In den verfallenen Ruinen des teilweise denkmalgeschützten Lokschuppen-Areals will OB Silvio Witt das Digitale Innovation
In den verfallenen Ruinen des teilweise denkmalgeschützten Lokschuppen-Areals will OB Silvio Witt das Digitale Innovationszentrum für hippe Start-Ups und auch etablierte Unternehmen direkt am Bahnhof der Stadt ansiedeln. (Archivfoto) Thomas Beigang
Bürgermeister Witt

Ruinen weg, Start-Up-Szene her - der Plan für Neubrandenburg

Statt Badegästen und Vereinen sollen sich in Neubrandenburg junge Unternehmensgründer künftig auf dem Lokschuppen-Areal tummeln.
Neubrandenburg

Auf dem Neubrandenburger Lokschuppen-Areal könnte in den kommenden Jahren für einen zweistelligen Millionenbetrag ein Zentrum für junge Start-Ups und Unternehmensgründer in der Seenplatte entstehen. Nach der Entscheidung der Stadtvertretung, die neue Schwimmhalle nicht auf dem Gelände am Bahnhof, sondern auf dem Parkplatz am Weidenweg bauen zu lassen, hat OB Silvio Witt (parteilos) ganz schnell Pläne für die Bebauung des denkmalgeschützten und stark mit Altlasten kontaminierten ehemaligen Bahngeländes aus der Schublade geholt. In den Hauptausschuss am Donnerstag bringt der 43-Jährige eine Absichtserklärung zur Errichtung einer Betreibergesellschaft für ein Digitales Innovationszentrum in der Region Mecklenburgischen Seenplatte zur Beratung ein. Die Ratsfrauen und -herren sollen auch die Beauftragung von Planungsleistungen am Standort Lokschuppen-Areal diskutieren und gegebenenfalls schon im März beschließen.

Standort für digitales Innovationszentrum?

Der Oberbürgermeister sagte auf Nordkurier-Anfrage, das Lokschuppen-Areal brauche dringend eine Entwicklung. Daher sei es auch im Gutachten zu einem potenziellen Standort für das Digitale Innovationszentrum „mitbetrachtet und als gut geeignet“ befunden worden. Der Rathauschef zeigte sich überzeugt, dass der „gefühlte Dornröschenschlaf“ hier nun vorbei sei. „Der Abriss der alten Baracken war der Anfang, die Planung möglicher Nutzungen ist der nächste Schritt.“

Das im städtischen Besitz befindliche Lokschuppen-Areal galt lange als der am besten geeignete Standort für die neue Schwimmhalle der Vier-Tore-Stadt, unter anderen wegen der guten Verkehrsanbindung und weil das Areal in einem Städtebaufördergebiet liegt. Nach langer Diskussion stimmte eine Mehrheit in der Stadtvertretung dafür, dass der Schwimmhallen-Neubau auf einem Parkplatz unweit der alten Schwimmhalle erfolgen soll. Mit ausschlaggebend waren Sorgen der Stadtvertreter über ausufernde Kosten für die Altlastenbeseitigung. Beim Abriss von Baracken, die nicht zum denkmalgeschützten Teil der ehemaligen Bahnanlage gehörten, waren 60 Tonnen asbesthaltiges Baumaterial angefallen.

50 Millionen Euro bereitgestellt

Mit Digitalen Gründerzentren will Mecklenburg-Vorpommern landesweit bessere Bedingungen und Hilfe bei der digitalen Transformation für junge Start-ups, etablierte Betriebe, traditionelles Handwerk und richtungsweisende Ideengeber bieten. 2018 wurden über die Digitale Agenda 50 Millionen Euro bereitgestellt für landesweit sechs regionale Digitale Innovationszentren. Für die Umsetzung des Projektes am Standort Lokschuppen-Areal sind laut OB-Vorlage finanzielle Aufwendungen in Höhe von 18 bis 21 Millionen Euro beim Land „bereits mündlich“ angezeigt. Für die Finanzierung des gesamten Projektes könnten Fördergelder in Höhevon bis zu 90 Prozent beantragt werden.

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