Radfahrer umgetreten
Polizei hat erste Hinweise auf brutalen Mopedfahrer

Am 5. September hatte ein rabiater Mopedfahrer den Radsportler auf der Ihlenfelder Straße mit Tritten und Schlägen absichtlich zu Fall gebracht.
Am 5. September hatte ein rabiater Mopedfahrer den Radsportler auf der Ihlenfelder Straße mit Tritten und Schlägen absichtlich zu Fall gebracht.
Tobias Holtz

Es ist fast zwei Wochen her, dass ein Radfahrer in Neubrandenburg von einem Mopedfahrer gewaltsam von der Straße gedrängt und dabei verletzt wurde. Die Polizei hat inzwischen erste Hinweise aus der Bevölkerung bekommen.

„Ich habe mich von dem Schock erholt und bin wieder vollkommen fit“, sagt Danny Smuskewicz spürbar erleichtert. Am 5. September hatte ein rabiater Mopedfahrer den 40-jährigen Radsportler aus Rowa, der auf der Ihlenfelder Straße unterwegs war, mit Tritten und Schlägen absichtlich zu Fall gebracht. Hintergrund war offenbar der Ärger des Täters, dass der Radler nicht den neben der Straße verlaufenden Radweg benutzt hatte.

Erste Hinweise auf den Täter

Der Polizei liegt sehr viel daran, diesen Vorfall schnellstmöglich aufzuklären. „Auch wenn der Geschädigte nicht wie vorgeschrieben auf dem Radweg, sondern auf der Straße fuhr, gibt es dem Mopedfahrer noch lange nicht das Recht, ihm gegenüber gewalttätig zu werden“, erklärt Polizeisprecherin Diana Mehlberg. Mittlerweile sind jedoch erste Zeugenhinweise auf den flüchtigen Täter bei den Beamten eingegangen. „Ein erfahrener Ermittler, der sich speziell mit Verkehrsunfallfluchten beschäftigt, hat sich dem Fall bereits angenommen und wird den Hinweisen aus der Bevölkerung in Kürze nachgehen“, heißt es von der Polizei.

Mit dem Rennrad überschlagen

Smuskewicz hatte bei dem Angriff des Mopedfahrers die Kontrolle über sein Rennrad verloren und sich mehrfach überschlagen. Anstatt einen Krankenwagen zu rufen, düste der aggressive, bärtige Mopedfahrer mit seiner blauen Simson Schwalbe völlig unbeeindruckt in Richtung Sponholzer Straße davon. „Ich hatte großes Glück, dass ich mir nach dem heftigen Sturz lediglich einige Schürfwunden im Gesicht und eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen habe“, sagt der 40-Jährige, der im Neubrandenburger Klinikum behandelt werden musste.

Das Opfer und seine Frau hoffen, dass der flüchtige Täter so schnell wie möglich gefasst wird. Smuskewicz hatte nach der Tat sogar versichert, dass er durchaus bereit sei, demjenigen, der der Polizei entscheidende Hinweise zum derzeitigen Aufenthaltsort des Mopedfahrers geben kann, eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro zu zahlen.

Kommentare (2)

Schon traurig genug, dass der Moped-Fahrer völlig irrsinnig zugetreten hat. Dass die Polizeisprecherin mehr als 20 Jahre nach der StVO-Novelle von 1997 sowie der Novelle von 2009 der Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung (VwV-StVO) immer noch falsche Behauptungen aufstellt, ist jedoch vollkommen absurd und gefährlich. Der abgebildete Pflicht-Radweg ist ganz offensichtlich baulich (Oberflächenqualität, Breite, Abstand zum Fußgängerbereich, Breite des Fußgängerbereichs) unzumutbar. Damit haben laut StVO Radfahrer das Recht, die Straße zu nutzen. Wenn nun die Polizei behauptet, der Radfahrer wäre nicht vorschriftsmäßig gefahren, werden andere Auto-Rambos und Selbstjustizler die nächsten Radfahrer auf der Straße weiterhin zu nah überholen, schneiden, anhupen und was es sonst noch an netten "Spielchen" gibt. Polizeisprecherin Diana Mehlberg, bitte dringend zur Nachhilfe!

Das Foto zeigt das Zeichen 237 neben einem getrennten Fuß- und Radweg, welches eigentlich Zeichen 241 benötigt. Zeichen 237 steht zudem hinter dem Beginn des getrennten Fuß-und Radweges. Beide Zeichen fordern für Radweg eine Mindestbreite von 1,50 Meter. Alle anderen Anforderungen für einen Radweg sind erfüllt. Unabhängig davon kann man einen Radweg nutzen, wenn vorhanden und weithin sichtbar befahrbar - im eigenen und allgemeinem Interesse. Nimmt Radfahrer diesen nicht-gesetzeskonformen Radweg nicht, haben Schwalbefahrer nicht das Recht, dass man den Radfahrer gewalttätig von der Straße stößt, Radfahrers Verletzungen in Kauf nimmt, Fahrerflucht als Unfallverursacher begeht und keine Erste Hilfe leistet.