Fake News

Polizei dementiert Gerüchte über Bluttat in Neubrandenburg

In sozialen Netzwerken werden Fotos und Spekulationen über eine blutige Auseinandersetzung auf dem Datzeberg verbreitet. Ermittler und Anwohner sind erbost über die Sensationsgier.
Susanne Schulz Susanne Schulz
Im Netz verbreiten sich Fake News über eine Bluttat in Neubrandenburg.
Im Netz verbreiten sich Fake News über eine Bluttat in Neubrandenburg. Arno Burgi, Joeg Koch/ Montage: NK
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Neubrandenburg.

Energisch tritt die Polizei Gerüchten entgegen, denen zufolge es am Wochenende eine blutige Auseinandersetzung auf dem Neubrandenburger Datzeberg gegeben habe. Ein solcher Vorfall könne nicht bestätigt werden, kommentiert die Polizeiinspektion Spekulationen und Fotos, die dieser Tage in sozialen Netzwerken verbreitet werden.

Die Fotos eines blutüberströmten Mannes und einer Blutlache stammten von einem Vorfall am 21. Juni. Damals war auf dem Datzeberg ein heftiger Streit zwischen zwei jungen Männern deutscher Staatsangehörigkeit in eine Prügelei und schließlich gar einen Messerangriff gemündet, in dessen Folge ein 33-Jähriger schwer verletzt wurde. Der Mann war im Klinikum behandelt und der Tatverdächtige verhaftet worden. Schon unmittelbar nach dem Vorfall waren zahlreiche Spekulationen, unter anderem über einen tödlichen Ausgang verbreitet worden, die jedoch jeglicher Grundlage entbehrten. Umso schlimmer, dass nun zwei Wochen später erneut oder noch immer Gerüchte in Umlauf gebracht werden.

„Die Polizei ist dazu da, wirklichen Hinweisen nachzugehen und Straftaten aufzuklären“, stellt eine Sprecherin der Polizeiinspektion klar. Dramatische Fotos zu teilen, zeuge von Sensationsgier, die dabei nicht hilfreich sei. Ebenso unangemessen sei es, ganze Stadtgebiete zu „Hochburgen“ der Gewalt zu erklären.

Bereits am Tatabend hatten sich übrigens auch Anwohner dagegen gewandt, dass Augenzeugen emsig das Geschehen fotografierten.

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