WENIGER MäHGäNGE

Rotstift lässt das Grün in Neubrandenburg sprießen

Die Preise für Pflege von Grünflächen und Winterdienst explodieren förmlich. Deswegen werden ab dem kommenden Jahr städtische Areale seltener gemäht und die Mittel für Wanderwege halbiert.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Mäharbeiten werden im Stadtbild ab 2019 seltener zu sehen sein. Aus Sparzwängen reduziert Neubrandenburg die Zahl der Mähgänge und spart auch bei den Wanderwegen.
Mäharbeiten werden im Stadtbild ab 2019 seltener zu sehen sein. Aus Sparzwängen reduziert Neubrandenburg die Zahl der Mähgänge und spart auch bei den Wanderwegen. Thomas Beigang
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Neubrandenburg.

Die Stadt Neubrandenburg wird ab 2019 in weiten Teilen grüner – unfreiwillig. Denn die Kosten für die Pflege von Grünflächen sowie für Winterdienst schießen ins Kraut. Die externen Dienstleister verlangen mehr Geld. Deswegen muss die ohnehin klamme Stadt den Rotstiftstift ansetzen. Entsprechende Befürchtungen waren schon im Frühjahr laut geworden.

Wie der Leiter des städtischen Eigenbetriebs Immobilienmanagement (EBIM), Dirk Schwabe, in mehreren Fachausschüssen der Stadtvertretung ankündigte, wird nun bei der Neuvergabe der Grünpflegeleistung kräftig gespart. Vorgesehen ist, die Zahl der Pflegegänge im Schnitt von vier auf drei zu reduzieren. Auch werden Strauchflächen „ausgemäht“. Dies soll eine Einsparung von rund 100 000 Euro bringen. Betroffen sind zunächst ab 2019 die Stadtteile West, Nord und Ost. Ab 2020 folgt dann das Stadtgebiet Süd.

Doch dies reicht nicht, um die notwendige Einsparung aufzubringen. Die Mittel für die Unterhaltung des Wanderwegenetzes werden zusammengestrichen. 55  000  Euro fallen weg, so dass im Haushalt für das kommende Jahr nur noch 35  000  Euro hierfür übrig bleiben – plus etwas Geld für die Beschaffung von Mobiliar im Investitionsprogramm. Nummer zwei im Streichquartett bei den Instandhaltungskosten ist der Unterhaltungsaufwand für Gewässer. Hier werden 80 000 Euro eingespart.

Der Aufwand für die Instandhaltungsarbeiten auf unbebauten Grundstücken wie etwa Gewerbeflächen wird ebenfalls um 85  000  Euro zurückgefahren. Zusätzlich noch mal 25 000 Euro sollen eingespart werden bei der Unterhaltung von sogenannten extensiven Flächen. Hier kommt künftig nur noch alle zwei Jahre der Mähtraktor. Auch treibt die Stadt die Verpachtung solcher Areale weiter voran wie etwa für ein jüngst drastisch zurechtgestutztes Areal beim Wohngebiet „Am Steep“.

Eigene Grünpflege wieder als Gedanke

Trotz der Einsparungen in Höhe von 345 000 Euro belaufen sich die Mehrkosten für Straße und Grün im Haushaltsplan 2019 auf über 1,37 Millionen Euro. Geld, das die unter strengen Haushaltsauflagen stehende Stadt dem EBIM zuschießen muss. Als Grund für die Kostensteigerung führte Schwabe gestiegene Preise etwa für die Grünpflege an. So habe ein Vertragspartner gekündigt und für die Neuausschreibung fielen deutlich höhere Kosten an. Zusätzlich ins Kontor schlagen neben einem erheblichen Mehrbedarf für den Winterdienst auch die Regenentwässerung des gewachsenen Straßennetzes Neubrandenburgs sowie die Erweiterung der Grünflächen in Steep sowie in Lindenberg-Süd.

Mit Blick auf die knappen Kassen wirbt Schwabe im Gespräch mit dem Nordkurier um Verständnis für die Einsparmaßnahmen, auch wenn diese „dem Stadtbild nicht zuträglich“ seien: „Als Privatperson gibt man auch nicht noch Dinge in Auftrag, wenn das Konto schon leer ist.“ Angesichts der Preisentwicklung sehe man sich aber gezwungen, über eine Rekommunalisierung der Aufgaben nachdenken, die derzeit an private Anbieter vergeben würden. Der Haushaltsplan 2019 der Stadt Neubrandenburg könnte schon am Donnerstag verabschiedet werden.

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Kommentare (2)

Da kann man sorglos doch eine kleine Herde Schafe anschaffen und frei laufen lassen, dafür alle. Hunde an die Leine. Im Herbst dann die alten Tiere an Schafsfleisch essende bedürftige Bürger verlosen. So kosten die Tiere dann im Winter kein Geld, im Gegensatz zu machen unnützen Rathausmitarbeiter. Auch Gehaltskürzungen für die Sauberkeit und. Ordnung in der Stadt sollte an die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter gekoppelt werden. Die Rasenflächen in den s.g. neuen Wohngebieten können auch von den Eigentümern der Immobilie unterhalten werden

Auch nicht ganz richtig das Geld ist da man muss es nur vom Flughafen abziehen und Bereitstellen. Auf einmal muss hier die Stadt sparen.