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Angriff auf Somalier

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Rechter Schläger in Neubrandenburg verurteilt

In Neubrandenburg wurde ein Mann verurteilt, weil er auf einen Flüchtling eingeprügelt hatte.
In Neubrandenburg wurde ein Mann verurteilt, weil er auf einen Flüchtling eingeprügelt hatte.
Bernd Wüstneck

Zwei somalische Flüchtlinge wurden im vergangenen November in Neubrandenburger Oststadt brutal zusammengeschlagen. Ein Täter wurde nun verurteilt, nach zwei weiteren wird noch gesucht.

Ein 26-Jähriger ist am Mittwoch vom Amtsgericht Neubrandenburg zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Er und zwei Begleiter hatten am 25. November 2017 in der Oststadt zwei Somalier rassistisch beschimpft. Daraufhin kam es zu einem Wortgefecht mit den ebenfalls 26-jährigen Geflüchteten.

Dies wollte die Dreier-Gruppe nicht auf sich sitzen lassen und so kam es zu einer handfesten Schlägerei. Infolge des Handgemenges ging einer der Somalier zu Boden. Daraufhin gingen die zwei noch unbekannten Mittäter auf den anderen Afrikaner los und traktierten mit Schlägen und Tritten – selbst als er ebenfalls zu Boden ging. Die Verletzungen des Somaliers, der als Nebenkläger auftritt, waren so schwer, dass er im Krankenhaus operiert und stationär weiterbehandelt werden musste.

Der 26-jährige Haupttäter konnte nur deshalb überführt werden, weil er während des Handgemenges seinen Schlüsselbund am Tatort verlor. Der einschlägig bekannte Tatverdächtige äußerte sich während der Verhandlung am Mittwoch nicht zu den Vorwürfen, wurde aber von einem der Opfer klar identifiziert.

Das rassistische Tatmotiv und die vielen Vorstrafen des Täters wirkten sich verschärfend auf die Höhe der Strafe aus. Der Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann vom 26-jährigen Täter noch angefochten werden.