an, an dem sowohl die AfD als auch deren politische Gegner Platz finden sollen. „Die katholische und auch alle anderen Kirchen könnten sehr gut als Mediatoren fungieren“, so der 47-Jährige.

Die Kirche halte es mit Jesus und grenze niemanden aus. „Auch Jesus hat mit denen gesprochen, mit denen kein anderer reden wollte“, sagt der Pfarrer. An dem Runden Tisch sollte diskutiert werden, ob es nicht doch ein friedliches Nebeneinander geben könne. „Wichtig dabei, alle Meinungen gehören auf den Tisch und nicht unter den Tisch“, verlangt Pastor Evers und stellt sich den beiden Lagern als Vermittler zur Verfügung.

Kurz zuvor hatte der Neubrandenburger AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komning dem Nordkurier gegenüber erneut die Hoffnung geäußert, im nächsten Jahr beim Demokratiefest von der Gewerkschaft toleriert zu werden. „Die müssen ja nichts mit uns gemeinsam organisieren, aber vielleicht bietet der Marktplatz Platz für beide“, so Komning.

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Kommentare (1)

Beim DGB wird ein kleiner voll besetzter Ausschnitt gezeigt während bei der AfD ein Moment der geringen Besucherzahlen 10 Minuten vorm Abbau des Festes gezeigt wird. Bestimmt nur Zufall und nicht beabsichtigt :D .

Ich freue mich auf das nächste schöne Maifest der AfD auf dem Marktplatz. Nächstes Jahr ist ca 3 Wochen nach dem Maifest die Kommunalwahl. Dann sehen wir ob die Zivilgesellschaft gegen die AfD steht oder doch nur ein kläglicher Haufen aus Solid und Antifa.