KOSTENEXPLOSION

Rathaus-Sanierung kostet 4,5 Millionen Euro mehr

Die Modernisierung des alten Klotzes der Neubrandenburger Stadtverwaltung kostet einiges mehr als geplant. Das bekommt auch die Stadtkasse zu spüren. Es gibt dennoch eine gute Nachricht in der Hiobsbotschaft.
Thomas Beigang Thomas Beigang
So soll es wahrscheinlich aussehen, das Neubrandenburger Rathaus nach erfolgreicher Sanierung.
So soll es wahrscheinlich aussehen, das Neubrandenburger Rathaus nach erfolgreicher Sanierung.
Neubrandenburg.

Das haben die Mitglieder des Rathaus-Beirats, jenes die Vorbereitung und Sanierung des Verwaltungsgebäudes begleitenden Gremiums aus Stadtplanern und Stadtvertretern, nicht gern gehört. Die energetische Sanierung des 50 Jahre alten Verwaltungsgebäudes in Neubrandenburg kostet nach dem bisherigen Stand der Planung rund 4,5 Millionen Euro mehr als ursprünglich gedacht. Schuld an den millionenschweren Mehrkosten seien, so heißt es in den dem Nordkurier vorliegenden Papier, vor allem die Entwicklung der Baukosten. Statt der im Jahr 2017 berechneten Summe in Höhe von 13,9 Millionen Euro kostet die ganze Angelegenheit insgesamt nunmehr wahrscheinlich 18,4 Millionen Euro.

Neue Auflagen machen alles teurer

In einer aktuellen Bauvolumenberechnung heißt es, man müsse für das Jahr 2019 mit einem Preisanstieg von rund 4,5 Prozent rechnen, ein Jahr später erwarten die Planer 3,5 Prozent. Umgerechnet machen die Anpassung des Baupreisindexes rund 1,4 Millionen Euro aus. Das allein ist aber nicht für den enormen Preisanstieg verantwortlich. Wie den Stadtvertretern im Rathaus-Beirat erläutert wurde, ergeben sich Mehraufwendungen auch aus neuen Auflagen. So aus den Anforderungen des Landeskriminalamtes zur Sicherung des Gebäudes und sensibler persönlicher Daten, der Brandschutz verlangte einiges mehr an Prävention, und auch zusätzliche verlangte Maßnahmen zur Barrierefreiheit schlugen bei der neuen Preisberechnung ins Gewicht. Die zusätzlichen Auflagen des Landesförderinstituts sind etwa 3,1 Millionen Euro schwer.

Großteil der Mehrkosten übernimmt das Land

Die „gute“ Nachricht dabei: Einen großen Teil der Mehrkosten übernimmt das Land, aber die Stadt Neubrandenburg kommt dabei längst nicht ungeschoren davon. Satt des ursprünglich errechneten Eigenanteils in Höhe von 3,4 Millionen Euro muss die Stadt nun 5,7 Millionen Euro hinblättern.

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Kommentare (14)

Das sind ca. 36 Millionen DM.
Welch ein Wahnsinn !!! Am Ende werden es wohl 25 Millionen werden und niemand wird es stören. Diese Gesellschaft ist mittlerweile so krank.
Burg Stargard denkt auch an eine Sanierung für mehrere Millionen eines Hauses am Markt nach, das niemand wirklich für ein Denkmal hält. Ich kann mir leider immer noch keinen Film ruckelfrei im Internet laden, da keine Bandbreite vorhanden ist...…
Holger Möller 17094 Burg Stargard OT Lindenhof 6

Da haben Sie natürlich recht.
Es macht viel mehr Sinn, Ihnen eine schnellere Internetverbindung bereit zu stellen, statt die Millionen in die Sanierung des Rathauses zu stecken.
Aber...
Eventuell gibt es ja dann freies Wifi im Rathaus. Dann lohnt sich die Sanierung doch auch für Sie.
Toller Vergleich

Hier geht es nicht um meinen persönlichen Anschluss, sondern um die Tatsache das hier Millionen verpulvert werden und es zum Beispiel beim Breitbandausbau sehr sehr träge bis gar nicht "vorwärts" geht, weil ja was eigentlich, fehlt ?? !!

Verpulvert würde ich es ja nicht nennen. Das Geld bleibt ja nun mal irgendwo. Es gibt genug Firmen und Arbeitnehmer, sei es der Maler, Klempner oder das Umzugsunternehmen, die sich darüber freuen mal Lokal arbeiten zu können.
Übrigens, Nördlich von NB wird fleißig Glasfaser verlegt ,um die ganzen Dörfer ein zubinden. Dort gibt es teilweise nicht mal LTE was man in Lindenhof doch eigentlich bekommen sollte.

Erklären Sie uns doch bitte den Umrechnungsfaktor.

Ich habe ca. geschrieben. Falls sie es wissen wollen: 1,95583 war der offizielle Umrechnungsfaktor.

Ihr "ca." ist in Anbetracht der vergangenen Zeit leicht untertrieben.

Noch nicht mal angefangen mit der Sanierung und schon Explodieren die Kosten. Und das nur weil die bekloppten aus der Vertretung lieber sanieren als Neubauen wollten. Und der Steuerzahler darf es wieder zahlen. Und das Ende ist noch gar nicht erreicht. Mal sehen ob die 30Mio Marke getroffen wird. Nur die öffentliche Hand kann so verlogen Planen.

Der neue BER in klein?

Für eine, Toiletteneinrichtung, neben dem Bahnhof, ist kein Geld da

wenn man alle Verwaltungen unter einem Dach hat und es funktioniert - easy service - andererseits ein neues Gebäude gemessen an A20 und BER wird garantiert nicht billiger und besser - über die Jahre hat man sich an den ,,netten Klotz,, gewöhnt, also lasst ihn so - zu holen gibt;s da eh nichts - außer Papier

Kleine Frage am Rande, weil nicht mehr Nordbewohner: Ist es das Gebäude, in dem zu DDR- Zeiten der Rat des Bezirkes UND die ihm "übergeordnete Behörde" = Bezirksleitung der SED untergebracht waren?

Kleine Frage am Rande, weil nicht mehr Nordbewohner: Ist es das Gebäude, in dem zu DDR- Zeiten der Rat des Bezirkes UND die ihm "übergeordnete Behörde" = Bezirksleitung der SED untergebracht waren?

Ja es wurde 1967 angefangen zu Bauen, vorher wurden die Villen, mit dem Panzer glatt gemacht, dann zog 1968 Chemnitzer, mit sein Gefolge ein