AMPELSCHALTUNG SORGT FÜR ÄRGER

Rotsünder jagen Radlern und Fußgängern Angst ein

An einer Kreuzung auf dem Neubrandenburger Engelsring schalten Ampeln zeitversetzt auf Rot. Das aber begreifen nicht alle Autofahrer und beschwören gefährliche Situationen herauf. Doch das Rathaus wiegelt ab.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Geradeaus zeigt die Ampel an der Ring-Kreuzung zur Rostocker Straße schon rot, abbiegen darf man aber noch einige Sekunden länger. Das sorgt für Verwirrung.
Geradeaus zeigt die Ampel an der Ring-Kreuzung zur Rostocker Straße schon rot, abbiegen darf man aber noch einige Sekunden länger. Das sorgt für Verwirrung. Thomas Beigang
Neubrandenburg.

Das ist nochmal gut gegangen. Gerade schaltet die Ampel von Gelb auf Rot – da düst am Mittwochvormittag ein Autofahrer vom Friedrich-Engels-Ring noch um die scharfe Kurve in die Rostocker Straße. Geradeaus, weiter auf dem Ring, zeigt die Ampel schon seit einigen Sekunden Rot – hier müssen Autos schon stehen bleiben. Die unterschiedlichen Ampelphasen an einer Kreuzung sorgen für Unsicherheiten.

„Das passiert hier viel zu oft“, schimpft ein Passant, der an der Vierrademühle steht und die Kreuzung zu Fuß überqueren will. Die abbiegenden Autofahrer hätten hier länger „Grün” als jene, die weiter geradeaus fahren und würden das gnadenlos ausnutzen. Vielleicht seien die aber auch nur verunsichert über die zeitversetzten Ampelschaltungen an der Kreuzung. Jedenfalls müsse man als Fußgänger oder Radfahrer beim Überqueren der Abbiegespur „höllisch aufpassen“, meldeten sich auch schon Leser am Nordkurier-Telefon. Und forderten, an der Kreuzung wenigstens einheitliche Ampelphasen zu schalten, um die Autofahrer besser disziplinieren zu können.

Gar nicht so einfach, heißt es auf Nordkurier-Nachfrage aus dem Neubrandenburger Rathaus. Hier, in der Verkehrsabteilung, sitzen die Verantwortlichen für die Ampelschaltungen in der Stadt. Die unterschiedlichen Ampelschaltungen an der Abfahrt in die Rostocker Straße haben aber ihre Berechtigung, lässt eine Sprecherin der Stadtverwaltung wissen. Rechtsabbieger in die Rostocker Straße stünden, so hieß es, nur mit den Fußgängern „in Konflikt“ und hätten deshalb einen sogenannten kurzen Räumweg. Die geradeaus Fahrenden müssen hingegen mit Fußgängern und dem Fahrzeugstrom aus der Rostocker Straße auskommen. „Das dauert länger und deshalb muss für die Fahrzeugführer die Ampel eher auf Rot geschaltet werden. Die Ampelschaltung ist hier so gewählt, um die Verkehrsmengen in dem Bereich ungehindert abzuwickeln“, so die Rathaus-Sprecherin weiter.

Polizei registriert keine erhöhten Unfallzahlen

Änderungen an einzelnen Ampelanlagen und deren Schaltungen haben auch immer Auswirkungen auf andere Lichtsignalanlagen, heißt es weiter. Zudem sei so etwas auch nicht gerade billig. „Umprogrammierungen der Ampeln verursachen immer Kosten“, lautete die Auskunft.

Trotz der von Fußgängern und Radfahrern an der Stelle empfundenen Gefahr weiß die Neubrandenburger Polizei jedenfalls nichts von überdurchschnittlichen hohen Unfallzahlen an der Ringkreuzung.

In der Stadt Neubrandenburg sorgen 68 Ampelanlagen dafür, dass sich Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer nicht gegenseitig ins Gehege kommen. Vier Abschnitte – an der Y-Kreuzung, in der Demminer Straße am Vogelviertel, der Neustrelitzer Straße auf Höhe des Weidenwegs und an der Pferdemarkt-Kreuzung – sind mit sogenannten Ampelblitzern ausgerüstet, die darauf lauern, Rot-Sünder zu erwischen.

