MORDFALL MAIK PELIKAN

Prozess um Geschäftsmann aus Neubrandenburg beginnt heute

Die Tat alleine reichte wohl noch nicht. Ein Mann wird verdächtigt, später auch die Identität des Toten für Betrügereien genutzt zu haben. Das wurde ihm aber erst Jahre später zum Verhängnis.
dpa
In diesem Brunnen wurden die sterbliche Überreste von Maik Pelikan gefunden.
In diesem Brunnen wurden die sterbliche Überreste von Maik Pelikan gefunden. NK Archiv
Neuruppin.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein 34-Jähriger soll vor acht bis neun Jahren seinen Geschäftspartner, Maik Pelikan, aus Neubrandenburg im uckermärkischen Schönermark ermordet und die Leiche in einen alten Brunnen entsorgt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus. Ab heute muss sich der Mann wegen des Tötungsdelikts vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Bis Mitte Juli sind 14 Verhandlungstermine angesetzt.

Als Tatmotiv wird Habgier angenommen. Der mutmaßliche Täter betrieb mit seinem späteren Opfer im mecklenburgischen Neubrandenburg einen Sonderpostenmarkt. 2008 verlegten beide ihren Wohnsitz aus der Viertorestadt auf einen uckermärkischen Hof nach Schönermark. Mit ihnen zogen noch zwei Frauen und ein weiterer Mann dorthin um. 2009 verlor sich die Spur des Opfers, auch weil niemand den Mann als vermisst meldete. Erst im Juni 2015 wurden die menschlichen Überreste bei Bauarbeiten durch die neuen Grundstücksbesitzer entdeckt. Da lag das Skelett schon mehrere Jahre im Brunnen. Die Polizei sprach gleich von einem Tötungsverbrechen.

Betrugs- und Manipulationshandlungen nachgewiesen

Schnell gerieten die ehemaligen Mitbewohner ins Fadenkreuz der Ermittler. Alle wurden einbestellt, ihre Wohnungen in Neubrandenburg und Dresden durchsucht. Während der Verdacht gegen zwei Frauen und einen Mann ausgeräumt werden konnte, fanden die Ermittler nach akribischen Überprüfungen Belege dafür, dass der heute 34-Jährige die Geschäfte des Opfers an sich gerissen habe. Ihm konnten zahlreiche Betrugs- und Manipulationshandlungen nachgewiesen werden. Hierfür operierte er mit der Identität des Getöteten, hieß es.

Im Januar dieses Jahres klickten am neuen Wohnort des 33-Jährigen in Dresden die Handschellen. Die Indizien hatten sich nach Angaben der Ermittler so weit gegen ihn verdichtet, dass vom Amtsgericht Neuruppin Haftbefehl erlassen wurde. Im Falle seiner Verurteilung muss der 34-Jährige mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe rechnen.

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