Über dieses Loch im Bahnzaun an der Sponholzer Straße sollen Halterin und Rottweiler regelmäßig auf ein Brachgelände gehen, wo einer Tierschützerin zufolge eine Katze totgebissen wurde. (Fotomontage)
Über ein Loch im Bahnzaun an der Sponholzer Straße sollen Halterin und Rottweiler wie einer auf diesem Symbolbild regelmäßig auf ein Brachgelände gehen, wo einer Tierschützerin zufolge eine Katze totgebissen wurde. (Fotomontage)
Hunde zerfetzten Katze

Rottweiler bekommen Maulkorbzwang verpasst

Schon mehrfach sorgten zwei große Rottweiler und ihre Halterin für Negativschlagzeilen in Neubrandenburg. Nach geraumer Zeit sind die Behörden jetzt eingeschritten.
Neubrandenburg

Von den Samtpfoten blieben nur die Tatzen übrig. Zerrissen lag der Katzenkadaver auf einem Brachgelände, wie eine Tierschützerin dem Nordkurier berichtete. „Nur noch die Pfoten und etwas Fell lagen im Gras“, sagte die Oststädterin aufgelöst und empört. Die im Tierschutzverein engagierte Frau füttert seit Jahren verwilderte, aber kastrierte Katzen, unter anderem auf dem Neuen Friedhof und auf einer Brachfläche an der Sponholzer Straße unweit der Unterführung an der Hochstraße. Dort wurde ihren Worten nach jetzt Anfang Mai eine der Katzen gerissen und regelrecht zerfleischt.

Der Tod der Katze soll auf das Konto von Rottweilern und deren Halterin gehen, die schon mehrfach für Negativschlagzeilen im Nordkurier sorgten, weil die Tiere ohne Leine herumliefen. Im Februar dieses Jahres sollen die bis zu 60 Kilogramm schweren Hunde schon mal nach einem Menschen geschnappt haben. Ein Neubrandenburger, der mit seinem Hund von der Oststadt in Richtung Mühlendamm Gassi ging, konnte sein Tier im letzten Moment noch hochheben, die Tiere sprangen daraufhin an ihm hoch und schnappten nach seinen Armen.

Im Juli vergangenen Jahres hatte sich im Katharinenviertel ein junger Mann von den freilaufenden Hunden bedrängt gefühlt. Die Tierschützerin aus der Oststadt berichtete nun ebenfalls davon, dass die Rotweiler ohne Leine herumgelaufen seien, unter anderem auf dem Neuen Friedhof.

Die Halterin der Tiere ist bei den Behörden keine Unbekannte. Schon im Februar hieß es, dass im schlimmsten Fall der Amtstierarzt einschätzen müsse, ob ein Hund als gefährlich einzustufen sei. Wie Stadtsprecherin Anett Seidel dem Nordkurier jetzt auf neuerliche Anfrage mitteilte, hat die Amtstierärztin beim Landkreis inzwischen eine Gefährlichkeitsüberprüfung für die Hunde veranlasst. Das Ergebnis liege aber noch nicht vor.

Von der Stadtverwaltung hat die Halterin darüber hinaus eine Ordnungsverfügung mit der Auflage „Leinen- und Maulkorbzwang“ erhalten, das heißt, beide Hunde müssen in der Öffentlichkeit mit Maulkorb und an der Leine geführt werden. Für den Fall der Nichtbefolgung sei ein Zwangsgeld in Höhe von 200 Euro angedroht worden, führte die Sprecherin an.

Auch ein Loch im Zaun an der Bahnstrecke nahe der Hochbrücke soll geflickt werden, durch welches die Rottweiler und Halterin auf die Brache gelangt sein sollen und über das offenbar einige Menschen zwischen Industrie- und Katharinenviertel verbotenerweise quer über die Gleise abkürzen. „Wir werden uns des Problems annehmen und mit Bundespolizei und Bahn Kontakt aufnehmen“, hieß es seitens der Stadt.

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