Tödlicher Unfall

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Prozess gegen Neubrandenburger Raser unterbrochen

Ein Holzkreuz erinnert in der Demminer Straße an das Unfallopfer.
Ein Holzkreuz erinnert in der Demminer Straße an das Unfallopfer.
Thomas Beigang

Ein junger Mann aus Neubrandenburg muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Doch kaum hatte der Prozess begonnen, wurde er auf Mitte September verschoben.

Das Verfahren gegen einen 21-Jährigen, dem der Tod eines Fußgängers zur Last gelegt wird, ist unmittelbar nach Prozessbeginn am Neubrandenburger Landgericht unterbrochen worden. Der Pflichtverteidiger hatte am Montag geltend gemacht, über eine Umbesetzung im Schöffengericht nicht fristgerecht informiert worden zu sein. Die Verhandlung soll am 17. September fortgesetzt werden.

Der Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft erhebt, lautet fahrlässige Tötung. Der Unfall am 29. August des vergangenen Jahres in der Demminer Straße in Neubrandenburg war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft vermeidbar. Aber der junge Mann am Steuer sei viel zu schnell in der Demminer Straße unterwegs gewesen.

Der 33 Jahre alte Fußgänger, der die Fahrbahn abseits der Ampelkreuzungen überquerte, hatte laut den staatsanwaltlichen Ermittlungen an dieser Stelle keine Chance. Unmittelbar nach dem Zusammenprall verstarb der Mann an der Unfallstelle. Ein schlichtes Holzkreuz mit dem Spitznamen des 33-Jährigen und dem Datum seines Todes erinnerte noch lange an das schreckliche Ereignis.

Fahrer soll an illegalem Autorennen teilgenommen haben

Was schon kurz nach dem Unfall von Zeugen berichtet wurde, steht auch für die Staatsanwaltschaft als handfester Verdacht im Raum: Der Fahrer soll an einem illegalen Autorennen auf der mehrspurigen Straße beteiligt gewesen sein und war laut Gutachten auf der für eine Geschwindigkeit von maximal 60 Kilometer pro Stunde zugelassenen Magistrale mit einem Tempo zwischen 83 und 101 Stundenkilometern unterwegs.

Die Mutter des Beschuldigten beklagte sich im vergangenen Spätsommer öffentlich darüber, wie in sozialen Netzwerken schon der Stab über ihren Sohn gebrochen wurde und er als der einzige Schuldige gebrandmarkt werde. Für den Prozess sollen knapp 30 Zeugen geladen sein. Zudem hört das Gericht einen technischen Gutachter und einen Gerichtsmediziner an. Dem Beschuldigten droht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.