Wildwechsel

Rehe machen Neubrandenburger Kulturpark unsicher

Schwarz- und Rehwild waren zuletzt vermehrt in Neubrandenburg zu beobachten. Besteht jetzt erhöhte Wildwechsel-Gefahr?
Tim Prahle Tim Prahle
Anfang der Woche tummelten sich am Nachmittag gleich mehrere Rehe im Kulturpark.
Anfang der Woche tummelten sich am Nachmittag gleich mehrere Rehe im Kulturpark. Ulf Krömer
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Neubrandenburg.

"Die sind vorher schon neben meinem Auto hergelaufen, wie die Bekloppten!“ Eindrücklich berichtet Ulf Krömer von seinem Erlebnis im Kulturpark Anfnag der Woche. Er habe seine Tochter abholen wollen, als er die Rehe neben seinem Wagen im Gehölz bemerkte. „Ich bin dann immer langsamer gefahren und hab schlussendlich angehalten.“ Dann seien die Tiere direkt vor seinem Auto über die Straße gelaufen.

Dass dabei nichts Schlimmeres geschah, liegt vielleicht auch daran, dass der Neubrandenburger eine Woche zuvor bereits eine unliebsame Begegnung mit Waldbewohnern auf der Straße hatte. Das Aufeinandertreffen mit einer Wildschweinrotte sei für zwei Tiere und das Auto weitaus weniger glimpflich ausgegangen. Krömer scheint bei Weitem nicht der einzige Neubrandenburger zu sein, der derartige Begegnungen vermehrt hatte.

Zeitumstellung hat Wahrnehmung der Tiere verschoben

Besteht in der Kreisstadt nun eine erhöhte Gefahr durch Wildwechsel? Zumindest zu mehr Unfällen sei es mit dem Frühlingsanfang nicht gekommen, so eine Polizeisprecherin. Zwei Wildunfälle seien im März innerhalb der Stadt gemeldet worden. Blicke man auf die Kreis- und Landstraßen, sei die Zahl zwar höher, aber nicht ungewöhnlich. Durch die Zeitumstellung sei die Wahrnehmung auch immer ein wenig verschoben. Dennoch betont die Polizeisprecherin:  „Wir haben auch in Neubrandenburg Wild, und umsichtiges Fahren sollte überall die Devise sein.“

Diesen Warnhinweisen kann sich auch Torsten Loop vom Landesforstamt anschließen. Denn: „Gerade bei den Rehböcken gibt es aktuell Einstandskämpfe, da ist ordentlich Bewegung drin.“ Die Rehe sprängen auch in die Schrebergärten, wenn die Zäune nicht hoch genug sind.

Achtung, die Bachen sind im Moment aggressiv!

Auch Wildschweine hätten durchaus ihre Nischen in der Stadt, meist am Rand. Erschwerend komme hinzu, dass Muttertiere aktuell nicht gejagt werden dürfen. Die Bachen selbst seien allerdings zunehmend aggressiv, wenn es darum geht, ihre Frischlinge zu verteidigen. „Auch wenn die Kleinen für einige Leute ganz süß sein mögen: Bloß nicht füttern!“, warnt Loop. Zudem sollten auch Komposthaufen gut abgesichert sein, um kein Schwarzwild anzulocken. Schneller, als es den Bewohnern lieb ist, könnte sonst der eigene Garten von einer wachsamen Wildschweinmutter und ihren Frischlingen besetzt werden.