VERSUCHTER TOTSCHLAG

Polizei ermittelt gegen "Boss von Neubrandenburg"

Bei einer Auseinandersetzung in Neubrandenburg wurden zwei Männer verletzt, einer lebensbedrohlich. Gegen beide wird nun wegen versuchten Totschlags ermittelt.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Das lebensgefährlich verletzte Opfer der Messerstecherei wurde am Montag noch im Klinkum Neubrandenburg behandelt und stand unter Polizeischutz.
Das lebensgefährlich verletzte Opfer der Messerstecherei wurde am Montag noch im Klinkum Neubrandenburg behandelt und stand unter Polizeischutz. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Bei der Messerstecherei in der Neubrandenburger Oststadt wollten sich die beiden Kontrahenten möglicherweise gegenseitig ans Leben. Gegen beide Männer werde wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt, sagte die Sprecherin der Neubrandenburger Staatsanwaltschaft, Beatrix Heuer, am Montag. Weitere Details zum Stand der „komplexen Ermittlungen” wollte die Staatsanwaltschaft im Laufe des Tages mitteilten.

In der Neubrandenburger Oststadt hatten am frühen Samstagabend zwei Männern einen Streit mit Waffengewalt ausgetragen. Einer der Beteiligten ist Isa  S., der selbst ernannte „Boss von Neubrandenburg. Sowohl der Rocker als auch sein 39-jähriger Kontrahent erlitten mehrere Schnitt- und Stichverletzungen.

Lebensbedrohliche Verletzungen

Die Verletzungen des Älteren waren sogar lebensbedrohlich, sodass dieser notoperiert werden musste. Sein Gesundheitszustand hat sich inzwischen aber stabilisiert. Er wurde am Montag weiter im Neubrandenburger Klinikum behandelt und stand unter Polizeischutz. Vor dem Klinikum parkte ein Polizeifahrzeug. Auch der Rockerchef soll sich noch zur stationären Behandlung im Krankenhaus befinden.

Der 31-jährige Deutsche türkischer Abstammung war vor wenigen Wochen mit einem im Internet veröffentlichten Droh-Video in die Schlagzeilen geraten. Der Clip zeigt ihn, wie er mit mehreren Männern über den Neubrandenburger Marktplatz läuft. Dabei reklamierte er in aggressiver und obszöner Sprache Neubrandenburg für seinen Rocker-Club „Notorious MC Nomads Germany“, dessen hiesiger Präsident er sei.

Ablauf sowie Hintergrund der Tat vom Wochenende sind weiter Gegenstand der Ermittlungen. Bei der Auseinandersetzung soll neben einem Messer auch ein Baseballschläger zum Einsatz gekommen sein. Isa S. hatte am Wochenende auf Facebook mitgeteilt, dass er aus Notwehr gehandelt hat.

 

 

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