ZU VIELE KINDER

Rentnerin schimpft über volle Busse in Neubrandenburg

In Neubrandenburg sind im Berufs- und Schülerverkehr zusätzliche Busse unterwegs, damit sich nicht zu viele Fahrgäste am Morgen in die Busse drängen. Eine Frau beschwert sich nun aber.
In Neubrandenburg sind zu Stoßzeiten mehr Busse eingesetzt, damit Abstände zwischen den Fahrgästen eingehalten
In Neubrandenburg sind zu Stoßzeiten mehr Busse eingesetzt, damit Abstände zwischen den Fahrgästen eingehalten werden. Tim Prahle/Archiv
Neubrandenburg ·

Karin Stolp findet, dass die Busse im morgendlichen Stadtbusverkehr in Neubrandenburg durch Schüler ziemlich überfüllt sind. Und das, obwohl es doch morgens an einigen Punkten in der Stadt zwei Busse gibt, die hintereinander die Bushaltestellen anfahren. Die Neubrandenburgerin schreibt dem Nordkurier: „Da ich meine Arzttermine fast immer morgens habe, muss ich auch den Bus benutzen. Doch der Bus für den 'normalen' Verkehr war dann immer voller Kinder und die Zusatzbusse mit höchstens zwei bis drei Kindern fuhren hinterher.“

Zusatzbusse als Verstärker

Die von ihr bezeichnete normale Linie sei derart übervoll, dass geschubst und gedrängelt werde. Könnten die Kinder nicht in die hinteren Busse einsteigen, fragt die Neubrandenburgerin, die sich auch etwas am Lärm der Schüler am Morgen stört.

Laut einer Sprecherin der Neubrandenburger Stadtwerke sind drei zusätzliche Busse als sogenannte Verstärker im Schülerverkehr im Einsatz, um morgens und nachmittags mehr Abstand zwischen allen Fahrgästen zu ermöglichen. Die Fahrzeuge sind auf den Linien 2 (Lindenberg) und 9 (Datzeberg) unterwegs, jeweils von 7 bis 8 Uhr sowie 13 bis 15 Uhr. Das seien die Tageszeiten mit der höchsten Schülerzahl im ÖPNV der Stadt Neubrandenburg. Dann würden jeweils zwei Busse die Haltestellen anfahren.

Busse zu 84 Prozent ausgelastet

„Die Verstärker stehen nicht ausschließlich für Schülerinnen und Schüler bereit. Sie können ebenso von allen Fahrgästen genutzt werden, die Zeitkarten (Monats-, Jahreskarten) besitzen oder ein Onlineticket über die HandyTicketDeutschland-App gekauft haben“, informiert Sprecherin Steffi Schwabbauer. Allerdings: Weil die entsprechende Verkaufstechnik in den zusätzlichen Bussen nicht vorhanden ist, können dort keine Einzelfahrscheine verkauft oder entwertet werden. Fahrgäste mit solchen Tickets müssten deshalb den jeweils ersten Bus nutzen.

Mit Blick auf die Statistik heißt es, dass die Stadtbusse aktuell zu 84 Prozent ausgelastet seien – verglichen mit dem Vor-Coronajahr 2019. „Insofern können wir den Eindruck nicht bestätigen, dass die Busse überfüllt sind. Die betreffenden Busse gelten mit deutlich über 100 Fahrgästen als voll besetzt“, ordnet Steffi Schwabbauer die Zahlen ein.

Landkreis finanziert die Busfahrten

Die Verstärker-Busse würden laut Fahrgastzählung zufolge von bis zu 35 Fahrgästen genutzt. Weil im ÖPNV Abstände von 1,5 Metern häufiger nicht eingehalten werden könnten, gebe es deutschlandweit die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen. „Wenn es in einem Bus der Verstärkerlinien zu voll wird, weisen unsere Busfahrer auf den dahinter haltenden zweiten Bus hin“, betont die Sprecherin. Als Teil der Maßnahmen zum Coronaschutz finanziert laut Stadtwerke-Sprecherin der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte diese Busfahrten, aktuell bis zu den Oktoberferien. Zum weiteren Einsatz der zusätzlichen Busse werde es wie gehabt Abstimmungen mit dem Landkreis geben.

