RECYCLING

Remondis kündigt bessere Gelbe Säcke an

Die Beschwerden über die schlechte Qualität der gelben Wertstofftüten sind bekannt. Doch ein Lösung für das dünnwandige Problem ist vorerst nicht in Sicht …
Christina Weinreich Christina Weinreich
Derzeit gibt es immer wieder Probleme mit den Gelben Säcken. Das soll sich ändern. NK-Archiv: Patrick Seeger
Derzeit gibt es immer wieder Probleme mit den Gelben Säcken. Das soll sich ändern. NK-Archiv: Patrick Seeger Patrick Seeger
Altentreptow.

Am schwarzen Verschlussband darf man nur leicht beim Schließen des gelben Sackes ziehen, sonst reißt es sofort aus der Halterung. Etwas sperrige Gegenstände mag der Gelbe Sack gleich gar nicht, da antwortet er sofort mit Löcherbildung. Und wenn man die Säcke voneinander trennen will, ist ebenso äußerste Vorsicht geboten, sollen beide heil bleiben. So mancher Verbraucher zieht dann einfach einen zweiten Sack über den lädierten drüber, um die Wertstoffe beisammenzuhalten.

Jürgen Hirlemann, Betriebsleiter des Entsorgers Remondis, sind all diese Mängel, die ihm unter anderem aus dem Altentreptower Bereich aufgezählt werden, bekannt. „Es gibt bessere Qualitäten“, sagt er, und die Altentreptower seien beileibe nicht die einzigen, die darüber klagen. Zwischen sechs und sieben Millionen gelbe Säcke werden im Landkreis jährlich verbraucht, die Kosten für den Erwerb bewegen sich laut Hirlemann im sechsstelligen Bereich.

Falsch befüllt und zweckentfremdet

Das Problem: In Deutschland gebe es nur den einen Hersteller der Wertstoffsäcke. „Für 2018 hat eine neue Ausschreibung stattgefunden. Im neuen Jahr werden wir reißfestere Säcke in Umlauf bringen. Vom gleichen Hersteller. Wir haben ein Muster gesehen, es ist von besserer Qualität“, sagt der Betriebsleiter. Da sie etwas dickwandiger seien, würden sie auch etwas teurer sein. Doch ehe die neuen Säcke ausgereicht werden, müsse der Altbestand verbraucht werden.

In den Verträgen mit den Entsorgungsfirmen ist genau vorgegeben, wie dick die Säcke sein müssen. Natürlich könnte das geändert werden. Doch vom Grünen Punkt heißt es: So wenig Sack wie nötig, für so viele Verpackungen wie möglich. Natürlich seien die Säcke von Jahr zu Jahr dünner geworden, heißt es von Entsorgern aus anderen Gebieten Deutschlands. Der Grund: Als sie noch stabiler waren, wurden sie falsch befüllt oder zweckentfremdet.

Mittlerweile kursieren im Internet Anleitungen, die dünnen Gelben Säcke auszutricksen. So könne man Hundefuttersäcke in die Gelben Säcke hineintun, um Verpackungsmüll deutlich reißfester abtransportieren lassen zu können, heißt es. Und im Internet begegnet man dem Problem mit einem ganz eigenen Humor:

StadtLandKlassik - Konzert in Altentreptow

zur Homepage

Kommentare (1)

Ich habe mich auch beschwert, direkt beim grünen Punkt. Den Link hatte ich vom Abfallentsorgungsverband. Als Antwort bekam ich, ich solle 1-2 Säcke zu einem Prüflabor in Berlin schicken, auf eigene Rechnung versteht sich. Die haben sie nicht mehr alle. Zur Qualität: Ich habe noch Säcke aus den neunzigern bei meiner Mutter gefunden. Die waren noch zu gebrauchen. Vielleicht sollte Remondis einfach diesbezüglich recherchieren. Die beste Lösung wäre natürlich die gelbe Tonne.