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Pfiffiger Fahrer erleichtert Pendlern die Bustour

Busfahrer Steffen Knop fährt die Strecke von Neubrandenburg nach Demmin drei Mal am Tag. Welche Straßen er für die Fahrten benutzt, bleibt ihm überlassen.
Busfahrer Steffen Knop fährt die Strecke von Neubrandenburg nach Demmin drei Mal am Tag. Welche Straßen er für die Fahrten benutzt, bleibt ihm überlassen.
Caroline Kern

Seit Sonnabend fährt vom Altentreptower Bahnhof kein einziger Zug mehr ab. Bis zum 8. März soll das auch so bleiben. Die Deutsche Bahn baut. Für Pendler aus Neubrandenburg, die täglich nach Altentreptow zur Arbeitsstätte reisen müssen, bringt das einige Probleme mit sich.

„Es ist zwar nur eine halbe Stunde Unterschied zu vorher. Aber die sorgt manchmal ganz schön für Chaos im Arbeitsalltag“, sagt eine Busreisende, die ­zusammen mit einer Kollegin am Altentreptower Bahnhof auf den Bus des Schienenersatzverkehrs in Richtung Neubrandenburg wartet. Noch bis zum 8. März wird das auch so bleiben. So oft wie vorher, aber mit veränderten Abfahrtzeiten bringen nun Busse anstelle der Züge die Reisenden nach Neubrandenburg beziehungsweise Demmin.

Der Grund sind Bauarbeiten im nordwestlichen Bereich des Neubrandenburger Bahnhofs. Dort werden sowohl Weichen ausgebaut als auch Bahnübergänge um­gebaut. Zudem müsse die dortige Sicherheitstechnik den modernen Betriebs­bedingungen angepasst werden, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn.

Längere Fahrzeit auf kürzerer Strecke

Morgens ist die Pendlerin nun eine halbe Stunde später auf Arbeit, abends eine halbe Stunde später zu Hause. „Manchmal sogar noch später“, sagt sie. Denn nicht immer schaffe sie es, den Anschlussbus der Linie 2 auf dem Neubrandenburger Bahnhof zu erreichen. „Wenn der eine Busfahrer fährt, habe ich meistens Glück“, sagt sie. Denn Busfahrer Steffen Knop fährt immer über die Landstraße 27, also über Woggersin.

„Das spart wenigstens zehn Minuten Zeit“, ist er sich sicher. Schließlich fährt er die gesamte Strecke Neubrandenburg – Demmin drei Mal am Tag in beide Richtungen. „Dann kommen nicht nur meine Fahrgäste eher an, sondern auch ich habe zehn Minuten länger Pause“, sagt er und lacht. Eigentlich ist die ­Strecke nach Altentreptow über Neddemin kürzer, aber dafür müsse man eine Runde um den Neubrandenburger Ring fahren – und dort wird derzeit gebaut. Damit ist die Strecke über Woggersin zwar zwei Kilometer länger, geht aber schneller.

Fahrer kann Strecke selbst wählen

Konkrete Anweisung, welche Strecke er zu fahren habe, hat Knop weder von Seiten der Deutschen Bahn noch von seinem Arbeit­geber Becker-Strelitz-Reisen bekommen. Und um Zeit zu sparen, ziehe er selbst­verständlich die schnellere Variante vor. Im Gegensatz zu ­einigen Pendlern freut sich Steffen Knop über den Zugausfall. „So habe ich auch in den Wintermonaten jeden Tag zu tun. Da sieht es sonst eher mau aus, bis die Saison der Busreisen startet“, gibt der Neustrelitzer zu.

Für allzu viel Verwirrung habe der Zugausfall bisher nicht bei den Fahrgästen gesorgt. „Man kommt ja auch genauso oft weg wie vorher“, weiß Susanne Batke vom Reiseservice Hardt in Altentreptow. Man müsse sich nur an die veränderten Fahrzeiten gewöhnen. Diese seien ganz einfach zu erklären: „Die Busse fahren extra zu anderen Zeiten ab als vorher die Züge. Nur so können die Anschlüsse in den jeweiligen Zielorten gewährleistet werden“, sagt sie. Und in gut drei Wochen ist ja ohnehin wieder alles beim Alten – wenn mit den Bauarbeiten alles gut geht.