LANDGERICHT NEUBRANDENBURG

Prozess gegen Pasewalker Messerstecher gestartet

Ein 31-Jähriger soll im Mai in Pasewalk im Suff einen anderen erstochen haben. Weil der Angeklagte wohl ein Fall für die Psychiatrie ist, wurden die Zuhörer aus dem Gerichtssaal verbannt.
Am Landgericht in Neubrandenburg hat die Verhandlung gegen einen 31-Jährigen wegen Totschlags begonnen.
Am Landgericht in Neubrandenburg hat die Verhandlung gegen einen 31-Jährigen wegen Totschlags begonnen. Bernd Wüstneck
Neubrandenburg ·

Die Verhandlung gegen einen 31-jährigen Pasewalker am Neubrandenburger Landgericht, dem die Staatsanwaltschaft Totschlag vorwirft, findet ohne Öffentlichkeit statt. Es könne nicht auszuschließen sein, begründete am Mittwochvormittag der Vorsitzende Richter Klaus Kabisch, dass der Angeklagte in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden müsse. Möglicherweise fällt dazu noch am Mittwoch ein Urteil.

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Der 31-Jährige soll am 20. Mai nach einem zunächst verbalen Streit mit dem späteren Opfer zurück in seine Wohnung gegangen sein und sich dort mit einem langen Küchenmesser bewaffnet haben. Dann hat er draußen auf einer Bank auf den anderen gewartet. Als der gegen 23 Uhr dort erschien, soll der Angeklagte auf ihn zugelaufen sein und ihn mit der Faust geschlagen haben. Als sich der Angegriffene zu wehren begann, zog der 31-Jährige sein Messer und stach dem Opfer zuerst fünfmal mit voller Wucht in die linke Seite und in den Rücken. Als der Mann zu Boden ging, folgten noch fünf Stiche in den Oberkörper, das Opfer verstarb noch am Tatort.

Wie der Nordkurier vom Vater des Angeklagten erfuhr, ist auch der vor einigen Jahren einem Messerangriff seines Sohnes zum Opfer gefallen. Weil sich der Vater weigerte, seinem Sprössling Geld für Schnaps und Drogen zu geben, habe der ihn in den Rücken gestochen. Noch heute erinnert eine 20 Zentimeter lange Narbe an das schreckliche Ereignis von damals. Der Verwandte des Angeklagten erzählt auch darüber, wie er unter den Geschehnissen vom Mai leiden müsse. Nicht selten, dass ihm in der Pasewalker Oststadt das böse Wort vom „Mördervater” hinterher gerufen wird.

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Kommentare (3)

Es könne nicht auszuschließen sein, dass der Angeklagte in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen werden müsse. Das ist eine Vermutung. Aufgrund dessen kann man aber im Vorfeld die Öffentlichkeit nicht aussperren da ja bis dahin noch gar keine psychische Erkrankung festgestellt wurde. Das Gericht darf nur objektiv und sachlich beurteilen und nicht nach Mutmaßungen!!!!

vgl. § 171 b GVG, dort ist geregelt, das in solchen Fällen die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden kann. Außerdem hat das Gericht noch keinerlei Festellungen getroffen, sondern ist in der Hauptverhandlung.

demnach kann die Öffentlich in den Verfahren ausgeschlossen werden, wenn zwar nicht zwingende Ausschlußgründe, jedoch relative Ausschlussgründe wie das Verfahren, die eine Unterbringung in ein psychiatrisches Krankenhaus oder in eine Entziehungsanstalt zum Gegenstand haben kann. Also wo ihr Problem hier liegt, frage ich mich wirklich.