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Kommentare (4)

Das Umprogrammieren der Ampeln ist nicht gerade billig? Warum wird dann an Ampeln, an denen alles gut funktioniert etwas geändert?
Derart unlogische Ampeln gibt es noch mehr in der Stadt, zum Beispiel: Wer als Fußgänger von der Kranichstraße rechts kommend über die Demminer Straße will, sieht an der hinteren Überquerung grün, doch vorn ist rot , denn die Autos haben grün, es kommen aber oft nur noch die Autos die ab Reitbahnweg durch Geschwindigkeit eine Ampelphase überspringen wollen. Wenn man dann als Fußgänger vorn grün bekommt, wird die hintere Ampel nach 3 Sekunden rot. (Die Demminer hat an dieser Stelle 7 Spuren!)
Das Gleiche erlebt man, wenn man von der Helmut-Just-Straße rechts kommend über den Juri-Gagarin-Ring möchte. Autos von rechts haben schon lange rot. Nun denkt man als Fußgänger, dass man selbst nun grün bekommen müsse. Es passiert aber nicht! Ist die Ampel defekt? Nein, von links kommt doch noch ein Auto angesaust.
Und, wohl erst kürzlich umprogarmmiert: Pasewalker Straße über die Ihlenfelder in Richtung Prenzlauer Straße. Autos von rechts haben rot, Fußgänger wartet ungeduldig, denn logischerweise wäre er jetzt an der Reihe. Doch von links kann noch was kommen.

Nur weil noch keine Unfälle passiert sind, heißt es nicht, dass es nicht gefährlich ist, gerade Fußgängerampeln unlogisch oder zu kurz zu schalten, nur damit der Verkehr rollt! Ich erwarte vom Rathaus Besserung!

Abbiegung in die Rostocker Straße war seit vielen Jahren, auch vor der Straßensanierung so geschaltet. Dadurch fließt der gerade zu Stoßzeiten hohe Abbiegeverkehr in Rostocker besser, Rückstau wird vermieden.
Es ist alles kein Problem, soweit jeder auf SEINE Ampel achtet und nicht bei Rot geht/ fährt. AUCH DIE FUSSGÄNGER UND RADFAHRER!!!

ich kann koemisch nur beistimmen, wenn an einer kreuzung auf der einen seite man gefahrlos über die straße als fußgänger komplett queren kann ist es an der anderen kreuzungsseite, die genau die gleichen fahrbahnstrukturen hat nicht möglich. wer hat bei der programmierung der anlage versagt? nicht der nutzer der über die straße muss! man sollte sich lieber im rathaus mal gedanken machen welchem unternehmen man die aufträge zum umprogrammieren vergibt. Es ist eben allem in einen desolaten zustand in nb, zum glück passieren an den ampeln wenig unfälle, so das es von polizei seite kein eingreifen notwendig macht. Vielleicht sollte mn auch die jungen ungeduldigen radfahrer und fußgänger an der pferdemarktkreuzung verstärkt ins auge nehmen die bei rot über den weg radeln oder laufen.

Im Artikel die Passage mit dem bei Rot abbiegenden Fahrzeug scheint mir doch sehr weit her geholt. Sicher darf keiner bei Rot fahren oder gehen, trotzdem passiert es oder wird absichtlich gemacht, das muß natürlich gebührend geahndet werden ! Jedoch sind unterschiedliche Ampelphasen an einer mehrspurigen Ampelanlage normal und sinnvoll, um den Verkehrsfluß flüssig zu halten. Wenn jeder genau das macht, was er nach der STVO darf und sich keine Sonderrechte heraus nimmt, kann auch nichts passieren ! Mein Vorschlag zur Entschärfung solcher Situationen wäre, die Anschaffung einer mobilen Rotlicht-Blitzeranlage, die könnte dann an mehreren Brennpunkten je nach Bedarf zum Einsatz kommen !