ÜBERFALL IN NEUBRANDENBURG

Rentnerin sucht nach Raub ihren Retter

Ein beherzter Zeuge eilte einer überfallenen 81-Jährigen zur Hilfe. Diese möchte sich jetzt bedanken, weiß aber den Namen des Mannes nicht.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Auf die Handtasche einer 81-Jährigen hatte es der Täter abgesehen, die sich jetzt bei einem Helfer bedanken möchte.
Auf die Handtasche einer 81-Jährigen hatte es der Täter abgesehen, die sich jetzt bei einem Helfer bedanken möchte. Oliver Killig
Neubrandenburg.

Der Schreck sitzt der 81-Jährigen noch in den Knochen. Ebenso ihr Spurt dem Täter hinterher. Ein Handtaschenräuber hatte der zierlichen Frau am Dienstagvormittag beim Lindetal-Center die Handtasche entrissen, doch sie wollte nicht klein beigeben und rannte los. „Heute morgen hat mir alles so weh getan, dass ich mich erst mal mit Franzbranntwein einreiben musste“, erzählt die rüstige Dame aus der Oststadt.

„Der Täter muss uns schon beim Einkaufen beobachtet haben“, fügt ihr Mann hinzu. „Er hat sich genau die Handtasche gegriffen, in der sich eine Flasche Schnaps und der Geldbeutel befanden.“ Seine Frau pflichtet entrüstet bei: „Das war heimtückisch.“

Beide haben sich nach der Lektüre eines Nordkurier-Artikels am Morgen in der Zeitung auf den Weg zum Nordkurier im Friedrich-Engels-Ring gemacht gemacht. Vor allem wollen sie sich bedanken.

Junger Mann rannte Verbrecher hinterher

Wie das Opfer beschreibt, entriss ihm der Täter von hinten eine von drei Taschen. „Der kam auf leisen Sohlen.“ Ganz in Schwarz sei der Mann gekleidet gewesen, der mit seiner Beute schnell das Weite suchte. Aber die 81-Jährige rannte so schnell sie konnte hinterher. „Bis mir Puste ausging, bin ja auch nicht mehr die Jüngste“, scherzt sie tapfer trotz des Schreckens auf der Couch im Nordkurier-Servicepunkt. Vor allem aber rief die Dame laut um Hilfe und das bliebt nicht ungehört.

Zwei junge Frauen alarmierten die Polizei und blieben bis zum Eintreffen der Polizei bei der Betroffenen. Vor allem aber heftete sich vom Parkplatz am Lindetal-Center ein junger Mann an die Fersen des Verbrechers und rannte ihm hinterher. So bedrängt, warf oder stellte der Täter die Tasche weg, aber nicht ohne sich vorher Geld aus dem Portmonee und den Alkohol zu krallen. 20  Euro und eine Flasche Wodka sind weg. „Aber die Eier im Beutel sind heil geblieben“, erzählt die Überfallene.

Der Verfolger des Verbrechers nahm die Handtasche und übergab sie der inzwischen eingetroffenen Polizei. Diese behielt sowohl Einkaufs- als auch Geldbeutel, um diese auf Fingerabdrücke zu untersuchen. Das Wichtigste für die 81-Jährige und ihren Mann war aber, dass sie den Schlüssel für ihre Wohnung wiederbekamen.

Nordkurier bietet Vermittlung zum Helfer an

Den Handtaschenräuber beschreibt das Paar als schwarz gekleidet mit einer Kapuze. Von einem zweiten Täter mit rotblonden Haaren, von dem in der Pressemitteilung der Polizei zu lesen war, haben sie nichts mitbekommen. „Aber vielleicht haben die anderen mehr gesehen.“

Der beherzte Retter war laut Polizei 32 Jahre alt. Viel mehr weiß das Opfer nicht. Aus datenschutzrechtlichen Gründen durfte die Polizei dessen persönliche Daten nicht weitergeben. Daher wandte sich die Dame an den Nordkurier. „Ich bedanke mich hiermit bei dem beherzten Helfer ganz herzlich, leider kenne ich seine Adresse nicht.“ Um doch noch ein persönliches Treffen zu ermöglichen, bietet der Nordkurier an, einen Kontakt herzustellen. Der Zeuge kann sich melden per Mail unter m.hertrich@nordkurier.de oder per Telefon unter 0395 56397598.

Die Fahnder suchen auch noch weiter nach dem Täter und seinem Komplizen. Wer sachdienliche Hinweise machen kann, soll sich melden bei der Polizei in Neubrandenburg unter 0395-5582 5224 oder im Internet unter www.polizei.mvnet.de.

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