Der Kreis bestätigt, dass die pandemische Lage und die damit verbundenen Verfügungen zu gegebener Zeit neu entschieden würden. Neben den drei Entlastungsbussen in Neubrandenburg seien noch weitere drei solcher Busse im Kreisgebiet im Einsatz.

 

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Kommentare (10)

Busse sind da, um nicht leer zu fahren. Dass Kinder lebhaft sind, ist so alt, seit es Kinder gibt. Dass nicht nur Kinder in das erste Fahrzeug einsteigen, ist psychologisch bedingt.

Warum lässt sich die Dame nicht einfach die Arzttermine eine Stunde später geben?

Seine Kochsendung im ÖR zu verpassen.

(Eine ältere Dame hat sich letztes Jahr lautstark im Wartezimmer beschwert, sie warte trotz Termin schon 30min und verpasst ihre Kochsendung, wenn sie jetzt nicht gleich rankommt. Schließlich muss sie noch mit dem Bus heimfahren …)

Gehen, gefühlt, auch immer Samstags oder unter der Woche nach 16 Uhr einkaufen.
Man könnte ja jemanden im vollen Supermarkt treffen oder zumindest das Kassenpersonal in Grund und Boden quatschen, sein Portemonnaie aufs Kassenband auskippen um Zeit zu schinden oder ständig dem Vordermann mit dem Wagen in die Hacken fahren.

In ein paar Jahren wird es den deutschen Wutrentner nicht mehr geben.
Platz ist auf dem kleinsten Eselskarren.

Ohja volle Busse und Rentner, zur rush hour, beim Discounter werden unser geringstes Problem sein.

Im Übrigen würde ich wetten, wenn die Zusatzbusse unmittelbar vor den regulären Bussen fahren würden, hätte sich das Problem, dass die Schüler alle in den regulären Bus einsteigen ganz schnell erledigt.

omi steck dir was in die ohren kinder sind laut und wenn ihnen das nicht passt nehmen sie halt den anderen bus die kids haben sicher auch keine lust solch mies gelaunte oma zu sehen ..........wie im supermarkt abends 17uhr sind die omas am shoppen wegen einem glas honig......

Kinder stören im Bus
Jugendliche sind abends zu laut
Und sowieso ist alles ungerecht!

Wie schön waren die Zeiten mit geschlossenen Schulen und Ausgangssperren... leere Busse und angenehme Stille zur besten Lindenstraßen Zeit.

Schützt die alten!!

Warum steigt die Dame nicht selber in den nächsten Bus. Wie es aussieht hat sie ja noch so viel Zeit zu sehen, dass der Nächste leer ist. Dann schafft sie auch ihren Arzttermin, wenn sie eine Minute später fährt. Im übrigen soll es ja so sein, dass mehr öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. Genauso gut könnte jedes Elternteil der Kinder mit dem Auto fahren und dann würde sie im Stau stehen und dies auch nicht toll finden. Was ist da wohl besser.

….die alte Frau daran erinnern sollte, dass sie auch mal jung und ein Kind war, so sollten wir daran denken, dass uns das älter und kautzig werden auch noch bevorsteht.😜

Erst der arbeitenden Bevölkerung die frühen Arzttermine wegnehmen und sich dann noch beschweren, dass die Busse morgens mit Schülern voll sind.
Früher (also gut ich meine ganz früher) ist man im Bus aufgestanden, und hat einem älteren Mitfahrer seinen Sitzplatz angeboten. Da waren diese auch noch dankbar!
Heutzutage muss man ernsthaft überlegen, ob eine sportliche Kampftruppe von Kaffeetrinkern und Tortenesserinnen nicht viel besser zu Fuß ist als ein von der Arbeit Geschlauchter, der gerade wieder einmal ihre Rente erarbeitet hat.