OPFER GEFLOHEN

▶️ Polizei hat neue Spuren zu blutigem Unfall in Neubrandenburg

DNA-Resultate stehen noch aus im Fall des flüchtigen Unfallopfers am Neubrandenburger Ring. Doch neue Zeugenaussagen könnten den Durchbruch bringen.
Dennis Bacher Dennis Bacher
Martina Schwenk Martina Schwenk
Der Unfall am Ring Ende August geschah direkt gegenüber des Nordkurier-Medienhauses. Foto: Tobias Holtz
Der Unfall am Ring Ende August geschah direkt gegenüber des Nordkurier-Medienhauses. Foto: Tobias Holtz Tobias Holtz
Als der Unbekannte auf den Ring rannte konnte ein Autofahrer nicht mehr bremsen. Foto: Tobias Holtz
Als der Unbekannte auf den Ring rannte konnte ein Autofahrer nicht mehr bremsen. Foto: Tobias Holtz Tobias Holtz
Nach dem Aufprall floh das Unfallopfer über den Wall und wurde seither nicht mehr gesehen. Foto: Martina Schwenk
Nach dem Aufprall floh das Unfallopfer über den Wall und wurde seither nicht mehr gesehen. Foto: Martina Schwenk Martina Schwenk
Neubrandenburg.

Die Spur wird wärmer. Im Fall des Unfallopfers vom Friedrich-Engels-Ring macht sich die Kriminalpolizei Neubrandenburg Hoffnungen auf neue Hinweise. So sind weitere Personen gefunden worden, die den blutigen Unfall und die anschließende Flucht über den Wall bezeugen könnten.

Das teilte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Nordkurier-Nachfrage mit. Ende August war ein Mann auf dem Neubrandenburger Friedrich-Engels-Ring mit dem Kopf gegen eine Windschutzscheibe geprallt und anschließend blutüberströmt über den Wall geflüchtet. In den kommenden Wochen sollen die neuen Zeugen gehört werden.

DNA-Auswertung kann noch dauern

 

 

Mittlerweile sind fast sechs Wochen vergangen, seit sich der Unfall zugetragen hat. Etwa solange nimmt eine rechtsmedizinische Untersuchung im Normalfall auch in Anspruch, teilt die Polizei mit.

Blutproben, Haare und Hautfetzen des Flüchtigen befinden sich aber nach wie vor in der Auswertung beim Landeskriminalamt. „Die Untersuchung ist in diesem Fall recht aufwendig”, heißt es weiter.

Je nachdem wie beschäftigt das Institut für Rechtsmedizin sei, könne die DNA-Auswertung auch noch weiter andauern. Spurenbestimmungen bei Gewaltverbrechen haben bei den Spezialisten in Rampe bei Schwerin nämlich Vorrang. Mit finalen Ergebnissen rechnet die Neubrandenburger Polizei gegen Ende Oktober.

Trotz Verkehr auf Straße gelaufen

Doch selbst wenn jenes Gutachten vorliegt, ist noch lange nicht gesagt, dass es den Ermittlern von der Kripo weiterhilft. Denn um dem flüchtigen Mann per DNA auf die Schliche zu kommen, müssten sich dessen Erbanlagen bereits in der Datenbank befinden.

Wie Augenzeugen berichteten, lief der junge Mann am späten Nachmittag des 29. Augusts trotz starken Verkehrs über den Ring. Ein Auto konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Die Windschutzscheibe zersplitterte, das blutende Unfallopfer hingegen soll wieder aufgestanden und zu Fuß in Richtung Wall geflüchtet sein.

Laut einer Aussage des Autofahrers, der den Flüchtigen angefahren hatte, soll jener zwischen 35 und 40 Jahre alt und wahrscheinlich von schlanker Gestalt gewesen sein. Medizinische Hilfe nahm das Opfer den Ermittlungen der Polizei zufolge weder bei der Rettungsstelle des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums noch bei anderen Notärzten in Anspruch.

Ist der Flüchtige ein Fahrraddieb?

Das Entfernen vom Unfallort ist laut Polizei nicht erlaubt, weshalb die Neubrandenburger Beamten ermitteln. Der Gesuchte wird zudem mit einem Fahrraddiebstahl in Verbindung gebracht, weil ein zerschnittenes Fahrradschloss auf der Straße gefunden wurde.

Bei dem Gesuchten handelt es sich laut Polizei höchstwahrscheinlich um einen Neubrandenburger. Das wird aus dem Einsatz eines Suchhundes geschlossen. Weil es auf dem Ring zu viele Spuren des Mannes gab konnte der Hund keine Fährte aufnehmen.

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