Wer etwa beim Parken ein anderes Auto touchiert, sollte niemals einfach weiterfahren. Auch ein Zettel mit Kontaktdaten reicht
Wer etwa beim Parken ein anderes Auto touchiert, sollte niemals einfach weiterfahren. Auch ein Zettel mit Kontaktdaten reicht nicht aus. (Symbolfoto) Roland Weihrauch
Statistik

Polizei hat in Region oft mit Unfallflucht zu tun

Immer öfter suchen in MV Autofahrer, die einen Unfall verursacht haben, unerlaubt das Weite. Im Raum Altentreptow sieht es zwar etwas besser aus, aber nicht in allen Bereichen.
Altentreptow

Kurz beim Ausparken nicht aufgepasst, schon ist es passiert: Den Außenspiegel vom Auto nebenan hat es erwischt und am Kotflügel sind ein paar kleine Schrammen im Lack zu erkennen. Der Halter ist weit und breit nicht zu sehen. In solchen Situationen kommt es nicht selten vor, dass die Verursacher einfach abhauen. Ein schwerwiegendes Problem, mit dem sich auch die Polizeibeamten in der Region immer mal wieder auseinandersetzen müssen.

Allein im vergangenen Jahr entfernten sich die Täter im Amt Demmin-Land bei 84 der insgesamt 671 Unfälle vom Ort des Geschehens, ohne die Polizei zu verständigen. In 81 Fällen handelte es sich den Angaben zufolge um Kollisionen, bei denen ein Sachschaden von bis zu 3200 Euro entstand. Drei Menschen wurden dabei leicht verletzt. Ein ähnliches Bild zeigt sich für den Amtsbereich Treptower Tollensewinkel. Hier gab es bei 549 Zusammenstößen insgesamt 53 Autofahrer, die sich unbeeindruckt aus dem Staub machten. 51 Fahrzeuge wurden dabei demoliert, die höchste Schadensumme lag bei 5200 Euro. Zwei Menschen erlitten leichte Verletzungen.

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Während das Innenministerium des Landes einen steten Anstieg bei Unfällen mit Fahrerflucht beklagt, ist der Anteil solcher Delikte im Raum Demmin und Altentreptow im Vergleich zu den Vorjahren aber annähernd gleich geblieben. Wenn man sich die reinen Zahlen für 2022 anschaut, begehen die Verursacher in 10 bis 15 Prozent der Fälle eine Unfallflucht. „Das hört sich im ersten Moment wenig an, aber trotzdem ist jedes registrierte Vergehen eines zu viel“, betont eine Polizeisprecherin.

Geldbuße, Führerschein weg oder sogar Haftstrafe

Harmlos sei das Entfernen vom Unfallort auf keinen Fall. Denn selbst nach einem Parkrempler mit vergleichsweise geringem Sachschaden handele es sich um eine Straftat, die je nach Schwere mit einer saftigen Geldstrafe, Führerscheinentzug oder im schlimmsten Fall mit bis zu drei Jahren Haft geahndet werden könne. Zudem habe der Kfz-Versicherer dann die Option, Leistungen zu kürzen oder zu verweigern.

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Für die Betroffenen sind vor allem die Fälle schmerzlich, in denen es den Beamten nicht gelingt, die Verursacher zu ermitteln. Denn wer keine Vollkaskoversicherung hat, bleibt auf dem entstandenen Schaden an seinem Auto und den Reparaturkosten sitzen. Im vergangenen Jahr lag die Aufklärungsquote im Amt Demmin-Land bei rund 41 Prozent. Im Treptower Tollensewinkel hingegen gestalteten sich die Ermittlungen mit einer Quote von 29 Prozent offensichtlich etwas komplizierter. „Ohne Zeugen ist es eben häufig schwierig, die Täter zu schnappen“, stellt die Sprecherin klar.

Um Ausreden nicht verlegen

Wenn jemand doch erwischt werde, seien die vorgebrachten Gründe der Verursacher, die die Beamten zu hören kommen, sehr unterschiedlich. So würden viele behaupten, erst gar nicht gemerkt zu haben, dass ein Schaden am benachbarten Pkw entstanden sei. Andere hätten angeblich keine Zeit gehabt, um auf den Halter des Fahrzeugs zu warten. „Die verbreitete Praxis, einen Zettel mit seinen Kontaktdaten hinter die Scheibenwischer zu klemmen, reicht aber nicht immer aus. Und wenn ein Fahrer ein Kind angefahren hat, sollte er nicht nur anhalten, sich nach dem Befinden des Kindes erkundigen und dann weiterfahren, sondern umgehend die Polizei informieren. Sonst macht derjenige sich strafbar“, verdeutlicht die Sprecherin.

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In seltenen Fällen würden sich Autofahrer einige Tage nach dem Unfall bei der Polizei melden und geständig zeigen, weil sie wegen ihres falschen Verhaltens ein schlechtes Gewissen hätten. In solchen Fällen könne es mitunter vorkommen, dass Alkohol und Drogen im Spiel waren oder die Fahrer zum Tatzeitpunkt nicht im Besitz eines gültigen Führerscheins gewesen seien, heißt es von der Polizei weiter.

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