TÖDLICHER SCHUSS AUF EINBRECHER

Politiker fordern hartes Vorgehen gegen Clans

Nach der Bedrohung des Neubrandenburger Polizisten, der einen tödlichen Schuss auf einen Einbrecher abgab, durch dessen Angehörige hat sich nun auch die Politik eingeschaltet. Die Abgeordneten von CDU und AfD fordern ein hartes Vorgehen.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Philipp Amthor (CDU, links) und Enrico Komning (AfD).
Philipp Amthor (CDU, links) und Enrico Komning (AfD). dpa
Neubrandenburg.

Nach der Bedrohung eines Neubrandenburger Polizisten wegen eines tödlichen Schusses auf einen mutmaßlichen Einbrecher wird der Ruf nach Konsequenzen laut. Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor, zu dessen Wahlkreis Neubrandenburg gehört, will sich des Themas Clankriminalität im Bundestag annehmen. Er sagte: „Das ist ein brandaktuelles Thema, das ich im Innenausschuss auch angehen will.”

Staat darf keine Selbstjustiz dulden

Amthor reagierte mit großer Besorgnis auf die jüngsten Vorfälle rund um den tödlichen Schuss auf ein mutmaßliches Mitglied einer kriminellen arabischen Großfamilie in der Neubrandenburger Oststadt. „Es ist eine absurde Vorstellung, dass die Clan-Kriminalität jetzt aus den Großstädten auch auf Mecklenburg-Vorpommern übergreift”, betonte der CDU-Politiker im Gespräch mit dem Nordkurier. „Wir brauchen gegen kriminelle Clans, gerade aus den Großstädten, eine Null-Toleranz-Strategie.” Dies beinhalte, dass man „gezielt aufklärt, gezielt Strukturen aufbricht und Kriminelle gezielt und konsequent abschiebt”.

Mit Blick auf die Drohungen gegen den Polizeischützen und einen Befreiungsversuch von zwei festgenommenen Verdächtigen sagte Amthor, es könnte nicht angehen, „dass diese Clans versuchen, unserem Rechtsstaat ihre Selbstjustiz entgegenzustellen”. Deswegen müssten sie „mit aller Härte rechnen”.

Komning: Straftäter als Gefährder behandeln

Auch der aus Neubrandenburg stammende AfD-Bundestagsabgeordnete Enrico Komnning forderte vor dem Hintergrund der Vorfälle eine konsequente Abschiebung verurteilter ausländischer Straftäter. Seiner Ansicht nach zeigt der Fall, dass nicht nur Terrorverdächtige, sondern auch solche, die sich in kriminellen Banden organisieren, als Gefährder eingestuft werden müssten und hierzulande kein Gastrecht genießen dürften. „Diese Menschen wollen sich nicht integrieren, sie akzeptieren unseren Rechtsstaat nicht, sondern verhöhnen ihn sogar, wenn sie die Polizeistation belagern und die 'Herausgabe' eines Festgenommenen fordern.”

Ein 27 Jahre alte Berliner war in der Nacht zu Donnerstag mit zwei Komplizen bei einem mutmaßlichen Einbruch in ein Ladengeschäft in der Juri-Gagarin-Straße von Beamten überrascht worden. Bei der Festnahme kam es zu einer Auseinandersetzung, bei welcher der Polizist mit Reizgas attackiert worden sein soll, ehe er den Schuss abgab. Der Getroffene erlag kurze Zeit später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bei den mutmaßlichen Komplizen fanden die Beamten mehr als 30.000 Euro in bar. Alle drei Männer sollen aus dem Umfeld des polizeibekannten Familienclans Miri stammen. Mutmaßliche Angehörige der Großfamilie belagerten einen Tag nach der Festnahme das Hauptrevier der Neubrandenburger Polizei und verlangten die Freilassung der Festgenommenen, die mittlerweile in Untersuchungshaft sitzen. Im Internet hatte der Fall für teilweise heftige Reaktionen gesorgt.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage

Kommentare (1)

Test