GETRÜBTE BADEFREUDE IN NEUBRANDENBURG

Schluckt der Tollensesee das Augustabad?

Am Augustabad in Neubrandenburg könnte es in diesem Jahr eng werden - am Strand wie auf der Straße. Denn die Stadt hat am Tollensesee Probleme festgestellt und muss die Badestelle wohl teilweise absperren.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Jörg Franze Jörg Franze
Abgebrochene Kanten an der "Steilküste" am Neubrandenburger Augustabad. 
Abgebrochene Kanten an der „Steilküste” am Neubrandenburger Augustabad. Thomas Beigang
Fast überspült das Wasser des Tollensesees diese Brücke in der Nähe des Restaurants "Augusta's". Der Wasserstand des Neubrandenburger Gewässers steige Jahr für Jahr, schimpfen Neubrandenburger.
Fast überspült das Wasser des Tollensesees diese Brücke in der Nähe des Restaurants „Augusta's”. Der Wasserstand des Neubrandenburger Gewässers steige Jahr für Jahr, schimpfen Neubrandenburger. Thomas Beigang
Autofahrer, aufgepasst! Am Straßenrand stehen jetzt Poller und dürften so mancher Beifahrertür im Weg sein.
Autofahrer, aufgepasst! Am Straßenrand stehen jetzt Poller und dürften so mancher Beifahrertür im Weg sein. Jörg Franze
Neubrandenburg.

Der CDU-Stadtvertreter Dieter Stegemann zeigt sich überzeugt: „So viel Wasser war noch nie im Tollensesee“. Der Ratsherr verweist auf das Augustabad: Eine Brücke fast überschwemmt vom Wasser, an einer Treppe die untere Stufe umspült. „Der See läuft über“, schimpft der Neubrandenburger. Undenkbar sei das früher gewesen, poltert Stegemann weiter und zeigt auf die abgebrochene Uferkante. „Jedes Jahr das gleiche, die Stadt muss viel Geld ausgeben, um Kies heranzukarren, damit alles wieder zur Saison fertig ist.“

In dem auch für den Pegelstand des Neubrandenburger Sees zuständigen Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) weiß Abteilungsleiter Bodo Heise Bescheid. Der kennt die Gerüchte über den Tollensesee, denen zufolge es Änderungen in der Ableitung von Wasser gebe, nur zur Genüge. „Da ist aber nichts dran“, so der Fachmann. Und der Wasser-Experte winkt ab: „Der Wasserstand des Sees ist jetzt nicht höher als sonst um diese Jahreszeit, nämlich 65 Zentimeter über dem Pegel.“ Dieser Höchststand sei im April seit vielen Jahren gewollt – um der hohen Verdunstung im Frühjahr und Sommer Rechnung zu tragen.

Vor allem am Augustabad aber sorgt der Wasserstand für Probleme – und die könnten sich in diesem Jahr auf den Badebetrieb auswirken. Denn im Vorfeld der Saison hat der Städtische Eigenbetrieb Immobilienmanagement (EBIM), der für die Bewirtschaftung zuständig ist, festgestellt, dass die Tollenseseefluten im Winterhalbjahr wieder einmal zerstörerische Arbeit geleistet haben. „Bei einer ersten Begehung wurden massive Ausspülungen registriert“, erklärt Rathaus-Sprecherin Anett Seidel. Auf einem Strandabschnitt von geschätzt 100 Metern Länge hat sich am Ufer eine kleine „Steilküste“ gebildet. Hier müsste also wieder Sand aufgeschüttet werden.

Zugang mit Zäunen absperren?

„Das werden wir in bestimmten Umfang auch machen und rund 2000 Euro in die Strandsanierung investieren“, kündigte Jan Brauns vom EBIM im städtischen Betriebsausschuss an. Aber um alle Abbrüche auszugleichen, wären rund 10.000 Euro notwendig. Geld, das eigentlich im See versenkt wird, wenn das Wasser schließlich doch wieder am Strand nage, ergänzt Seidel. Deshalb plane das EBIM eine dauerhafte, technologische Lösung gegen den Sandabtrag. Doch dafür brauche man nicht nur eine Idee, sondern auch das notwendige Geld, das frühestens in den Wirtschaftsplan 2019 eingestellt werden könnte.

Weil die Abbruchkante unter der Liegewiese östlich des „Augusta‘s“ aber ein Risiko für Badegäste darstellt, müsse die Stadt handeln und wahrscheinlich einen Teil der Wiese und den Zugang zum See dort mit Zäunen absperren, macht die Rathaus-Sprecherin deutlich.

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Kommentare (4)

Was fehlt im Artikel ist die Parkplatzsituation. Derzeit werden sehr viele Parkplätze durch Bauarbeiter und Handwerker (Privatfahrzeuge) belegt. Wenn Badesaison beginnt muss das geklärt sein.

Der See ist auch bequem mit dem Fahrrad zu erreichen.

Natürlich ist das Augustabad auch mit dem Fahrrad erreichbar. Das ändert nichts an der Parkplatzsituation, da die Badegäste (aus nah und fern, also nicht nur aus NB) selbst entscheiden dürfen, wie sie zum Augustabad kommen möchten. Derweil können Sie zählen, wieviel Fahrrad-Parkplätze am Augustabad existieren.

man man die olle Natur kriegt wieder nix gebacken, Wasserstand nicht selbst regulieren können und dann macht sie auch noch den wenigen Sandstrand kaputt..