POLIZEI

Rätsel um Phantom vom Neubrandenburger Ring bleibt ungelöst

Die Ermittler glaubten schon, einen mysteriösen Unfall auf dem Friedrich-Engels-Ring in Neubrandenburg aufgeklärt zu haben. Klappte aber doch nicht.
Mit diesem Auto war der „Ring-Flitzer” zusammengestoßen.
Mit diesem Auto war der „Ring-Flitzer” zusammengestoßen. Tobias Holtz
Der Unfall ereignete sich am 29. August 2019 direkt vor dem Nordkurier Medienhaus am Friedrich-Engels-Ring. Trotz mutmaß
Der Unfall ereignete sich am 29. August 2019 direkt vor dem Nordkurier Medienhaus am Friedrich-Engels-Ring. Trotz mutmaßlich schweren Verletzungen flüchtete der angefahrende Mann unerkannt. Foto: Tobials Holz Tobias Holtz
Neubrandenburg ·

Der spektakuläre Verkehrsunfall vor einem Jahr hätte auch aus einem Action-Film stammen können: Am 29. August 2019 versuchte ein Mann, den stark befahrenen Friedrich-Engels-Ring zu überqueren und wurde bei seinem Spurt von einem Auto erfasst, landete auf der Motorhaube und schlug mit dem Kopf in die Windschutzscheibe. Trotz seiner offensichtlichen Verletzungen rannte er blutüberströmt davon.

Tatverdacht hat sich nicht bestätigt

Danach verliert sich seine Spur – bis heute. Ausgewertetes Videomaterial, der Einsatz eines Fährtensuchhundes, Zeugenvernehmungen – all das brachte die Neubrandenburger Polizei bei der Suche nach dem Phantom vom Friedrich-Engels-Ring am Ende nicht voran. Dabei bestand schon die Hoffnung, das mysteriöse Unfallopfer doch identifiziert zu haben.

„Es gab zunächst einen Tatverdächtigen, wobei sich der Tatverdacht nicht bestätigt hat“, sagt die Sprecherin des Polizeiinspektion, Diana Mehlberg, dem Nordkurier. Der flüchtige Unfallverursacher habe abschließend nicht ermittelt werden können und der Vorgang sei zur Entscheidung an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden. Die Sprecherin unterstrich jedoch: „Bei Vorliegen neuer Erkenntnisse oder Spuren werden die polizeilichen Ermittlungen selbstverständlich wieder aufgenommen.“

Gleich mehrfach strafbar gemacht

Denn das Phantom hat sich in mehreren Punkten strafbar gemacht. Nicht nur, weil es die viel befahrene Straße an einem denkbar ungünstigen Ort und trotz anhaltenden Verkehrs überquerte. Und auch nicht nur, weil der Verdächtige möglicherweise kurz zuvor ein Fahrrad gestohlen hatte, wie Augenzeugen berichteten. Sondern auch, weil er kurz nach dem Zusammenstoß mit einer Windschutzscheibe schnell das Weite gesucht hat. Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, so heißt das im Polizeideutsch.

Zuvor beim Fahrradklau erwischt

Unklar bleibt damit weiterhin, warum der Mann auf die Straße rannte, ohne auf den Verkehr zu achten. Zunächst kursierte das Gerücht, er habe unter Drogen gestanden. Doch nachdem die Polizei zahlreiche Zeugen befragt hatte, waren die Beamten am Abend des Unfalltags relativ sicher, dass der Betroffene auf der Flucht war. Er soll zuvor in der Innenstadt beim Fahrradklau erwischt worden sein. Passanten nahmen die Verfolgung auf – während der Flucht des Mannes kam es dann zu dem Unfall. Aufgrund der Verletzungen hatte die Polizei in der Rettungsstelle des Neubrandenburger Klinikums und bei anderen Notärzten abgefragt, ob sich ein Mann mit entsprechenden Kopfverletzungen behandeln ließ. Dies blieb ohne Erfolg, ebenso wie die Absuche der Wallanlage mit einem Fährtenhund. Dort gab es schlicht zu viele Geruchsspuren.

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