HOSPIZ

Restaurantchefs kochen für Sterbenskranke in Neubrandenburg

Für die Bewohner und Mitarbeiter des Hospizes zu kochen, ist Neubrandenburger Gastronomen eine Herzensangelegenheit – Fortsetzung folgt!
Susanne Schulz Susanne Schulz
Für Jörg Faustmann (links) und Daniel Hömke ist der Einsatz im Hospiz eine Herzenssache.
Für Jörg Faustmann (links) und Daniel Hömke ist der Einsatz im Hospiz eine Herzenssache. Susanne Schulz
Renate Schultz lässt sich die Lachs-Kreation schmecken.
Renate Schultz lässt sich die Lachs-Kreation schmecken. Susanne Schulz
Neubrandenburg.

Beeindruckt schaut der schmächtige Mann auf seinen Teller: Eine schöne Portion Honig-Schinkenbraten bekommt er da serviert. „Essen Sie einfach, soviel Sie schaffen“, ermuntert ihn Jörg Faustmann, der die Mahlzeit zubereitet hat.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Daniel Hömke, Betreiber der Gaststätte „Klüschenberg“ in Burg Stargard, hat der Chef des Neubrandenburger Restaurants „Fürstenkeller“ am Dienstag die Bewohner und Mitarbeiter des Dreikönigshospizes bekocht und damit eine bemerkenswerte Reihe eröffnet: Einmal im Monat werden künftig Köche aus der Region auf den Spuren der Heiligen Drei Könige dem „sozialen Stern“ folgen, freut sich Rainer Prachtl, Vorsitzender des Dreikönigsvereins.

Eine Freude für Sterbenskranke

Mit seiner Idee hatte er quasi offene Restauranttüren eingerannt: Aus seiner Zeit als Koch sowie Ausbilder von Köchen und Küchenchefs kennen ihn noch viele der heutigen Akteure und zögerten nicht mit Zusagen für einen Einsatz im Hospiz. Als Herzensangelegenheit sieht es Jörg Faustmann, sterbenskranken Hospiz-Bewohnern eine Freude zu bereiten und den Mitarbeitern Dank zu sagen für ihr Wirken.

Höchsten Respekt erweist ihnen allen auch Daniel Hömke, dem durchaus etwas mulmig zumute war, als er mit fein angerichteter Mahlzeit vor den Türen der Kranken stand. Doch umso erfreuter bemerkte der 45-Jährige, der als Junge seinen leukämiekranken Bruder verlor und jedes Jahr zu Weihnachten ein Essen für soziale Einrichtungen spendiert, wie gut sein Wildlachs-Gericht ankam.

Tägliche Mittagsversorgung vom Bonhoeffer-Klinikum

Gut aussehen, gut riechen und gut „rutschen“ müsse das Essen, lautete die Maßgabe für die Gast-Köche – denn den Kranken fällt oft das Essen nicht leicht. Aber auch für sie hält eine schöne Mahlzeit Leib und Seele zusammen, sagt Hospiz-Geschäftsführerin Regina Prachtl. Die tägliche Mittagsversorgung kommt vom Klinikum; häufig bemühen sich die Mitarbeiter auch, Wünsche ihrer Schützlinge nach einer Lieblingsspeise zu erfüllen.

Einen besseren Start für das kulinarische Extra hätten sich die Gastgeber kaum wünschen können. Fortsetzung folgt – im Oktober mit Dirk Kewitsch vom Dorfkrug Waldeslust aus Neuendorf. Weitere Zusagen gibt es bereits von den Restaurants „Herr Grünfink“, „Zur Elster“, „Lohmühle“, „Mudder Schulten Stuben“, „Badehaus“ und „Augusta’s“ sowie dem Hotel am Ring, dem Feinkostgeschäft „Il Gusto“ und der Agrargesellschaft Chemnitz.

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