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Prozess um Mord in Siedenbollentin steht kurz vor Ende

Der Angeklagte an einem früheren Verhandlungstag. Er hat bereits ein Teilgeständnis abgelegt.
Der Angeklagte an einem früheren Verhandlungstag. Er hat bereits ein Teilgeständnis abgelegt.
Felix Gadewolz

Im Mai wurde in Siedenbollentin eine junge Frau getötet, vor dem Neubrandenburger Landgericht muss sich ein Unternehmer wegen Mord verantworten. Nun steht das Urteil offenbar kurz bevor.

Das Landgericht Neubrandenburg will den Prozess um den Mord an einer Frau in Siedenbollentin (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) am 29. November abschließen. Das kündigte der Vorsitzende der Strafkammer, Jochen Unterlöhner, bei der Verhandlung am Freitag an. Zuvor waren Zeugen aus dem Dorf angehört worden. Die ursprünglich geplante Anhörung eines psychiatrischen Gutachters wurde dagegen auf Montag verschoben

Dem 48-jährigen Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft Mord zur Verdeckung einer sexuellen Nötigung vor. Der Unternehmer hat die Tötung der Frau vor Gericht gestanden, bestreitet aber einen sexuellen Hintergrund.

Angeklagter will sich nicht mehr an alles erinnern können

Einer der Zeugen, ein 50-jähriger Polizist und Freund des Angeklagten, schilderte, wie er in der Tatnacht von der verängstigten Frau des Beschuldigten gerufen wurde: Sie hatte ihren Mann nachts mit einer reglosen Person auf dem Hof gesehen, ihn aber nicht davon abhalten können, mit dem Opfer im Auto wegzufahren.

Kurz danach seien auch Polizisten gekommen, und es habe sich herausgestellt, dass eine junge Frau aus dem Dorf vermisst wird – das 29-jährige spätere Opfer. Die Beamten fanden den 48-Jährigen noch in der Nacht, und er wies ihnen den Weg zum Versteck der Leiche.

Der Angeklagte hat vor Gericht gestanden, dass er die 29-Jährige am 6. Mai abends in ihrer Wohnung tötete. Er habe die Frau bei einem Streit gewürgt und ihre Leiche dann in einem Moor versteckt. Wegen seines Alkoholkonsums könne er sich aber nicht an alles aus jener Nacht erinnern: „Ich weiß nicht mehr, was ich gleich nach dem Würgen gemacht habe.“ Der Vorfall soll sich nach der feucht-fröhlichen Aufstiegsfeier des Dorffußballclubs ereignet haben.