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Polizei rät: Besser zu zweit ausgehen

Die Polizei empfiehlt Rentnerinnen, die von einem Handtaschenräuber angegriffen werden, sich nicht zu wehren. Zu groß sei dabei das Verletzungsrisiko.
Die Polizei empfiehlt Rentnerinnen, die von einem Handtaschenräuber angegriffen werden, sich nicht zu wehren. Zu groß sei dabei das Verletzungsrisiko.
Photographee.eu - Fotolia.com

Die Handtaschenräubereien der vergangenen Tage in Neubrandenburg sorgen nicht nur bei Rentnerinnen für Angst, sondern auch bei den Ordnungshütern für Unbehagen. An einen Serientäter glauben die Ermittler aber trotzdem nicht.

Nach den jüngsten Überfällen auf ältere Damen auf der Fußgängerbrücke zwischen Vogelviertel und Bahnhof und der dreisten Attacke auf dem Neuen Friedhof rät die Neubrandenburger Polizei zu mehr Vorsicht. Nach Möglichkeit sollten einsame Ecken und Straßenzüge von allein unterwegs seienden Neubrandenburgerinnen gemieden werden, sagte am Montag eine Sprecherin der Polizei.

„Begeben Sie sich am besten in Gesellschaft“, hieß es als Empfehlung. Betagte Damen, die bevorzugte Zielgruppe bei den räuberischen Diebstählen, sollten am besten alle wichtigen Papiere am Körper tragen und, falls auf einen Rollator angewiesen, auf keinen Fall die Handtasche in dessen Ablage transportieren.

Statt Gegenwehr lieber nach Hilfe rufen

Zudem rät die Polizei dringend, bei einem möglichen Überfall keine Gegenwehr zu leisten. „Die Gefahr, bei einer körperlichen Auseinandersetzung verletzt zu werden, ist einfach zu groß“, so die Polizeisprecherin. „Rufen Sie statt dessen laut um Hilfe“. In Ermittlerkreisen glaubt nach den Vorfällen der vergangenen Tage aber kaum jemand an die Serie eines Täters.

„Die Herangehensweisen unterschieden sich, die Tatzeiten ebenso wie die Täterbeschreibungen“, so die Polizei auf Nordkurier-Nachfrage. Das mache es für die Kripo schwerer, selbst aktiv zu werden, als wenn es sich um Serientäter handele.

Anders vor zwei Jahren. 2015 machte in Neubrandenburg ein Handtaschenräuber von sich reden, der am liebsten älteren Frauen in der Südstadt auflauerte. Damals gründete die Polizei eine Extra-Gruppe aus Schutzpolizisten und Kripo-Beamten, die wochenlang bestimmte Plätze in der Stadt überwachte, auf denen der Räuber immer wieder zugeschlagen hatte. Dabei ist von den Ermittlern ein Täter auf frischer Tat ertappt worden.

Ermittler setzen noch auf einen wichtigen Zeugen

Der aber nicht für die schweren Verletzungen verantwortlich war, die sich im vergangenen Jahr eine 79-Jährige zuzog, die in der Südstadt mit einem Räuber um ihre Handtasche kämpfte. Bei dem Gerangel stürzte die Rentnerin die Treppe hinunter und brach sich Schulter und Handgelenk. Einmalig danach die Reaktion der Familie der Seniorin. Die setzte ein Kopfgeld von 500 Euro für Tipps zur Ergreifung des Täters aus – allerdings bis heute ohne Erfolg.

Die Polizei setzt nach dem Fußgänger-Brückenüberfall vom Donnerstag noch auf einen wichtigen Zeugen. Der Mann, der gerade seinen Hund ausführte, als der Täter flüchtete, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Kommentare (4)

Verkommt die Polizei zu einem der vielen Beratungsunternehmen? Wann wird hier endlich wieder gehandelt und geschützt? Kein Serientäter? Es geht mittlerweile um die Serientötung unserer Freiheit und Lebensqualität.

Einer mit dem, der andere mit der Pistole, und dann Feuer frei, auf die Verbrecher

Einer mit, dem Messer, der andere mit der Pistole

Eine Oberbürgermeisterin in Köln rät, zu potenziellen Tätern einen Meter Abstand zu halten, die Polizei rät, lieber zu zweit auszugehen. Ein Armutszeugnis erster Klasse ! Soll das Polizeiarbeit sein - Bürger zu beraten ? Früher hieß das mal ständige Aufrechterhaltung und Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Den Ansehensverlust der Polizei und damit den Rückgang ihrer Effektivität, siehe polizeiliche Kriminalstatistik, hat sich diese Kostümgruppe selbst zuzuschreiben. In fünf Jahren können wir im Neubrandenburger Rathaus ein Wachsfigurenkabinett aufsuchen, um sich erinnerungsweise einmal ins Gedächtnis rufen zu können, wie ein Polizist ausgesehen hat.Wie man im NORDKURIER lesen konnte, wird es Ganoven sogar ermöglicht, von einer Polizeiwache zu türmen. Der nächste polizeiliche Ratschlag lautet, dann aber altersunabhängig, "liebe Bürger, bitte bleibt zu Hause, Eure Polizei feiert die Überstunden ab.Auf Wiedersehen in einem Vierteljahr ! Ihre Polizei."