Gemälde

Raubkunst von 1919 zurück in Neubrandenburg

Ein Gemäldediebstahl mit einer Leiter hat sich nach 102 Jahren als Glücksfall für Neubrandenburg erwiesen. Ein Sammler erwarb es – und es tauchte in Finnland auf. Nun ist es zurück in der Stadt.
dpa
Oberbürgermeister Silvio Witt und die Abgesandten aus Helsinki Kai Kartio und Stefan Björkmann (von links) nach der
Oberbürgermeister Silvio Witt und die Abgesandten aus Helsinki Kai Kartio und Stefan Björkmann (von links) nach der Enthüllung des Bildes. Thomas Beigang
Das aus den 17. Jahrhundert stammende Gemälde „Landschaft mit Hirte und Herde“ hängt nach 102 Jahren wie
Das aus den 17. Jahrhundert stammende Gemälde „Landschaft mit Hirte und Herde“ hängt nach 102 Jahren wieder in der Neubrandenburger Kunstsammlung. Thomas Beigang
Elke Pretzel, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunstsammlung Neubrandenburg.
Elke Pretzel, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Kunstsammlung Neubrandenburg. Stefan Sauer
Bild hat den Titel „Landschaft mit Hirt und Herde”.
Bild hat den Titel „Landschaft mit Hirt und Herde”. Stefan Sauer
Neubrandenburg

Eine Delegation aus Finnland hat am Samstag ein besonderes Raubkunst-Kapitel der Stadt Neubrandenburg beendet. Der Leiter des Amos Rex in Helsinki, des größten privaten Kunstmuseums in Finnland, Kai Kartio, übergab der Neubrandenburger Kunstsammlung ein 1919 gestohlenes Gemälde.

Das Ölbild heißt „Landschaft mit Hirt und Herde”, stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde vom Maler Philipp Peter Roos (1655-1706) gemalt. Es war im Rahmen der sogenannten Provenienzforschung  in dem Kunstmuseum in Finnland entdeckt worden, bei der Experten die Herkunft von Kunstgegenständen überprüfen.

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„Unser Sammler Amos Andersen (1878-1961) konnte damals, als er das Bild bei einem Antiquitätenhändler erwarb, nicht ahnen, dass es gestohlen war”, sagte Kartio bei der feierlichen Enthüllung. Andersen war ein Verleger, der in Deutschland studiert hatte.

Erste zurückgekehrte Bild

Da die gesamte historische Gemäldesammlung aus Neubrandenburg – die früher die größte in ganz Mecklenburg war – seit 1945 verschwunden ist, ist das Ölbild aus Helsinki nun das erste aus der historischen Sammlung, das wieder zurückgekehrt ist.

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Das Gemälde von Roos war 1919 bei einem Einbruch mit einer Leiter mit 16 weiteren Bildern verschwunden. Recherchen ergaben, dass es 1926 durch den Finnen Andersen erworben wurde. Dessen Sammlung bildete 1965 den Grundstein für das größte private finnische Kunstmuseum, das Amos Rex.

Die Neubrandenburger Kunstsammlung von 1890 hatte mehr als 10 000 Kunstgegenstände. Sie war im April 1945 verladen und fortgeschafft worden. Die Stadt brannte in der Nacht zum 30. April 1945 aus. Nachdem Inventarlisten gefunden worden waren, wurde die Sammlung für die Suche beim Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste gemeldet. Auf diese Weise kamen auch die gestohlenen Gemälde auf die Suchliste. Letzlich gab es eine Inventarnummer von 1890 auf der Rückseite des Bildes, die letztlich zur Schenkung an die neue Kunstsammlung führte.

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Kommentare (3)

ist ein Selbstbildnis des Malers und die Tiere waren seine eigenen.

zurück in der Heimat!

waren beide Mecklenburg damals sehr wohlhabend. Gewiss nicht die einfachen Leute, aber ganz sicher die Herzöge und Junker.