KRIMINALITÄT

Prozessbeginn nach Raubüberfall auf Neubrandenburger Geldtransporter

Der Überfall wirkte wie aus einem Actionfilm: Mehrere Männer wollten Millionen aus einem Neubrandenburger Geldtransporter klauen. Jetzt startet der Prozess.
Der Geldtransporter der Firma Wachschutz Neubrandenburg (WSN) wurde im Oktober 2018 in Berlin-Mitte gestoppt und aufgebrochen.
Der Geldtransporter der Firma Wachschutz Neubrandenburg (WSN) wurde im Oktober 2018 in Berlin-Mitte gestoppt und aufgebrochen. An Bord waren sieben Millionen Euro, doch die Täter gingen leer aus, drei stehen jetzt vor Gericht. Paul Zinken
Berlin.

In Berlin müssen sich ab Donnerstag drei Männer vor dem Landgericht verantworten, weil sie vor elf Monaten nahe dem Alexanderplatz einen Geldtransporter einer Neubrandenburger Firma ausgeraubt haben sollen. Zwei der Angeklagten wird zur Last gelegt, zusammen mit drei weiteren Komplizen am 19. Oktober 2018 den Geldtransporter in Berlin-Mitte überfallen zu haben. Der Dritte soll Beihilfe geleistet haben.

Der Coup lief filmreif ab. Die Täter sollen den auf der Schillingstraße fahrenden Geldtransporter mit zwei Autos ausgebremst und eingekeilt haben. Die fünf Männer stiegen dann aus ihren Wagen und hielten die Geldboten mit vollautomatischen Waffen in Schach. Mithilfe eines hydraulischen Spezialgeräts sollen sie dann die Hecktüre geöffnet und Teile des transportierten Geldes geraubt haben. An Bord befanden sich rund sieben Millionen Euro.

Täter schossen auf Streifenwagen

Weil die Polizei aber schnell anrückte, ergriffen die Täter Hals über Kopf mit ihren Autos die Flucht, während derer sie mehrere Unfälle verursachten. Außerdem schossen sie auf den Streifenwagen, um diesen abzuschütteln. Das zweite Auto wurde bei einem Unfall so schwer beschädigt, dass die Täter es mitsamt dem Geld zurücklassen mussten. Den Rest der Beute hatte das Quintett schon vorher auf der Flucht verloren. Die Beschuldigten konnten nach und nach gefasst werden. Der wegen Beihilfe angeklagte Mann soll das Hydraulikwerkzeug sowie ein Tatfahrzeug besorgt haben. Drei Täter sind untergetaucht und auf der Flucht.

Für den Prozess am Berliner Kriminalgericht sind laut Staatsanwaltschaft zunächst 37 Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird nicht vor Ende Februar 2020 erwartet. Die Anklage lautet auf schweren Raub, Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer sowie Beihilfe zu schwerem Raub.

Verletzt wurde bei der Tat niemand. Der überfallene Geldtransporter gehörte zur Berliner Filiale des Unternehmens Wachschutz Neubrandenburg (WSN). Die Firma WSN hat nach eigenen Angaben 620 Mitarbeiter und zählt bundesweit zu den größten Mittelstandsunternehmen im Geld- und Werttransport. Laut Medienberichten kommen die Tatverdächtigen aus dem Umfeld des sogenannten Remmo-Clans. Auf dessen Konto sollen weitere schwere Straftaten gehen – wie der spektakuläre Diebstahl der Goldmünze Big Maple Leaf aus dem Bode-Museum 2017 oder der Millionenraub aus der Mariendorfer Sparkasse 2014.

 

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