#HELFERHELDEN

Plötzlich standen 50 Kartons mit Mundschutz vor Friedländer Zahnarztpraxis

Sie sind in dieser Corona-Krise für die Neubrandenburger und Leute aus dem Umland da. Sie halten alles am Laufen. Sie sind die Helferhelden der Stunde. Heute: Christian Schultz.
Zahnarzt Christian Schultz.
Zahnarzt Christian Schultz. Rainer Schnak RS Fotodesign Friedland
Friedland ·

Wohl niemand ist den Tröpfcheninfektionen körperlich so nahe wie ein Zahnarzt; in diesem Falle Christian Schultz aus Friedland. Schließlich arbeitet dieser genau an der Stelle im Gesicht, die im Alltag von immer mehr Menschen geschützt wird. Große Angst vor einer Ansteckung, zurzeit vor allem mit dem Coronavirus, hatte der Zahnarzt aber nie. „Ich stehe auch in Kontakt mit anderen Zahnärzten aus Friedland und das Echo war überall ähnlich: Wir haben uns bereits mit der Berufswahl für ein gewisses Risiko entschieden. So arbeitete Schultz trotz Corona-Pandemie weiter.

Seine Angestellten sind sehr engagiert

„Gerade zu Beginn waren viele Patienten überrascht, dass wir noch geöffnet haben“, erinnert er sich. Denn es gab auch Kollegen in der Region, die ihre Praxis vorsorglich zugemacht hatten. Dass das bei ihm nicht nötig wurde, liege vor allem an dem hohen Engagement seiner Angestellten, hebt er hervor. Auch die, die sich um die Kinder kümmern mussten, hätten sich ihren Alltag so eingeteilt, dass sie weiterhin in der Praxis arbeiten können, zeigt sich der Zahnarzt dankbar.

Einige Patienten fürchten die Schließung

Auch hinsichtlich der Hygienemaßnahmen konnte er sich auf seine Angestellten verlassen. „Wir sind da grundsätzlich schon gut aufgestellt und konnten uns gar nicht mehr steigern. Aber meine Praxismanagerin hat wie immer sehr vorsorglich eingekauft“, erläutert Schultz. Die Lieferanten hätten dann aus Angst vor einer Beschlagnahmung gleich die Masken und Handschuhe für das ganze Jahr geliefert. Für die tägliche Arbeit sind Mund-Nasen-Masken dringend gebraucht. Nach jedem Patienten werden sie gewechselt. Der Jahresvorrat war dann aber doch ein bisschen viel, erzählt Schultz. 50 Kartons mit Mundschutz hätten auf einmal vor der Tür gestanden. Auf kurzem Wege habe er sich mit anderen Ärzten, aber auch mit Bestattungsunternehmen ausgetauscht und das Material weitergegeben.

Ganz wegwischen kann jedoch auch der abgeklärte Zahnarzt das Coronavirus nicht, wie er sagt. „Man denkt da immer mal dran, aber ohne Angst, sagt er. Doch allein vom Patientenaufkommen her sei bereits eine Veränderung zu spüren. „Es ist sogar ein wenig mehr geworden“, sagt Schultz. Einige wollten gerade jetzt noch einen Termin haben. Mutmaßlich aus der Befürchtung heraus, dass der Zahnarzt doch schließen muss. So würde er teilweise Patienten behandeln, die er schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat.

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Kommentare (1)

Doch! Erzieherinnen und Erzieher sind dichter dran!