Die Mieter der 45 neuen Wohnungen in der Neubrandenburger Begonienstraße sollen von einer großen Photovoltaikanlag
Die Mieter der 45 neuen Wohnungen in der Neubrandenburger Begonienstraße sollen von einer großen Photovoltaikanlage profitieren und grünen Strom von den Dächern ihrer Wohnhäuser beziehen können. Mirko Hertrich
Bauleiter Matthias Bull (2. v. r.) verlas den Richtspruch im Beisein von Sparkassenvorstand Peter Siebken (l.), OB Silvio Witt
Bauleiter Matthias Bull (2. v. r.) verlas den Richtspruch im Beisein von Sparkassenvorstand Peter Siebken (l.), OB Silvio Witt und Stefan Kohl, Geschäftsführer der Vakon Immobiliengesellschaft. Mirko Hertrich
Mit einer Investition von 45 Millionen Euro entstehen in der Begonienstraße bis Sommer 2023 auf 3,3 Hektar knapp 20.000
Mit einer Investition von 45 Millionen Euro entstehen in der Begonienstraße bis Sommer 2023 auf 3,3 Hektar knapp 20.000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche. Mirko Hertrich
Ökostrom inklusive

Richtfest für Mietshaus mit sonnigen Aussichten

Auf dem Neubradenburger Bethanienberg sollen auch Mieter künftig in den Genuss von günstiger grüner Energie kommen. Ein Pilotprojekt mit 45 Wohnungen soll es möglich machen.
Neubrandenburg

Das Wohnquartier „An der Landwehr“ in Neubrandenburg wächst weiter und der Bauherr setzt dabei auf nachhaltigen Klimaschutz. Bis Frühjahr 2023 errichtet die Vakon Immobilien GmbH zusammen mit einem Partner 45 moderne Mietwohnungen. Die Mieter sollen dabei von einer großen Photovoltaikanlage profitieren und grünen Strom von den Dächern ihrer Wohnhäuser beziehen können, kündigte das Neubrandenburger Unternehmen am Donnerstag zum Richtfest an.

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In der Begonienstraße entstehen den Angaben zufolge zwei Wohnhäuser mit insgesamt 45 Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen. Die Größen der Wohnungen variieren dabei zwischen rund 45 und 102 Quadratmetern. In einem Pilotprojekt werden laut Vakon effiziente Photovoltaikanlagen auf den Dächern installiert und grüner Strom produziert. Die Mieter erhielten über zwei Ladesäulen mit vier Ladepunkten die Möglichkeit, für ihre Elektroautos grünen Strom vom eigenen Dach zu vergünstigten Vertragsbedingungen zu beziehen.

Auch etliche Wohnungen für Einkommensschwächere dabei

Unternehmer Ralf Kohl kündigte an, durch die Investition von 45 Millionen Euro entstünden in der Begonienstraße bis Sommer kommenden Jahres auf 3,3 Hektar knapp 20.000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche. Die Wohnungen sollen ab März 2023 vermietet werden, teils über Wohnberechtigungsschein. Die Finanzierung des Projektes hat die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin übernommen.

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Der Wohnraum wird den Angaben zufolge barrierearm, zum Teil sogar barrierefrei errichtet. Neben frei finanzierten Mietwohnungen werden 25 durch das Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern öffentlich geförderte Wohnungen zur Verfügung stehen. Damit werde für einkommensschwächere und bewegungseingeschränkte Menschen die Möglichkeit geschaffen, attraktiv und kostengünstig zu wohnen, hieß es.

Dank für den Mut, dieses Projekt umzusetzen

Das Projekt entsteht in einer gefragten Wohngegend, es ist das vorerst letzte freie Grundstück, das „An der Landwehr“ bebaut wird. Mit dem geplanten Abschluss der Maßnahmen im Sommer werden allein in dem Quartier insgesamt 222 Wohnungen errichtet worden sein, davon 175 Mietwohnungen.

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Lange lag das vorgesehene Gewerbe-Areal brach, auf dem aus DDR-Zeiten noch Gewächshäuser standen. Durch die Änderung des Bebauungsplans ermöglichten Stadtvertretung und -verwaltung ein sogenanntes Urbanes Gebiet und damit auch Wohnbebauung, wie Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) erinnerte. Er dankte Vakon für den Mut, das vor fünf Jahren begonnene Projekt umzusetzen.

Sparkassenchef warnt vor Schwarzmalerei

Ralf Kohl warnte angesichts der aktuellen Welt- und Wirtschaftslage allerdings davor, dass in der Baubranche Verunsicherung „mehr und mehr Raum greift“. Obwohl deutschlandweit und auch in Neubrandenburg viele bedarfsgerechte Wohnungen fehlten, führten bereits jetzt die stark gestiegenen Bau- und Materialkosten, die hohen Energiekosten, steigende Zinsen und drastisch gekürzte staatliche Förderung „zu großen Sorgenfalten auf unserer Stirn“ sowie zögerlichen Entscheidungen bei der Beauftragung von Bauleistungen und -vorhaben. „Daher sind wir aufgefordert, ein Stück weit die Ruhe zu bewahren.“

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Der Vorstandschef der Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, Peter Siebken, warnte beim Richtfest davor, die Situation schlechter zu reden, als sie ist. Zwar habe sich bei der Sparkasse das Geschäft der Wohnungsbaufinanzierung derzeit fast halbiert. Andererseits hätten sich die Einlagen im Privatkundenbereich von Ende August bis Ende September um fast neun Millionen Euro erhöht.

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