CAMMINER SEE

Polizei weitet Suche nach Schädel-Fund aus

Ein skelettierter Menschenschädel am Camminer See gibt der Polizei bisher Rätsel auf. Während dieser jetzt in die Gerichtsmedizin soll, suchen bald zahlreiche Einsatzkräfte die Gegend ab.
Paulina Jasmer Paulina Jasmer
Drei Männer saßen im Schlauchboot, um den Schädel von der gegenüberliegenden Seeseite vom Wasser aus zu holen. Für Fahrzeuge war der Boden zu aufgeweicht. 
Drei Männer saßen im Schlauchboot, um den Schädel von der gegenüberliegenden Seeseite vom Wasser aus zu holen. Für Fahrzeuge war der Boden zu aufgeweicht. Felix Gadewolz
Polizei und Feuerwehr waren am Sonntag nötig, um einen menschlichen Schädelknochen aus dem Uferbereich des Camminer Sees zu bergen. 
Polizei und Feuerwehr waren am Sonntag nötig, um einen menschlichen Schädelknochen aus dem Uferbereich des Camminer Sees zu bergen. Felix Gadewolz
Der Camminer See am Dienstagnachmittag: Von der sonntäglichen Aufregung ist nichts mehr zu spüren. 
Der Camminer See am Dienstagnachmittag: Von der sonntäglichen Aufregung ist nichts mehr zu spüren. Paulina Jasmer
Cammin.

Nach dem Fund eines Totenschädels im Camminer See am vergangenen Sonntag hat die Polizei am Dienstag die Umgebung des Fundortes erneut nach weiteren Hinweisen abgesucht. Am Mittwoch soll die Suche noch einmal ausgeweitet werden, bestätigt eine Polizeisprecherin. Zwei Leichenspürhunde seien überdies angefordert worden, Taucher hingegen nicht. Es werde an Land gesucht mit mehreren Einsatzkräften.

Vermisstenfälle aus der Vergangenheit werden geprüft

Bisher ist völlig unklar, ob es sich beim Schädel um den eines Mannes oder einer Frau handelt. Auch müsse geklärt werden, wie lange der Schädel dort schon lag oder ob er vielleicht dort abgelegt wurde – durch Menschenhand oder durch ein Tier, macht die Sprecherin deutlich. Hinsichtlich des Alters gibt es ebenfalls noch Fragezeichen. Es sei möglich, dass der Schädel noch aus Kriegszeiten stammt. Nichtsdestotrotz würden momentan Vermisstenfälle geprüft. So gebe es der Sprecherin zufolge beispielsweise einen Fall aus Blankensee, nur wenige Kilometer von Cammin entfernt. 2016 war dort ein Mann mittleren Alters verschwunden.

Während seines Spaziergangs mit seinem Hund hatte ein Einwohner des Dorfes den Totenschädel gefunden und daraufhin die Polizei gerufen. Zu Hause hat er auf die Rettungskräfte gewartet, um sie zur Fundstelle zu führen. Doch ganz so einfach mitnehmen konnten Beamten den Schädel nicht. Die Freiwillige Feuerwehr musste geholt werden – zur Amtshilfe. Denn der Boden in der Nähe der Fundstelle sei so aufgeweicht, dass man mit Fahrzeugen nicht rankam. Die Feuerwehr setzte ein Schlauchboot ein, um damit zur Fundstelle zu gelangen. Der Schädel, der schon vollständig skelettiert gewesen sein soll, wird der Gerichtsmedizin Greifwald übergeben, hieß es.

Erinnerung an Fall vor sechs Jahren

Viele Neubrandenburger könnten bei dem Schädelfund an die getötete Frau vor sechs Jahren erinnert werden. Seit dem Neujahrstag 2012 waren nach und nach Leichenteile am Ufer des Tollensesee angeschwemmt worden und auch im Mühlenteich fanden sich in Plastiktüten verpackte Teile eines Frauenbeins. Ein damals 69-jähriger ehemaliger Maschinenschlosser aus der Neubrandenburger Oststadt hatte seine Teilnahme am seinerzeit groß angelegten Gentest der Polizei verweigert.

Im Zuge der weiteren Suche nach dem Täter hatte er sich selbst in seinem Auto in der Garage getötet. Erst nach dem Selbstmord kam die Gewissheit im Sommer 2012: Eine DNA-Analyse ergab, dass es sich bei der Frauenleiche um seine Ehefrau gehandelt hatte. Wie und warum sie zu Tode gekommen war, konnte bis heute nicht geklärt werden. Ihr Kopf wurde bisher nicht gefunden. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, heißt es hierzu von der Polizei in Bezug auf einen möglichen Zusammenhang.

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